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Mir fehlt die gesellschaftliche Diskussion darüber, ob wir eigentlich wollen, dass alle eine 'Digitale Identität' haben, die eindeutig einer Person zugeordnet werden kann.

Das scheint unaufhaltbar, das ganze Konzept ist weit fortgeschritten, aber ich finde nicht, dass es eine Selbstverständlichkeit ist.

Ja, auch wegen der deutschen Geschichte.

@anneroth Dazu stelle ich jetzt die Frage in den Raum eine "digitale Identität" oder "eine digitale Identität"? Der Unterschied? Ganz einfach, ich habe bei verschiedenen Plattformen Accounts, aber es gibt keine Möglichkeit diese einander zuzuordnen. Mit "einer digitalen Identität" hätte ich überall den Gleichen Account. Das will ich vielleicht ja gar nicht.
Das Zweite ist, wenn es einen digitalen Account gibt, was ist wenn ich eine Funktion davon nicht will?

@anneroth Logge dich doch mit Facebook, Amazon oder was auch immer ein. Das will ich vielleicht gar nicht. Oder ich kaufe Sachen, von denen ich nicht will, dass sie irgendwie mit mir in Verbindung gebracht werden, eine Geburtstagsüberraschung, Dinge die nur mich etwas angehen (z.Bsp. Medikamente für Dinge die mir unangenehm sind). Mit fallen da nich mehr Beispiele ein.

Ich sehe nur Nachteile in "einem digitalen Account".

@alieninvader @anneroth ich bin mir ziemlich sicher, dass bei den meisten Menschen sich diese unterschiedlichen accounts sehr leicht verknüpfen lassen, wenn man nur genug andere Daten über dich hat. Beispielsweise Emailadressen.

@anneroth Hier werden das vermutlich wenige für wünschenswert halten, aber für viele Menschen wird das einfach praktisch und bequem sein.

@wobl
@anneroth

Ich muss sagen, ich bin zwiegespalten: Mir ist schon klar, dass eine digitale Identität große Risiken birgt...

Aber wenn ich mal wieder die Geschichten aus Estland gehört habe, frag ich mich schon manchmal, warum ich jetzt wieder ein Formular ausfülle, anstatt der Behörde einfach den Zugriff auf die benötigten Informationen zu erlauben.

Ja, da kann ne Menge schief gehen, aber ich möchte mich halt trotzdem nicht wie ein Neandertaler fühlen ...

@krokofant @wobl @anneroth Das ließe sich aber zumindest sicher auch dezentral lösen ohne das alle Behörden Zugriff auf eine Datenbank mit meiner "einen digitalen Identität" und allen möglichen Daten haben.

@krokofant @wobl @anneroth Ich persönlich ziehe es vor, das meine Daten an möglichst wenigen Stellen gespeichert werden. Ein wenig "Unbequemlichkeit" nehme ich dann gerne in Kauf.

@krokofant @wobl @anneroth auf deinem Personalausweis ist ein eindeutiges, dir zugeordnetes cryptografisches Zertifikat gespeichert. Du kannst dich also mit deinem Personalausweis auf jeder Website ausweisen. Es braucht also keine zusätzlichen Standards oder neue Ideen, damit du dich beim "digitalen Bürgeramt" anmelden kannst. Für solche Verwaltungsdinge finde ich das einen Fortschritt und sehr Sinnvoll.

Anders natürlich bei weiteren Onlinediensten, die man evtl. anonym nutzen will. Aber die sind ja ....

@krokofant @wobl @anneroth auch nicht auf deine Identität angewiesen (z.B. musst du ja im Laden auch nicht deinen Ausweis zeigen, wenn du was kaufen willst). Von daher würde das sich für mich nicht widersprechen.

@krokofant @wobl @anneroth

Es ist eine ganze Weile her, aber die Cyberattacken gegen Estland im Jahre 2007 halten mich davon ab, mir ein digitaleres Deutschland zu wünschen.

@anneroth @wobl Ja, das die Geschichte mit "praktisch und bequem" vs. "sicher"!

Viele würden darauf einstigen, wenn man da ein opt-out vorsetzen würde: Wegen "bequem" ... Hoffe Institutionen wie CCC und @digitalcourage bewahren uns vor sowas!

@anneroth da kann ich mich nur anschließen. Sollte hier ein Diskurs geschehen sein, so habe ich nichts davon wahrgenommen. Und eben gestern hier einen Beitrag dazu gelesen der genau in diese Kerbe trifft: mastodon.social/@victorhck/107

@anneroth

Gesetzte/Gerichte sagten bisher nein … und das finde ich gut

* Anonymes anmelden bei webdiensten
* Keine personennummern (obwohl wir mittlerweile die Steuer-ID haben)
* …

Allerdings müssen wir da dringend drüber reden, auf jeden Fall.
Impfregister und digitaler Personalausweis mit den online-Möglichkeiten zeigen ja schon in diese Richtung

Und als nur einen der vielen gefährlichen Punkte zeige ich auf die amerikanische Sozialversicherungsnummer & Mißbrauch

@HeyRay @anneroth Also ich persönlich möchte lieber weitgehend datensparsam unterwegs sein. Ging doch vor den smarten Telefonen und Internet auch sehr gut. 🤷‍♂️

@HeyRay @anneroth Unsere Rentenversicherung mit der ziemlich eindeutigen Sozialversicherungsnummer und die mit den Krankenkassen geteilten Daten sind auch nicht ohne.

@Anne Roth
@heyray
@the_halmaturus
Jaaa, und dann verknüpfen wir nicht nur das Finanzamt sondern auch Waffenregister, Verbrecherdatenbank, Bankkonten (Bargeld wird abgeschafft), Schufa, Krankenkassenkarte, Handynummer, den Verkehr und den Einzelhandel dann damit. Weils es so praktisch ist. Was kann da schon passieren.  Ihr habt doch alle nichts zu verbergen - oder?

@cb7f604332cf39 @anneroth Genau den Fall haben wir ja jetzt, nachdem die Steuer ID, die unter dem Vorbehalt eingeführt wurde nur für Steuerangelegenheiten zu verwendet zu werden, nun zur Bürger ID wird.

@anneroth Wir hatten schon in den Anfängen des CCC darüber gesprochen, dass genau DAS verhindert werden muss. Es ist ein Axiom aller digitalgesellschaftlichen Arbeit.

@padeluun @anneroth

Es ist schon dramatisch genug, dass von privaten Firmen digitale Identitäten erstellt werden, die alle Onlineaktivitäten zu "einer digitalen Identität" verknüpfen möchten.

Wenn die Regierung "die eine Identität" ihrer Bürger erstellen möchte, dann läuft es mir kalt den Rücken runter.

@anneroth Nur eine Identität, und die auch noch verpflichtend, und wir sind sofort in einem Alptraum.

Jeder hat verschiedene Identitäten. In der Firma bin ich abwechselnd im Incident-, Problemmanagement, in Design oder Architektur. Projekt- oder Servicemanagement. In Ausbildung oder Ausbilder. Als Trottel oder Genie unterwegs.

Verschiedene Identitäten sind wichtig. Nur eine ist viel zu teuer: Im Beruf bräuchte man vieeeeeel Personal, das vielfach die Zeit nur absetzt. Im privaten wäre jede natürliche Person nur noch ein Opfer.

Ausweg wäre, wie teilweise jetzt schon zu beobachten: man legt sich dutzende juristische Personen an und macht daraus einen undurchsichtigen Spagettihaufen.

Überhaupt: natürliche Personen müssen mehr Rechte haben als juristische.

@anneroth Wenn ich digitale Identität höre, denke ich zuerst an das Alptraum-Thema Steuer-ID. Unter dem Vorwand der Verwaltungsvereinfachung hat man damit faktisch eine einheitliche Personenkennziffer geschaffen, die man zur digitalen Identität ausbauen kann. Für die gab es schon zwei Big-Brother-Awards von @digitalcourage (2007 und 2020). Ich bin - wie viele andere auch - der Meinung, dass das nicht mit dem Volkszählungsurteil des BVerfG von 1983 vereinbar ist.

Über das Anfang 2021 beschlossene Registermodernisierungsgesetz will man die Steuer-ID nun benutzen, um Datenbestände von vielen bisher dezentralen Registern (Kfz-Register gesetzliche Versicherungen, Melderegister, Waffenregister etc.) zusammenzuführen. Damals wurde zwar ein paar Absicherungen wie 4-Corner-Modell, Vermittlungsstellen, Datencockpit etc. ins Gesetz eingebaut. Aber der Weg zur digitalen Identität ist geebnet – ohne dass es eine breite gesellschaftliche Diskussion gab (von ein paar wenigen Experten abgesehen).

@Anne Roth

Ich denke hier kommen nun viele unterschiedliche Gründe zusammen, doch der Tenor ist der gleiche.
Es wird gefährlich wenn dies gemacht wird.

Doch dies kann auch nur eine Echokammer des Fediverse sein. Vielleicht spiegeln Dir die User aus der Twitterwelt etwas anderes vor. Ich für mich erwarte dort nur Bequemlichkeit als Argument.

@anneroth Solange die Eindeutigkeit bequemer und/oder billiger ist, wird sie immer beforzugt werden – bis sie einem auf die Füße fällt.

@anneroth
Die Begriffe "gläserner Bürger" und "chinesische Verhältnisse" waren bezogen auf Daten hierzulande seit jeher negativ besetzt.

Dabei gehen wir schrittweise genau in diese Richtung. Dass die Sammlung und Verknüpfung von Daten hier zuerst im Stillen von der Privatwirtschaft betrieben wurde, fand ich nie besser. Der Staat holt nun auf, überwacht, verknüpft und fängt auch vereinzelt an, aus finanziellen Gründen Daten zu verkaufen.

Bequemlichkeit und Unwissen lassen Dystopien wahr werden.

@anneroth
Ich finde digitale Identitäten sind nicht mit der realen Person zu verwechseln.

Auch aus einer doppelten Perspektive.
1. Wir bleiben nie der selbe Mensch der wir derzeitig sind. Wir ändern uns.

2. Digitale Identitäten sind Personae die ich mir überstreifen , mit denen ich spielen, Fehler machen kann, ohne das es unmittelbar ins RL durchschlägt.

Die Idee der Eindeutigkeit (True/False) entspricht IMO einer technisch-digitalen Denke sowie einer autoritären Denke. Ich mag das nicht.

@anneroth
Wurde jemals gesellschaftlich "ausreichend" diskutiert, bevor so etwas eingeführt wurde - der Markt macht das schon und die menschliche Bequemlichkeit tut ihr übriges dazu 🤷‍♂️.
Aber stimmt, Mensch soll nie aufhören zu träumen.

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