In welt.de/kultur/medien/article1 behauptet Gerhard Pfennig sinngemäss, dass die Plattformen nur mit einer handvoll Rechteverwertern Verträge abschliessen müssten um Artikel 13 zu genügen. Für Deutschland wären das wohl die folgenden: de.wikipedia.org/wiki/Verwertu

Stimmt das so?

Bieten diese Verwertungsgesellschaften dann eine API an, bei der die Plattform abfragen kann, ob ein hochgeladenes Werk von dieser Gesellschaft lizensiert werden kann, und zu welchen Gebühren? Falls nicht, wie soll dann eine Lizenz zustandekommen?

Muss eine in Deutschland ansässige Plattform nur Deutsche Verwertungsgesellschaften kontaktieren? Wenn nicht: Gibt es eine Liste von allen Europäischen oder weltweiten Verwertungsgesellschaften?

Ausserdem behauptet er, dass Blogs nicht unter Artikel 13 fallen, weil Ihr Hauptzweck nicht sei urheberrechtlich geschütztes Material öffentlich zugänglich zu machen. Das gleiche müsste ja auch für Foren gelten. Stimmt diese Einschätzung?

Weiterhin behauptet er, dass Nutzer dieser Plattformen ein zu Unrecht gelöschtes Werk innerhalb eines Tages wiederherstellen lassen können. Steht das wirklich im Gesetz? Wie soll eine Plattform das leisten?

@dirkjaeckel Urheberrechtlich geschützt sind ALLE Texte die nichttrivial sind (also auch dieser hier). Er wirft damit europäisches Urheberrecht mit altem US-Copyright durcheinander (bei letzterem musste man zu schützende Texte extra anmelden).

Also gilt das für alle Foren, Kommentarspalten - mit etwas Verbiegerei auch für Mailinglisten, Chats, Mastodon, ...

Haftbar sind alle Anbieter, außer denen, die Hardware vermieten. Also auch alle die vServer vermieten oder Webvisitenkarten.

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@vampirdaddy ich denke seine Argumentation ist folgendermaßen: Wer seine Werke nicht bei einer dieser Verwertungsgesellschaften anmeldet, der geht halt leer aus. Plattformen müssen seiner Meinung nach nur mit diesen Gesellschaften Lizenzvereinbarungen haben, um dem Gesetz zu genügen.
Die Frage ist: liegt er damit falsch?

@dirkjaeckel Ja - im Text wird nicht auf Verwertungsgesellschaften referenziert, sondern auf "rightholders" und "authors". Da ich an diesem Text beides bin ("author" und exklusiver "rightholder") müsste das chaos.social-Team unter Art.13 eine Lizensierung mit mir vereinbaren.
...und jede andere Plattform, auch, auf der irgendwer meinen Text kopieren *KÖNNTE*.

Konsolidierter Text der Direktive:
data.consilium.europa.eu/doc/d

@dirkjaeckel oh, witzig:

Art.13(4b)
"...for which the rightholders have provided the service providers with the relevant and necessary information..."

Heißt das, dass ich jetzt immer alle aktuellen Filme frei Haus bekomme weil ich für meinen selbstgeschraubten Video-Filter das Trainingsmaterial brauche? Natürlich in HD!
😜

@vampirdaddy Danke für Deine Ausführungen. Ist dir eine (autorisierte) deutsche Übersetzung dieser Direktive bekannt? Ich würde ja von mir behaupten des englischen mächtig zu sein, habe aber mit diesem Text so meine Schwierigkeiten. Noch mehr wegen der vielen internen und externen Verweise.

@dirkjaeckel Wenn die früh genug fertig (gewesen?) wäre, dann hätte die CDU die Abstimmung vorverlegen lassen.
Aktueller Stand der Übersetzungen:
eur-lex.europa.eu/legal-conten

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