Katrin Rönicke
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Ich glaube, es ist nur logisch, dass Nationalismus und Klimaleugnung Hand in Hand gehen: beide Ideologien wollen keine Verantwortung für diese Welt übernehmen. Der Klimawandel ist ein Problem, das wir mit internationalen Anstrengungen lösen müssten - der derzeitige weltweite Trend zur nationalen Abschottung hat als Nebeneffekt für die Rechten den „Vorteil“, auch das nicht tun zu müssen.

@Kadda v. Storch sagte mal sinngemäß: „Warum sollten wir jetzt unsere Weltmarktführerschaft bei Verbrennungsmotoren aufgeben, nur damit wir ein bisschen CO2 einsparen, das dann durch das Wirtschaftswachstum von Afrika eh wieder dazukommt? Dann geht es uns schlechter, denen besser und der Welt immer noch genauso. Warum sollten wir sowas tun?“

@esureL die Frau nennt Leute, denen an Klimarettung liegt, ja auch „Klimanazis“. 🤪

@Kadda Dass die Frau generell untragbar ist, ist ja unbestritten. ;-)

Die Argumentation macht im Rahmen ihrer eigenen Prämissen natürlich trotzdem irgendwie Sinn. Wenn erstmal der Egoismus die erste Bürgerpflicht ist, ergeben sich eben direkt auch viele andere Dinge daraus. Lass Menschen ertrinken, verbrenne Braunkohle, fahre Auto.

Sonst kriegen dein Geld oder deinen Komfort nämlich ... DIE ANDERN!

@Kadda Isolation ist immer panischer Ausdruck gestörter Gemüter, die die gesetzmäßigen Grundlagen planetarer Gemeinschaften immer noch nicht anerkennen wollen.
Es ist auch Folge der Wechselwirkung zwischen Gemüt und dem der damit verbunden Umwelt.
Also sind es einerseits ideologische (mediale) Hintergründe aber eben auch umweltbedingte.
Leben wird, wenn es nicht anders geht, immer zur Verantwortung gezwungen, die Möglichkeiten davor nennt man Fortschritt, glaube ich.

@Kadda ich habe ja immer den Verdacht, dass es viel weniger um die Leugnung des Klimawandels an sich geht oder um die Frage ob er menschengemacht ist. Eigentlich ist das Thema sich, die Verantwortung für Untätigkeit von sich zu weisen. "Wir haben keinen Einfluss darauf also versuchen wir's auch nicht." ist eine Vogel Strauß Taktik die halt auf tausend Arten begründet wird. Im Kleinen wie im Großen.

@Kadda das hat schon Voltaire gewusst "Cer­tai­ne­ment qui est en droit de vous rend­re ab­sur­de est en droit de vous rend­re in­jus­te."

@Kadda das mit der Verantwortung trifft‘s genau. Leider!

@Kadda Ich glaube, Nationalisten fehlt es nicht an Verantwortungs- und Pflichtbewusstsein.

Konservative Menschen sind vor allem dadurch konservativ, weil sie Regeln mögen und Regelbrüche verabscheuen. Eine Nation hat für sie klare Regeln: Eine Grenze ist eine Grenze - die kann nicht einfach offen sein. Man ist Deutscher oder Ausländer - nicht ein bisschen dies und ein bisschen das.

@kaffeeringe @Kadda (nicht repräsentativ) habe ich beobachtet, dass Naturschutz in der rechten Szene eigentlich eher hipp ist, was aus der "unser Land!"-Perspektive auch total Sinn macht. Ich frage mich daher, ob es verschiedene rechte Ansätze gibt, mit Naturschutz umzugehen. Von Verleugnen bis "unser Boden muss gesund sein".

@leitmedium @Kadda In Konservativen Kreisen hat Umweltschutz erst gefruchtet, als es als "Bewahrung der Schöpfung" beframt wurde.
Selbst der Gauland hat auf die Frage nach dem Klimawandel gesagt, man müsse ja jetzt nicht gerade mit dem Umweltschutz aufhören.

@Kadda Den Klimawandel anzuerkennen bedeutet, alle möglichen Regeln, die bisher klar waren zu hinterfragen: Autos sind gut. Autos sind Freiheit. Wenn wir viele Autos bauen, boomt die Wirtschaft. Gute Straßen bedeuten besseres Autofahren und besseres Leben. Das soll nicht mehr gelten? Was soll stattdessen gelten? Kein Fleisch mehr? Dafür Fahrrad fahren, wie die Kinder? Bahn fahren, wie die armen Leute?
Ich glaube, so kommt man eher an die Gründe.

@Kadda Mal die Umkehrprobe: Progressive Menschen haben 1. nicht so ein starkes Bedürfnis nach Regeln. Die können mit Grauzonen leben. #Ambiguitätstoleranz. Deswegen haben sie 2. auch kein so großes Problem damit, wenn neue Erkenntnisse zu neuen Regeln führen. Autofahren war ok. Aber wenns das Klima zerstört, fahr ich halt Bahn. Hab ich früher auch ab und zu mal gemacht, wenns gepasst hat...

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