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Was ist eure These, warum DRM bei Video noch nicht gefallen ist?
Bei Musik war der Markt auf DLs konzentriert. Es ging um Portabilität und Microsofts DRM auf WMA war ein Krampf. Bei iPods ist das DRM dank gutem iTunes-Managment nicht aufgefallen. Aber nicht jeder hat einen iPod oder ein iPhone kaufen wollen.
Video kam eigentlich erst mit den 2010ern als legaler DL auf. Verbreitung über proprietäre Plattformen wie Apple TV und später 'eingebautes' Netflix. DRM intrinsisch speziell bei Streaming.

Wahrscheinlich kann man sagen: Video-DLs haben sich nie groß verbreitet. Es kamen gleich die Streaming-Dienste, die alle Inhalte auch nicht trennbar von ihrer Plattform dargestellt haben. Zugriff auf Dateien war nie gegeben, daher auch kein Frust über mangelnde Portabilität – Netflix-Inhalte funktionieren nur in der Software von Netflix.

Der Trick ist also das vermittelte Denkmodell: Nicht Filme laufen auf deinem Mediaplayer mit Display, sondern darauf laufen Netflix, Prime und iTunes. Der Zugang zu Inhalten wird so gespinnt, dass er natürlicherweise von Plattformanbietern abhängt. Mit Dateien jonglieren nur noch die Geeks, der Rest hat das Geschäftsmodell gefressen.

Netflix hat mal erklärt, sie müssen DRM wegen den Auflagen ihrer Lizenzgeber einsetzen. Speziell Linux-Anwender haben sich jahrelang beschwert (heute läuft es dort übrigens auch bloß in 720p). NF solle doch wenigstens die eigenen Produktionen DRM-frei verbreiten. In einem AMA auf Reddit zeigten die Netflixer sich dafür offen, meinten auch, es gäbe viel Sympathie für Linux im Unternehmen, aber diese Unterscheidung zwischen Eigenproduktion und lizenziert habe halt keine Priorität.War vor 4 Jahren.

Es gäbe technisch absolut keinen Grund, weshalb ich nicht Stranger Things in 4K unter Linux mit Netflix 'streamen' können sollte. Oder eine der drölftausend anderen Eigenproduktionen, die zunehend mehr die Lizenzware ablösen. … Aber da zu unterscheiden hat halt "keine Priorität" bei Netflix.

@frumble Es fällt halt nicht auf, DRM bei Musik kommt ja auch wieder (Dienste wie Spotify nutzen die gleichen Browser-APIs für DRM wie Netflix)
@frumble Man siehe auch wie umfassend DRM mittlerweile bei so Sachen wie Bluray ist, die gesamte Abspielkette (Lesegerät, Anzeigegeräte, etc) hat irgendwelche Formen von DRM (HDCP und sowas)

@elomatreb Kopierschutz auf physischen Medien ist bedauerlich, aber auch nichts Neues, gab es quasi schon immer. Mittlerweile kann man ja auch die UHD-BDs verlustfrei rippen.

@frumble Gab es schon immer, aber Analog Loophole war ja doch immer eine letzte Zuflucht. UHD-BD-Ripping ist ein ganz schöner Krampf, wenn man eine bestimmte Serie an Laufwerk finden muss in der die DRM-Implementation kaputt ist (wohingegen DVDCSS knacken mit jedem DVD-Laufwerk ging)

@frumble Sind 4k-Streams bei Netflix nicht auch noch Intel-exklusiv?

@frumble
Ich behaupte auch pauschal: Video DL war schon da, aber immer illegal oder in Form von onlinetvrecorder/savetv. Die Leute die dort waren, sind meist auch dort geblieben und scheren sich wenig um Streaming, _solange_ da DRM drauf ist.

@RobinSohn OTR hab ich auch seit 2005 im bezahlten Einsatz und schätze es. Aber das war immer so hässlich und kompliziert, dass nur die Geeks sich damit auseinandergesetzt haben. Einem Normalo ist doch die Funktionsweise von OTR gar nicht zu vermitteln.

@frumble
Genau, aber die Randgruppe, die damit aufgewachsen ist (bei mir etwa genauso lang wie bei Dir), weiß DL als Format mitsamt der Freiheit zu schätzen. Spricht für Deine Theorie.

@frumble Ich sehe den DRM nicht nur bei Videos, sondern auch sehr lange schon bei Spielen (Steam) und mit Spotify wieder bei Musik im Kommen.

Meiner Ansicht nach kommen Firmen damit durch, weil sie:

a) Nutzer_innen durch den DRM immer in ihrem eigenen(!) Ökosystem gefangen halten,
b) Bequemlichkeit als Wirtschaftsfaktor erkannt haben und damit den Opportunismus in vielen Menschen ausnutzen und
c) Nutzer_innen möglichst an keiner Stelle über die Abhängigkeit in Verbindung mit dem DRM aufklären.

@frumble Vermutung: Musik besaß man zuvor deutlich häufiger als Filme oder Serien. Musik kaufte man (CD), Filme lieh man (Videothek). Filme und Serien an Orten zu finden (oder nicht zu finden), zu den Bedingungen dieser Orte, ist deshalb gesellschaftlich Usus und DRM ebenso seit Jahrzehnten gewohnt und präsent (im Gegensatz zu Musik-DRM).

@frumble Netflix ist auch ein bisschen wie ein TV-Sender und da sind wir ja bereits seit Jahrzehnten drauf geeicht worden: Film XYZ läuft auf ABC. Und alles Schlimme muss man dann ertragen und auch das sind wir gewohnt (Werbung, irgendwelche CI-Karten, Aufnahmeschutz). Ich glaube auch, dass das gar nichts mit DRM und Computern zu tun hat: Im Filmbereich war das schlicht schon immer so und aus Konsumentensicht (Filme sieht man weniger häufig als man Musik hört) ist der Schmerz klein genug.

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