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Sich im Chaos unbeliebt zu machen, ist sehr leicht.

Man könnte z.B. fragen, wie viel Mikroplastik so ein 3D-Drucker emittiert.

Oder wie viel Abfall Sticker erzeugen.

Warum wir auf dem CCCamp Dieselgeneratoren verwendet haben, statt den Prototyp einer Wasserstoff-Brennstoffzelle vom gleichen Hersteller, ist auch eine dieser Fragen.

Es gibt aber keinen Grund, sich schlecht zu fühlen.

Der Klimawandel ist eine Gelegenheit, mit der Genialität der Ingenieurkunst bisher ungekannte Pionierleistungen zu vollbringen und so die Erde zu retten. In Deutschland wird diese Chance großflächig vergeigt, nicht nur im Chaos

Allerdings wohnen in Deutschland ja auch nur Maschinenbauer. Die müssen bekanntermaßen fossil betrieben werden.

Wer in der Vergangenheit gehofft hat, das ein rohstoffarmes Land früh gelernt hat, wie es sich unabhängig mit Energie versorgt, wurde mit Atomkraft enttäuscht. 🤷‍♂️ /End

@herzmut Hier liegt doch genau der Punkt und es gibt sicher viele in der Community die sich mit diesen Themen auf kreative Weise auseinandersetzen. Nicht umsonst startete letztes Jahr z.B.

@herzmut Leistungsabgabe, Platz und Menge der verfügbaren Kabel sind die großen Constraints da.

@herzmut Damit machst du dich nicht unbeliebt. Ich glaube nicht das da Dieselgeneratoren standen weil jemand Diesel einfach geil findet.
Es gibt viele Interessen bei so einem großen Event u.a. haben viele Teilnehmer*innen Interesse an bezahlbaren Tickets. Ich glaube nicht, dass das mit Prototyp-Brennstoffzellen im Rahmen geblieben wäre.
Natürlich wäre es cool so was zu haben, die Lösungen müssen halt auch praktikabel sein.

@herzmut Die Alternative wäre das Camp nicht (oder in stark andere Form und Atmosphäre, ohne so hohen Strombedarf) stattfinden zu lassen.

@herzmut und wieviel Mikroplastik emittiert so ein 3D-Drucker?

@herzmut Oder wie viel schlimmer die Umweltbilanz von dezentralen Systemen gegenüber zentralisierten ist.

Oder das hobbymäßiges Elektronikbasteln umwelttechnisch quasi nicht mehr verantwortbar ist.

@sebastian
Da kommt es wie immer ganz drauf an ... Elektronikbasteln, um defekte Dinge zu reparieren statt neue zu kaufen, oder Teile kaufen, verbasteln, wegwerfen?

Jeder Satz in der Form "XY wird uns auch nicht retten" ist automatisch wahr -- und nutzlos, weil banal. Nichts einzelnes wird uns retten.

Das gilt auch für "persönliches Verhalten" vs. "Gesetze" vs. "Technik" ebenso -- wir brauchen alle drei, denn sie beeinflussen und bedingen sich gegenseitig. Auch das ist banal.

@herzmut

@Mr_Teatime
No shit. Aber nicht mein Punkt.

Änderung von Verhalten wird in dieser Debatte immer automatisch mit Verzicht gleichgesetzt. In der Hacker-Community hieße das: Alles wir nur tun 'because we can' oder 'weil es Spaß macht' kann erst mal weg.

Idealerweise auch keine Großevents mehr zu denen Leute anreisen müssen.

'Hört auf Spaß zu haben' ist halt kein Argument mit dem man in der Debatte weiter kommt. Ich vermisse da ein wenig das kreative Aufzeigen von Alternativen.

@Mr_Teatime Technisch gesehen ist das Beste für meinen persönlichen Umwelt-Impact passieren kann, wenn mich morgens auf dem Rad mal ein LKW-Fahrer übersieht.

Macht halt nur auch kein Spaß die Lösung.

@sebastian
technisch gesehen noch besser: der LKW weicht aus, fährt vor'n Baum (Fahrer überlebt), Spedition geht pleite und Kunden steigen auf Frachtzüge um.

....dennoch gibt es sicher effektiveren Umweltschutz, als sich in Hoffnung auf so ein Szenario vor Laster zu werfen.

@sebastian
Ja, hast Recht. Im Grunde kann gerade die Hacker-Community einiges beitragen, indem sie gute Ideen produziert. Aus weniger mehr zu machen, ist ja irgendwie auch eins der Leitmotive.
Es ist aber vermutlich trotzdem nicht schlecht, wenn man hin und wieder reflektiert und Umweltschutz mehr Priorität einräumt. Wir müssen nicht gleich zu Asketen werden, aber ohne Kursanpassung wird es hart.

@Mr_Teatime Problem ist halt das an vielen Stellen einfach die Alternative fehlt.

Beispiel: Ich hab gerade ein cooles Projekt in der Mache für das ich eine größere Menge Platinen brauche.

- Option A: In China bestellen. Kostet mich 50€ mit den damit verbundenen Umweltbelastungen (Transport und Chemie bei der Fertigung)

- Option B: In Deutschland bestellen. Kostet mich 250€. Dafür weniger Umweltbelastung.

- Option C: Einfach sein lassen. Kostet 0 und hat keinerlei Umweltbelastung.

@Mr_Teatime Da 250€ etwas das Bastelbudget sprengt ist wohl C die einzige Alternative.

Und das ist halt der Punkt: Wenn man dem was tut außer 'Spaß' keinen Wert zuweisen kann gewinnt bei objektiver Argumentation immer die Verzichts-Option.
Und selbst wenn da ein Wert wäre wird es meist schwer den gegen den verursachten Schaden abzuwägen.

@sebastian
Es gibt irgendwo in Indien eine Gruppe buddhistischer Mönche, die immer einen Besen dabei haben, damit sie nicht versehentlich auf Insekten treten ... aber dieses Maß an Umsicht kann man nicht von anderen verlangen.

Die Grundstoffe für die Platinen sind vermutlich eh schon um die halbe Welt geschippert, und viel Zeug fliegt auch nicht sondern geht per Schiff.

==> Verdammt geringe Auswirkungen verglichen mit anderen Menschen.
Außerdem: Spielen ist Lernen, Lernen ist gut.

@herzmut Mikromanegement und Selbstoptimierung lösen unser Problem halt auch nicht so wirklich...

@raketenlurch Die Frage, was andere tun können, ist immer leichter zu beantworten als die Frage, was wir tun können.

Die Frage, was wir tun können, ist aber die wichtigere, weil wir direkten Einfluss darauf haben.

Und dass wir Einfluss darauf haben, ist auch der Grund, wieso uns die Antwort so schwerfällt.

@herzmut Es ist halt aber nicht die alleinige Lösung. Das wird bei solchen Aussagen mMn viel zu häufig vergessen.

@raketenlurch Dass das persönliche Konsumverhalten den winzigsten Effekt hat, ist wohl jedem klar. Bei 7 Mia. Menschen ist das schon ein ziemlicher Haufen an winzigsten Effekten. So etwa 100% der benötigten Veränderung. Viel zu wenig! Das kann nicht die alleinige Lösung sein.

Man steht auf einem schwachen Standpunkt, wenn man selbst nicht bereit ist, etwas zu tun und die Verantwortung nur auf der anderen Seite sieht.

@herzmut Die meisten benutzen in ihren "3D-Druckern" Filament aus PLA. Das wird aus Maisstärke hergestellt und ist biologisch abbaubar. Es enthält außerdem keine giftigen Weichmacher, weshalb es auch in der Medizintechnik gern eingesetzt wird.
Natürlich sind keine Kunststoffe immer besser als jeder x-beliebige.
Von der Klimabilanz ist aber zB eine "gedruckte" Steckeraufnahme auf jeden Fall besser als eine aus vollem Aluminium gefräste.
Naja, und bei Aufklebern hängt es sehr stark vom verwendeten Material ab. Haftpapier ist wohl relativ unproblematisch, manche Druckereien verwenden auch vegane Klebstoffe.

@herzmut
Wieviel Mikroplastik kommt denn aus einem 3D-Drucker?
Und was sind die Partikelgrößen, verglichen z.B. mit Fleece-Jacken-Fasern?

...das soll kein Widerspruch sein, aber ich lese hier zum ersten Mal davon (vermutlich meine Schuld...)

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