Geschlechterquote für Parlamente als "Ideologie des Ständestaats" und "Weg autoritärer Unrechtsregime"? Mehr Demokratie e.V. (@Volksentscheid@twitter.com) streitet darüber gerade mit harten Bandagen (siehe Bild). Es läuft ein Mitgliederentscheid.

In der Sache trifft die Kritik ins Schwarze

@echo_pbreyer
Ich glaube das Bild wurde beim Upload runterskaliert oder so, denn ich kann hier nur "Brei" lesen :(

@echo_pbreyer
Das war auf dem Handy. Jetzt, auf dem Desktop, kann ich es lesen, auch wenn's schon noch etwas unscharf ist.

Dem Text an sich würd ich mich aber jedenfalls nicht anschließen. Wer mit solchen Kanonen gegen Geschlechterquoten schießt, ist mir supsekt.

Sicher kann so eine Quote auf mehr oder weniger sinnvolle Weise durchgesetzt werden, aber "identitär" ist sie per se auf keinen Fall.

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@Mr_Teatime Das ist ein Missverständnis, gemeint ist die auf Rousseau zurückgehende Identitätstheorie, die teilweise als totalitär kritisiert wird. de.wikipedia.org/wiki/Identit%

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@echo_pbreyer
Ahh, okay. Danke für den Hinweis. Das Argument lautet also (zugespitzt), dass die weibliche Bevölkerung im Parlament auch von Männern vertreten werden kann, weil ja auch LKW-Fahrer nicht nur von LKW-Fahrern vertreten werden können.

Nicht ganz falsch. Aber daraus kann man nicht schließen dass jede Ungleichverteilung automatisch ihre Richtigkeit hat. Leider wird der Text am Ende etwas polemisch, und ich habe keinen Kontext, ergo kann ich nicht sagen, ob er auch so gemeint ist.

@echo_pbreyer
Man könnte Quoten sicher auf sehr schädliche Weise umsetzen, und dann wäre die Kritik berechtigt.

Aber man könnte es auch so interpretieren: "Überlass das mal sich selbst, und wenn dann die Männer wieder dominieren ist das der Beweis, dass Frauen in der Tat nicht in die Politik gehören" -- und das wär völliger Unsinn, denn Sexismus sitzt tief, und er sitzt in fast allen Köpfen. Ohne gezielte Maßnahmen kommt er da so schnell nicht raus.

==> Hast Du mehr Infos zu den Vorschlägen?

@Mr_Teatime Die Forderung ist unklar, es wird nicht gesagt, welche Gesetzesänderungen zur Erhöhung des Frauenanteils gewollt sind.

Alternative ist beispielsweise die Auflösung der starren Listen, so dass Wähler/innen selbst nach Geschlecht wählen könnten (wenn das für sie wirklich wahlentscheidend ist, was bei den Wenigsten der Fall sein wird).

@echo_pbreyer
Wenn es noch keine konkreten Vorschläge gibt, würde ich das als Einladung verstehen, selber welche zu machen.

Geschlecht als Kriterium bei der Wahl einzuführen klingt wie eine sehr naive, beinah böswillige Interpretation des Zwecks, und würde Wähler zwingen entweder nach Geschlecht oder nach allen anderen Kriterien zu entscheiden -- wer kommt denn auf sowas?

Was spräche gegen eine Geschlechterquote für Kandidatenlisten?

@echo_pbreyer
...in Verbindung mit einer Direktwahl von Kandidaten natürlich.
Jede Partei stellt Kandidaten auf (mit Geschlechterquote), und die Wähler wählen die Personen, die sie ins Parlament schicken wollen.

Damit sind die Parteien gezwungen auch mal ernsthaft nachzudenken, welche weiblichen Kandidaten in Frage kommen, aber niemand muss sich zwischen politischer Vorliebe und Geschlecht entscheiden (im Ernst, wie bescheuert wär das denn?)

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