Wer sich 2022 noch über Normies ohne Maske aufgeregt, der muss doch die letzten 2 1/2 "Corona-Politik" verdrängt haben.

Woher sollen die Leute denn wissen was zu tun ist, wenn es ihnen niemand vorlebt? Der Staat yolot hier seit Jahren strategielos vor sich hin, die Medien widersprechen sich regelmäßig, Fakenews, Scams und Querdenker machen es schwer sich überhaupt zu informieren und wenn man nach links schaut wird jeder ohne Maske als egoistischer Idiot abgetan.

Nicht jede*r hat genug Zeit und Medienkompetenz um über halbwegs vertrauenswürdige Medien halbwegs informiert zu bleiben.

Woher sollen die Leute denn wissen wie man sich gut informiert? Ihr wisst vielleicht wie lange man scrollen muss bis einem Google mal ein halbes sinnvolles Ergebnis gibt, ihr klickt vielleicht nicht auf die nächstbeste Empfehlung auf YouTube die ein bisschen shady wirkt, ihr habt vielleicht sogar Adblocker und einen guten Sensor für Informationen.

Das sind Privilegien.

Wenn ihr mehr Rücksicht und Solidarität wünscht, fordert das in der Bildungspolitik anstatt das Budget in iPads für die Kids zu versenken.

Ohne bessere, zeitgemäßere Bildung und ein komplett überholtes Bildungssystem, das mehr ist als ein Ausbildungszentrum für die Wirtschaft, wird's auch keine bessere Gesellschaft geben.

Aber klar, man kann auch weiterhin allen ohne Maske Querdenker-Nähe oder schlicht Dummheit unterstellen.

Und vielleicht ist da auch was dran und zu große Ansammlungen von Menschen werden immer dazu neigen, uninformiert, ignorant und unsolidarisch zu sein, aber bevor wir das für gegeben akzeptieren sollten wir erstmal versuchen für bessere Bildung zu sorgen.

Das was wir hier gerade seit den 90ern Bildung nennen ist nämlich klassistischer, rassistischer und neoliberaler Bullshit.

Was denkt ihr warum Eltern mit etwas mehr Geld ihre Kinder lieber in die Hände von Montessori-/Waldorf-Schulen geben?

Ich weiß auch nicht wo ich ansetzen sollte um im großen was zu verändern. In die Politik will ich nicht, irgendwann müsste man da wohl doch bullshitten um weiter zu kommen.

Aber dieses ständige, ignorante shamen von Menschen und Gruppen aufgrund von Verhaltensfragmenten geht mir aus Richtung der linken schon länger auf die Nerven - und ich habe mich bestimmt auch mal mitreißen lassen.

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Vielleicht tun wir alle gut daran, unseren Fokus auf unser Freunde, Bekannte und ggfs. Familie zu lenken. Könnte mir vorstellen, dass da so einige in den letzten 2 Jahren abgerutscht sind und Hilfe gebrauchen könnten. Die kommenden Jahre werden für alle ohne großes finanzielles Polster sehr hart.

In unserem Umfeld können wir wenigstens noch was bewirken und dort zu helfen stärkt die Gemeinschaft anstatt weiter zu spalten und weiter nach unten zu treten.

Wir müssten nach 15 Jahren Internet im Mainstream echt besser wissen, dass Leute für Verhalten zu shamen nicht funktioniert.

Der Mechanismus ist tief in der christlichen Sozialisierung westlicher Gesellschaften verankert und gehört langsam mal ausgemerzt.

Beobachtet mal euer eigenes Verhalten, versucht herauszufinden wo ihr vielleicht ignorant seid und setzt da an, aber dieser "schon wieder bin ich der einzige mit Maske im Edeka"-Virtuesignalling-Circlejerk kann echt mal aufhören.

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