Tom Scott hat ein Video über das Eisenbahnbetriebsfeld Darmstadt gemacht 🥰 youtube.com/watch?v=6TLcaJdsRr

@innaytool, ich will mal von dir was zum Thema Stellwerke und wie die funktionieren sehen, ich kenne mich aus der Vorlesung ja leider nur eher mit deren Bedienung aus und weniger mit dem internen Aufbau.

Im Übrigen fahren auf Zugleitstrecken zumeist nur wenige Züge am Tag, sodass das Risiko nicht besonders hoch ist. Ich hoffe, aus dieser Thread war ein interessanter Einblick in eine Art, sicher zu fahren nur mit einem Telefon ausgerüstet. Allerdings habe ich mich relativ kurz gefasst, daher sind Fragen sehr willkommen (hilft mir bei der Klausurvorbereitung). Darüber hinaus ist die Ril dazu offen einsehbar und nicht besonders lang, falls das jemanden genauer interessiert: fahrweg.dbnetze.com/resource/b

Show thread

Aus diesem Grund setzt die Deutsche Bahn vermehrt auf technische Unterstützung des Zugleitbetriebs. Zum Beispiel werden Gleisfreimeldungen mit PZB-Magneten für Zwangsbremsungen nachgerüstet. Solche Ergänzungen führen zwar nicht dazu, dass der Zugleitbetrieb genau das selbe Sicherheitsniveau wie der "normale" Zugbetrieb hat, aber schon kleine Unterstützungen können häufige und gefährliche Fehler verringern.

Show thread

Zur Sicherheit des Verfahrens: Es ist nicht besonders sicher. Es hängt sehr stark davon ab, dass keine beteiligte Person versehentlich einen Fehler macht. Stimmt an einer Stelle das Zugmeldebuch nicht mit der Realität überein, werden Fahrten in besetzte Strecken zugelassen oder wird die Fahranfrage vergessen, entsteht sofort ein Unfallrisiko. Ein Beispiel ist der Eisenbahnunfall von Holzdorf: eisenbahn-unfalluntersuchung.d

Show thread

Die Bahnhöfe sind in der Regel unbesetzt. Das führt zur Frage: Wie werden die Weichen gestellt? Nun, das machen die Zf. An solchen Bahnhöfen existiert in der Regel ein Schlüsselkasten mit Schlüsseln für die Weichenschlösser. Zf hat einen Schlüssel dabei, kann damit den Schlüsselkasten aufschließen, wobei der Schlüssel dann erstmal drinne stecken bleibt. Aus dem Kasten kann man sich dann Weichenschlösser holen um die Weichen einzustellen. Alternativ existieren auch vereinfachte Stellwerke.

Show thread

Ein grüner Kringel steht für eine freie Strecke, ein roter Strich für eine Streckenbelegung. Nehmen wir zum Beispiel den Zug 16002. Am Anfang steht der Zug in Franzensfeld. Zf macht eine Fahranfrage für eine Fahrt nach Martinstein um 7.57 Uhr. Daher wird ein Strich darunter gesetzt, da dieser Zug nun den Streckenabschnitt belegt. Um 8.05 Uhr meldet der Zug, in Martinstein angekommen zu sein, deshalb darunter ein grüner Kringel, der die Freigabe des Bahnhofs Franzensfeld und der Strecke markiert.

Show thread

Der*Die Zugleiter*in lässt Zugfahren basierend auf den Zuglaufmeldungen der Züge zu. Ein Zug meldet mit Ankunftsmeldungen seine Position und fordert mit Fahranfragen an, ob der Zug fahren darf. Der*Die Zugleiter*in stimmt entsprechend der Aufzeichnungen zu oder verlangt warten. Über die Meldungen führen die Zugführer*innen (Zf) ein Fernsprechbuch, der*die Zugleiter*in ein Zugmeldebuch. Wie so ein Zugmeldebuch aussieht, seht ihr im Screenshot. Besonders witzig hierbei die bunten Markierungen.

Show thread

Im Zugleitbetrieb gibt es zunächst einen Fahrplan. Im Gegensatz zu normalen Fahrplänen sind dort auch Manöver eingetragen wie "vor dem Bahnhof warten" oder welcher Zug bei einer Überholung als erstes in den Bahnhof fährt. Der Fahrplan erfüllt also einen sehr wichtigen sicherheitskritischen Aspekt: Er regelt für alle Züge verbindlich, wie sie sich bei Einfahrten zu verhalten haben etc. Allerdings kommt auch der Zugleitbetrieb nicht ohne Koordination aus. Hierfür gibt es eine*n Zugleiter*in.

Show thread

Nachdem mein letzter Thread zum Thema Eisenbahnsicherheit so großen Anklang gefunden hatte, dachte ich mir mal, dass es interessant wäre, in die etwas kurioseren Ausprägungen der Eisenbahnsicherheit zu wechseln. Heute möchte ich ein Verfahren vorstellen, dass fast komplett ohne Signale, Zugbeeinflussung etc. auskommt: Der sogenannte Zugleitbetrieb. Dieses Verfahren ist in Deutschland nur auf Nebenbahnen mit sehr wenig Verkehr zulässig.

Daniel boosted

Seit gestern kam kein ganzer Prozentpunkt Wahlbeteiligung dazu, sehr traurig.
Damit ihr noch mal alle Kräfte bei der Hochschulwahl mobilisiert, hätte der @filmkreis da was für euch.

RT @filmkreis
Ihr studiert an der @TUDarmstadt
und habt noch nicht gewählt?
Dann haben wir was für euch!

(Alle anderen dürfen sich es natürlich auch angucken.)

Show thread

Und wer bezüglich der Wahl noch unentschlossen ist, der AStA hat dazu einen Studi-O-Mat zusammengeklickt, der euch hoffentlich bei der Wahlentscheidung etwas unterstützt. tuda-wahlen.de/studiomat/

Show thread

Heute um 12 Uhr wird das Onlineportal freigeschaltet für die Hochschulwahlen an der TU Darmstadt. Wer an der Uni eingeschrieben ist, denkt daran, zu wählen! www-cgi.hrz.tu-darmstadt.de/wa

Korrektur zur Bildbeschreibung, sollte heißen: Nach links oben geht es zum Bahnhof Potsdorf-Stephansroda.

Show thread

Falls noch Fragen sind oder der Wunsch nach mehr Bildern, gerne nachfragen. Ich kann auch gerne etwas zum Thema Störungsbetrieb sagen, auch wenn ich dort kein Experte bin (Störungen sind aktuell Vorlesungsstoff) und niemals so kompetent wie ein*e ausgebildete*r Fdl sein werde.

Show thread

Und das ist auch schon das Wichtigste zum Thema "Wie führt man eine sichere Zugfahrt von A nach B durch?". Es sei hier noch der Hinweis erlaubt, dass hier Technik von 1912 gezeigt wird. Moderne Gleisbildstellwerke (Relaistechnik) oder elektrische Stellwerke (quasi Computer) vereinfachen diese Schritte etwas, führen aber prinzipiell bis heute im Hintergrund weiter diese Schritte durch, nur das die Technik das alles auf einen Knopfdruck herunterreduziert.

Show thread

Dieser Rückblock funktioniert genauso wie der Vorblock. Nur wird hier das Feld nicht von Weiß nach Rot gekurbelt, sondern von Rot nach Weiß. Das Stellwerk weiß, dass die Strecke wieder frei ist. Solange der Block aber rot ist, ist das Signal Richtung Wilhelmstal im Stellwerk gesperrt, es kann nicht auf Fahrt gestellt werden. Fun Fact: Es kommt vor, dass nicht lange genug gekurbelt wird. Dann ist das Feld nicht komplett weiß oder rot, man hat eine Blockstörung.

Show thread

Durch das Kurbeln wird das Feld über dem Text rot wie im Bild zu sehen. Gleichzeitig erzeugen wir einen Strom, der zum Stellwerk Wilhelmstal geleitet wird. Dort gibt es auch einen Blockkasten mit einem Blockfeld "X von Franzensfeld - Endfeld" ähnlich dem Block ganz rechts auf dem Bild. Dieser Block in Wilhelmstal wird nun auch rot. Sobald der Zug in Wilhelmstal angekommen ist und die Strecke verlassen hat, kann der*die Fdl dort einen Rückblock durchführen.

Show thread

An dem Blockkasten seht ihr unter anderem auf dem zweiten Text von rechts den Text "A,B nach Wilhelmstal - Anfangsfeld". Dieser Streckenblock merkt sozusagen, ob die Strecke frei oder belegt ist. Schickt der*die Fdl von Franzensfeld einen Zug nach Wilhelmstal, muss nach der Auflösung der Fahrstraße der Streckenblock bedient werden ("vorblocken"). Dazu wird der Hebel über dem Text heruntergedrückt und etwa zehnmal stark gekurbelt (Kurbel ist im Bild leider rechts unten nur angeschnitten).

Show thread

Nun folgt eine weitere wichtige Sache: Das Stellwerk ist jetzt frei und der Zug auf der Strecke. Allerdings könnte wenn das alles wäre der*die Fdl in Franzensfeld direkt einen anderen Zug hinterher schicken. Stellt euch vor, der erste Zug bleibt auf der Strecke liegen. Der zweite Zug würde hier volle Kanne auffahren und es gäbe einen Unfall. Um das zu verhindern gibt es Streckenblöcke. Auf dem beiliegenden Bild seht ihr den Blockkasten von Franzensfeld.

Show thread
Show older
chaos.social

chaos.social – a Fediverse instance for & by the Chaos community