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Mich würde mal interessieren: Müssen Open-Source-Softwareentwickler, die ihre Arbeit durch Spenden auf Patreon & Co finanzieren, ein Gewerbe anmelden? Oder läuft das über freiberuflich?

@anghenfil kommt, AFAIK immer auf die Menge an Geld an. Wenn's nur ein Taschengeld ist: Nebengewerbe. Wenn es nennenswert ist dann sollte man einen Steuerberater fragen. Im Zweifel müssen die Einkünfte beim Finanzamt aber immer angegeben werden.

@anghenfil Es hängt (IANAL) vom Auftrags-Stil ab:

Wenn man selber entscheidet was man macht und die Anwender dann halt damit leben müssen: eher freiberuflich.

Wenn man v.a. Tickets abarbeitet, Standard-Supportpakete verkauft oder sich für einzelne definierte Features beauftragen lässt, also eher weisungsgebunden arbeitet, dann eher gewerblich.

Wenn eh' angemeldet werden soll, würede ich im Zweifel einfach das Finanzamt fragen.

@anghenfil Freiberuflich hat den Vorteil, dass keine Gewerbesteuer anfällt.

Ansonsten beim Finanzamt anfragen, und ALLES absetzen was geht (Rechner, Internet und Arbeitszimmer anteilig, ...) - wenn die "notwendigen Ausgaben" absehbar unter Einkünften bleiben, dann läuft das unter Liebhaberei, und man darf die Verluste nicht mehr (gegen den Brotjob) anrechnen.

Wenn es keinen Brotjob gibt, aber Minus: nichts anmelden, Quittungen sammeln falls das FA fragt und man Liebhaberei nachweisen muss..

@anghenfil Keine Rechtsauskunft: Bin weder RA noch SB, sondern seit vielen Jahren Freiberufler :-)

Ob freiberuflich oder gewerblich hängt nicht an dem Weg der Einnahme bzw. des Umsatzes ab, sondern ob die Person als Freiberufler.in im Sinne § 18 EStG sind (die sog. Katalogberufe).

Bei Entwickler.innen hängt die Einstufung als Freiberufler.in davon ab, was sie programmieren. 1/2

@anghenfil @anghenfil Kurz: systemnah: freiberuflich; Anwendung: Gewerbe. Dipl.-Inf. können eher als freiberuflich anerkannt werden, da Ing.-ähnlich. Dazu gibt es inzwischen recht ausführliche Rechsprechung in D. Suche im Internet nach IT-Freelancer, Freiberufler, etc., da findest Du viel. Ein RA, der viele Erfahrung damit hat, ist Benno Grunewald. 2/2

@anghenfil Nachtrag: Das sind ziemlich sicher keine "Spenden" in Sinne der Abgabenordnung, da die Entwickler.innen vermutlich nicht gemeinnützig sind, allenfalls Geschenke. Da aber eine Gegenleistung erfolgt wird das Finanzamt es vermutlich als Umsätze betrachten (hängt vermutlich auch an der Gesamtsumme).

@kirschwipfel
Naja erfolgt denn eine Gegenleistung? Im Prinzip arbeitet Entwickler*in ja freiwillig an nem Open-Source Projekt und finanziert sich durch Geldgeschenke. Oder?

@anghenfil Die Ursprungsfrage, ob gewerblich oder freiberuflich, hat ja erstmal nichts damit zu tun, ob das ein Geschenk ist oder nicht. Die Ursprungsfrage stellt sich ja unabhängig davon, über welchen Weg das Geld kommt. Vielleicht hast Du ja noch andere Umsätze, und dann stellt sich die Ursprungsfrage auch. 1/2

@anghenfil Ob das ein #Geschenk ist, kann ich nicht einschätzen, da habe ich keine Erfahrung. Ich tipp aber mal auf nein, denn das FA wird es so sehen: Du bekommst das Gald ja nicht einfach so, sondern weil die Menschen Deine #Software benutzen und sich dafür dankbar erweisen wollen. Vermutlich wirbst Du auch dafür ("donate for this project").
Wie die Praxis und die Rechtsprechung in D hierzu ist, weiß ich aber nicht. Die Frage müsste ein.e gute.r #Steuerberater.in beantworten können.

@anghenfil
Wenn sie Geschenke so regelmäßig reinkommen, dass der Entwickler davon leben kann wird wohl vom Finanzamt ein Gewerbe angenommen.
Frag einen Steuerberater. Das ist billiger als Ärger von Finanzamt zu bekommen.
@kirschwipfel

@allo
Zu versteuern ja (eben im Unterschied zu einem Geschenk). Es muss aber nicht bedeuten, dass es ein Gewerbe ist, sondern kann auch eine freiberufliche Tätigkeit sein. Versteuern ja/nein und gewerblich/freiberuflich sind getrennt zu betrachtende Fragen.
Warum ist der Unterschied wichtig? Freiberufler zahlen keine Gewerbesteuer und sind nicht Zwangsmitglied der IHK (dafür der RA-, Architekten-, etc.Kammer, aber es gibt keine Informatiker-Kammer)
@anghenfil

@anghenfil In der Schweiz müsste man die Einnahmen versteuern und ich vermute in Deutschland auch.
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