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Zum Thema Korruption ist mir eine Geschichte eingefallen, die ich fast vergessen hatte. Sie zeigt, dass gegenseitige "Gefallen" in vielen Politiker-Köpfen fest verankert sind und nicht mal reflektiert und Halt davor gemacht wird, das an Dritte weiterzugeben. (1/3)

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Während meiner juristischen Ausbildung hatten wir eine Theorie-Pflichtstation in der Verwaltung, bei einem SPD-Politiker. Er fand es wichtig, uns in die Grundlagen des "informellen Verwaltungshandelns" einzuführen. Kurz: Viel "eine Hand wäscht die andere" und gemeinsam Coktails mit Schirmchen trinken. Im Ohr geblieben ist: „Wenn man als Ortsfremder irgendwo hinzieht, ist völlig selbstverständlich und gehört zum guten Ton, sich mal mit ner guten Flasche Wein beim Bürgermeister vorzustellen.“

Es ging dabei darum, dass beim Bauantrag ja auch eine Stellungnahme der Gemeinde eingeholt wird, wo die Unterschrift zumeist durch den Bürgermeister erfolgt. Darauf angesprochen, dass es ja einen Rechtsanspruch auf eine Baugenehmigung gäbe, meinte er „Naja, sie sollten schon früh wissen: Verwaltungshandeln ist nicht immer logisch oder rechtsnormorientiert.“ Die Person ist heute Führungskraft in einer Bundesbehörde, und ich will vielleicht nicht wissen, auf welcher Weise sie da hin gekommen ist.

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