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Spiegel Daily schreibt:

"Hessischer Polizist gibt Infos an Neonazi weiter - Einzelfall oder System?"

Diese Art, sich einem Problem zu nähern, von dem man qua Privileg nicht betroffen ist, ist einer der Gründe, warum solche Phänomene nicht die notwendige Würdigung erhalten.

Das Fragezeichen entbindet in gewisser Weise davon, sich tiefgreifend mit einem Thema befassen zu müssen. Kennt man ja auch bei anderen Artikeln vornehmlich aus der Boulevardpresse. Besonders deutlich fällt mir das aber bei Debatten um und andere Ismen auf.

Ganz aktuelles Beispiel: In der Debatte um den Begriff "Schwarzfahren" fragt die BZ in ihrem äußerst dünnen Artikel: "Ist der Begriff rassistisch?"

Alljährlich wird in den Niederlanden um den Zwarten Piet gestritten. 2016 fragte Deutschlandfunk: "Rassismus oder Tradition?"

Anderers Beispiel: Zu Weihnachten fragt der Stern:

"Ist das Rassismus? Schiedsrichter zwingt Ringer, seine Dreadlocks abzuschneiden"

So eine Frage kann eigentlich nur von jemanden kommen, der oder die nie (selbst) erlebt hat, wie schwarze Körper politisiert werden.

Ich könnte noch zig andere Beispiele nennen und direkt mit dem Begriff "Vorwurf" – z.B. in "Rassismusvorwurf" – weitermachen, wo Medien eigentlich "Rassistischer Vorfall" schreiben müssten. Aber ich denke, es ist klar, was ich meine. ¯\_(ツ)_/¯

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