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Gibt es hier Leute, die ab und zu Vorträge bei Veranstaltungen halten und dafür bezahlt werden? Also nicht als regelmäßiger Job (wie Dozent*in an ner Uni/VHS/etc.) sondern halt mit einmaligem Honorar von den jeweiligen Veranstalter*innen?

Ich sehe auf mich zu kommen, dass ich sowas demnächst öfter machen werde, und finde keine vernünftige Info dazu, wie ich das ggf.versteuern müsste und ob ich dazu vorher eine freiberufliche Tätigkeit anmelden sollte.

Wer hat Erfahrung damit?

Ich möchte diesen Post grade dringend nochmal pushen und darum bitten, dass mir nur Leute antworten, die tatsächlich in der gleichen Situation sind/waren und nicht nur Halbwissen nach Hörensagen haben... ich war grade beim Finanzamt und die Beratung dort war ziemlich nutzlos :( Aber es kann ja nicht sein dass ich die einzige bin, der es so geht.

@flauschzelle Ich halte zwar keine Vorträge, mache aber Texte und Lektorat.

Anmeldung beim Finanzamt ging bei mir IIRC ziemlich schnell. Ich glaube, es gab da ein Formular, das sie mir auf formlose Anfrage zugeschickt haben.
Es *kann* sinnvoll sein, die Kleinunternehmerregelung zu nutzen, das kann Bürokratie sparen und du musst auf der Rechnung keine Umsatzsteuer ausweisen. Umsatzsteuererklärung muss eins dann zwar immer noch einmal jährlich machen, aber das sind ca. drei Zeilen.

@draco Umsatzsteuererklärung muss ich sowieso für meinen Hauptberuf (Schneiderei) machen, dafür hab ich auch ein Gewerbe und so...

Aber die Vorträge haben halt nichts mit der Schneiderei zu tun, ich mache Aufklärung über Asexualität :) Und ich hoffe, dass ich dafür nicht noch ein weiteres Gewerbe anmelden muss, sondern das zumindest als freiberuflich zählt... ist das dann nicht eh umsatzsteuerfrei?

@flauschzelle Ich würde annehmen, das ist dann freiberufliche Tätigkeit, aber im Zweifel würde ich beim Finanzamt nachfragen.

Umsatzsteuerfrei ist freiberufliche Tätigkeit nicht per se. Es gibt aber eine Handvoll Fälle, die in §19UStG aufgeführt sind, darunter die Kleinunternehmer-Eigenschaft.

@flauschzelle Der Rest der Steuer ist ein zusätzliches Formular zur Einkommenssteuererklärung (Anlage EÜR - kurz für Einnahmenüberschussrechnung). Falls du keinen Dienstwagen o.ä. steuerlich geltend machen willst oder verzwickte Abschreibungen ansetzen willst, ist die auch zu schaffen.

Falls Du keinen anderen Job hast und/oder studierst, könnte noch Krankenkasse ein Thema sein bzw. (da kommt es aufs Thema der Vorträge an) Künstlersozialkasse.

@draco
Ich habe zwei andere Jobs, UND studiere :) aber halt alles in Teilzeit :D

@flauschzelle
ich mach das neben einer normalen Anstellung, bei der Steuererklärung gibts dafür ein Formular für Nebenverdienst bis 17.000 €.

@irgendwiejuna
Musstest du das vorher beim Finanzamt anmelden oder geht das einfach rückwirkend? Und wie heißt dieses Formular?

@flauschzelle Nichts anmelden, kein Gewerbeschein oder sonstwas, ist einfach nur Zuverdienst. Ich glaube, das ist Anhang 2irgendwas. Hab ich jetzt leider nicht im Kopf. Aber ist ganz normal mit der normalen Steuererklärung zum Jahresende.

@flauschzelle besser ist es, ein freiberufliches Unternehmen beim Finanzamt anzumelden (lass dir ja nix einreden von wegen Gewerbe!) Wenn du unter ca 17.000 pro Jahr bleibst, musst du hast eh keine Steuern zahlen, aber wenn das Finanzamt Bescheid weiß, bist du auf der sicheren Seite.

*Insert obligatory I'm not a lawyer here*

@flauschzelle @irgendwiejuna hat Recht. Du musst Dir damit keinen Stress machen, es wird einfach versteuert. Allerdings gibt es auch die Möglichkeit, je nach Veranstalter, dies über eine Pauschale ehrenamtlicher Tätigkeit. Dann bekommst Du also quasi kein Honorar, sondern sowas wie eine Aufwandsentschädigung. Dann greift (hier in Bayern) ein Steuerfreibetrag so um die € 2400something. Viele Veranstalter haben dazu bereits entsprechende Formulare.

@flauschzelle ja ich mach das seit mehreren Jahren freiberuflich neben regulärem Job. Frag gerne :)

@flauschzelle Im künstlerischen Bereich (z.B. Theaterworkshops) gibt es die sogenannte Übungsleiter*innenpauschale. Darüber lassen sich bis zu einem recht geringen Freibetrag Sachen abrechnen, ohne eine freiberufliche Tätigkeit anmelden zu müssen. Ob und wie das dann in die Steuererklärung muss und ob das auch zur Verpflichtung führt überhaupt eine Steuererklärung machen zu müssen, weiß ich nicht.

[...]

@flauschzelle
Wenn das Interessant für dich ist, hilft die Suchmaschine deines Vertrauens bestimmt weiter. Bei mir war auch der Finanzamtsmitarbeiter am Telefon sehr hilfsbereit.

Ich hab mittlerweile eine freiberufliche Tätigkeit angemeldet, mit Inanspruchnahme der Kleinunternehmer*innenregelung, also so, dass die Umsatzsteuer nicht beachtet wird.

Einziger Nachteil, den ich dadurch habe, ist, dass ich nun verpflichtet bin eine Steuererklärung zu machen.

@dwagenk @flauschzelle Afaik ist die Übungsleiterpauschale nur eine Steuerbefreiung. Die Leistungen müssen ja trotzdem korrekt abgerechnet werden. Imho gehört das zu den "Einkünften aus selbständiger Arbeit", die entsprechend in der Steuererklärung angegeben werden müssen.

@flauschzelle @Cheatha Werd Genossin in der „Werkkooperative Technikfreundinnen“ (Hacker Genossenschaft) HackerGeno@chaos.social - Die stellt dann die Rechnungen für dich.

@Displayfreak @flauschzelle Rechnungen und Steuerfragen sind zwei verschiedene paar Schuhe.

@flauschzelle Freiberufliche Tätigkeit ist hier die Wahl. Wenn es zwei oder mehr Kunden sind, gibt es keine Scheinselbständigkeit. Krankenkasse bekommt Sozialleistungen ca. knapp 20 Prozent vom Gewinn. Steuern kommt darauf an, was der Hauptberuf her gibt. Ich bin deutlich unter 17500€ im Jahr, daher gibt es keine ausgewiesene Steuer auf meiner Rechnung.

@flauschzelle Anmelden musst du nichts. Steuerlich sind das Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit. Lehrleistungen, die du für HS und Unis erbringt, sind in der Regel von der Mehrwertsteuer befreit.

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