Frage in eigener Sache: ich merke aktuell in vielen Situationen, dass Menschen für eine schlechte Software halten, weil sie ihre Erfahrung mit schlecht gehosteten Instanzen gemacht haben (virtualisiert, wenig Rechenleistung, Installationsskript ohne Anpassungen verwendet...).

Ist es für o. Projekte besser, Laien vom Eigenbetrieb abzuraten und sie dazu zu bewegen gute Instanzen zu unterstützen? Oder sehr ihr Ansätze für funtkionierende ?

@laufi ich denke das zeigt eher, daß die Projekte noch zu unzugänglich und defaults unzureichend gesetzt sind. Man kann darüber streiten ob jetzt Projekte selbst auch für ein sinnvolles Bootstrapping und Deployment verantwortlich sein sollten aber mal davon abgesehen sollten wir in der Technik generell das Ziel haben, Barrieren so niedrig wie möglich zu halten. Gute Doku, Automatisierung, Anzahl an manuellen Schritten vom Repo zum deployment

@w4tsn @laufi Das scheint mir ein Problem mit der Dokumentation zu sein. Die Minimum oder Recommended System Requirements müssen dann angepasst werden. Klar will man das jedem als einfach und billig hostbar verkaufen; aber: Bedienungsgeschwindigkeit und Stabilität sind (Usability)-Features! Lieber ehrlich sein. Noch besser: die Anforderungen durch performanteren Code runter drücken, wenn machbar. Und: gute Defaults. Ein Wordpress ohne Caches, DB-Indizes, gute Serverconfig ist auch elend langsam.

@fabian @w4tsn @laufi Die Requirements sind bei BBB imO schon ziemlich deutlich genannt, hilft aber scheinbar nichts, dass Menschen das unbedingt auf nem popeligen kleinen VServer betreiben wollen. Scheint mir also eher kein Problem mit der Doku sondern eher ein "ich will aber [kein Geld ausgeben]" Problem bei den Betreibern zu sein.

@psy @w4tsn @laufi ja, ich habe gerade nachgelesen. Die sind ja sehr explizit über ihre Anforderungen: 16 GB RAM, 8 cores, 500G space, dedicated. Bei nem *günstigen* VPS-Anbieter ist das das höchste, was man virtuell bekommen kann – für 12€/Monat. Da sollte man gleich Bare Metal gehen. Mit diesen Anforderungen sollte es dann aber auch laufen. Ist nicht ohne, für einen Server, auch wenn Audio/Video involviert sind.

@fabian @w4tsn @laufi Ja, sag ich ja, die sagen ziemlich konkret, was sie wollen. Wenn man das dann halt auf ne 1 vcou 2g ram VPS klatscht ist es kein Wunder, dass das nicht tut. Zumal Freeswitch iirc explizit Hardware möchte, keine Virtualisierung.

@psy @fabian @w4tsn @laufi

Bonuspunkte dafür, wenn man es erst selbst alleine testet, feststellt, dass es prima funktioniert, und dann alle Kolleg*innen/Freund*innen einlädt, es grandios abkackt, und all diese Leute, die bis zu jenem Tag noch nie von BigBlueButton gehört haben es im Kopf als "das wo nichts funktioniert" abspeichern.

@guenther @psy @w4tsn @laufi hm, diese (nicht unübliche) Szenario spricht leider dafür, daß nicht in Laienhände zu geben. Aber das will man ja auch niemandem verbieten. Müsste halt theoretisch "idiotensicher" sein. Schwierig.

@fabian

Ja, ich denke, das ist das was @w4tsn oben im Thread schon so formuliert hat, dass die Projekte "zu unzugänglich" seien. Aber die Frage "Was rate ich Leuten, die akut vor der Entscheidung stehen, ob sie selbst hosten wollen?" lebt leider auf einer sehr viel kürzeren Zeitskala als die Frage "Wie werden komplizierte FOSS-Projekte zugänglicher?", insofern hilft meiner Meinung nach *keine* Antwort auf letztere Frage dabei, die erste zu beantworten.

@psy @laufi

@guenther @fabian @psy @laufi ansonsten fällt mir zu dem Thema noch ein: Cloud Konzepte könnten hier ein wenig Abhilfe schaffen. Infrastruktur als Service hat den entscheidenden Vorteil, dass vieles einfacher vorkonfiguriert und teils per Knopfdruck Dienste gestartet werden können. Skalierbar. Sicher braucht es noch mehr solcher Angebote, vielleicht auch dezentraler aufgebaut. Aber das Potenzial ist da

@w4tsn @guenther @fabian @psy "Die Cloud" ist doch genau das, was man mit Selfhosting verhindern will. Wenn man BBB auf AWS hostet ist damit (ganz abgesehen von schlechter Performance) nichts für die Privatsphäre gewonnen.

@laufi @guenther @fabian @psy Es braucht einfach auch hier wieder mehr Diversität, damit eins nicht auf AWS etc. angewiesen ist. Es gibt ja durchaus einige Menschen mit Ahnung von Infrastruktur, die aber vielleicht grad kein BBB hosten wollen. Wenn dann dazu jemand kommt, der für Freunde und Familie BBB hosten will kann der dann von einer Infrastruktur als Service profitieren, solange auch diese wieder "dezentral" / trusted ist

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@w4tsn @laufi @guenther @fabian @psy Also momentan sind wir bei senfcall darauf vorbereitet, schnell auch mal deutlich mehr Hetzner Server zu mieten und damit noch mehr Nutzer glücklich zu machen. Wir beteiligen uns auch am BBB Projekt mit Doku-Verbesserungen, kritische Bugfixes, Support im Forum, Issues im Issue Tracker abarbeiten und so weiter. Über ein paar mehr Entwickler für BBB würden wir uns allerdings sehr freuen - da ist das BBB Projekt leider trotz Covid19 kaum gewachsen.

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