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Erinnert sich noch jemand an meinen entsetzten Aufschrei im Juli, dass 85 % der Studierenden bei den Prüfungsvorleistungen Plagiate abgegeben haben?! Gerade liegt hier ein Stapel von Klausuren des gleichen Jahrgangs aus dem zweiten Prüfungszeitraums vor mir. 39 % (!) sind klare Täuschungsversuche und gehen jetzt an den Prüfungsausschuss. Ich mache den Job jetzt seit über zehn Jahren. Das Ausmaß ist für mich eine völlig neue Größenordnung. Sowas macht echt traurig.

Hier zwei Beispiele mit den Entschuldigungen. Bei wirklich allen, die ich hier auf dem Tisch habe, wurde bspw. auch "/n" statt "\n" für den Zeilenumbruch verwendet.

Das 'viel geschrieben' bezieht sich natürlich auf den Erläuterungsteil. Nicht auf den Quelltext ;)

Die Studierenden können sich hier auch nicht damit rausreden, dass sie gemeinsam gelernt hätten. Diese Aufgabe habe ich noch nie in einer Klausur oder Übung verwendet. Bei anderen Aufgaben hätte das sein können, dass sie die aus Altklausuren haben und dann die (vermeintlichen) Lösungen dazu auswendig lernen. (was auch Quatsch ist, da ich nie 100% die gleichen Aufgaben nehme. Da ändern sich dann z.B. Grenzen und Bedingungen etc.)

@humpaaa Woran macht man bei einer Klausur klare Täuschungsversuche fest? :)

@esureL z.B. exakt identische Fehler. Wenn man bei einer Programmieraufgabe bei 40% absolut identischen Quellcode sieht, dann kann man schon mal stutzig werden. Wort für Wort die gleichen Erläuterungen zu der Aufgabe. Einige haben sich sogar dazu hinreißen lassen, sich zu entschuldigen, dass sie 'so viel' geschrieben haben. Selbst das im identischen Wortlaut. Quelltext auch identisch formatiert. (ok, ist bei PEP8 nicht unbedingt selten, aber das war nicht PEP8) Identische Variablen-Namen etc

@esureL Es gab während der Klausur im letzten Drittel auch ein Gerenne, dass plötzlich ganz viele noch zur Toilette mussten. Ich notiere mir grundsätzlich, wer von wann bis wann auf Toilette geht. Die Liste ist mit den Leuten auch weitestgehend identisch, deren Klausuren ich hier habe.

@humpaaa @esureL interessant wäre jetzt... wer war der Erste? Der müsste das ja deponiert haben... den würde ich mal fragen, ob er sich das wenigstens gut bezahlen lassen hat...

@humpaaa Die scheinen ja alle echt helle zu sein, wenn die nicht mal das Offensichtlichste (Variablennamen? ANMERKUNGEN?!) verschleiern ...

Das hab ich schon in der Grundschule(!) begriffen. Wenn ich in Englisch jemanden abschreiben ließ, dann niemals die Freitextaufgaben (höchstenst geflüsterte Formulierungshilfen), sondern nur so Grammatik- und Vokalkram.

Dass man da mal gleiche Fehler macht, ist ja einigermaßen glaubwürdig. :)

@humpaaa Das klingt auch ein klein wenig dumm. Mit ein bisschen Mühe hätte man das auch weniger auffällig machen können...

Bin auf die Fortsetzung gespannt.

@esureL

@humpaaa Jupp, kann ich mich dran erinnern. Warst da 'leicht' angefressen..
Jetzt fehlt nur noch, das die jetzigen im Juli auch schon dabei waren. Dann hätten die a) nichts dazugelernt und b) nichts begriffen.

@querdenker natürlich. Das sind die gleichen. Absolut nichts begriffen. Und immer noch dreist. Und immer noch hält man mich offensichtlich für blöd.

@humpaaa Na super... Was passiert im PA? Gibt's nur ein 'Dududu das darfst du nicht?' - oder hat das ernsthafte Konsequenzen? Weil - das ist jetzt das 2. Mal - und du hattest die beim erstem Mal schon angezählt.

@querdenker Ich sag es mal so. Im Idealfall bedeutet das ein Nicht-Bestanden wegen Täuschungsversuch. Für mehrere bedeutet das dann auch das Aus im Studium, da das ihr letzter Versuch war. Für sie bedeutet es dann auch, dass sie kein Studium mehr aufnehmen können, in denen Informatik Bestandteil ist. Ich weiß nicht, wie hoch der PA das eskaliert. Aktiv werden muss er auf jeden Fall. Und es bedeutet leider wieder viel Arbeit für alle Beteiligten (also nicht die Studierenden)

@humpaaa Na klassisch - dann bekommt man durch diese Spezialisten auch noch Mehrarbeit - die unnötig wäre...
Aber sorry - wie blöde muss man sein wenn man weiß das es der letzte Versuch ist, man neulich schonmal erwischt worden ist, das Studium (und damit eig. auch ein Teil der beruflichen Zukunft) erledigt hat - dann *nochmal* so'ne Nummer abziehen?
Und dann wird nachher noch erzählt der Prüfer / die Uni sei schuld...

@humpaaa ab wann wird eigentlich programmieren auf totem Baum verboten?

@sqozz Dann, wenn man Wahlcomputer überall eingeführt hat und alle aber auch wirklich alle der Meinung sind, dass computergestützte Wahlen eine super Sache und absolut vertrauenswürdig sind. Gleiche Schwierigkeiten gelten nämlich auch bei Prüfungen.

@humpaaa @sqozz tun sie? zumindest die Zurückverfolgbarkeit der Abgaben ist ja wohl schon mal einfacher bei Klausuren (die Uni darf ja nicht nur, sie muss wissen, von wem welche Abgabe kommt).

@humpaaa ok das ist ja offensichtlich abgeschrieben/nsorry das ich soviel geschrieben habe

@humpaaa uff.

Ganz davon abgesehen: Coding Assignments auf Papier sind nicht so ganz 2019.

@morre Wie gut, dass Du meine Prüfungen zu kennen scheinst, um das beurteilen zu können. Abgesehen davon: Wie sollte man das sonst machen?! Computer? smartphone? Vielleicht direkt noch mit Zugang zu Github und stackoverflow?

@humpaaa Patchkabel abziehen hilft. Hat meine Info-Lehrerin schon vor 15 Jahren gemacht.

Muss die IT der (Hoch-)Schule natürlich hergeben.

@morre Und hast Du mal einen Raum für mehrere hundert Studierende, wo Klausuren geschrieben können?! Das ist kein Informatik-Grundkurs an einer weiterführenden Schule. Und wie sieht das mit USB-Sticks aus? Und der Betreuung und Wartung von den Rechnern? Und der Sicherstellung, dass auch alle Computer funktionieren.

@morre abgesehen davon: Um einen Algorithmus für ein gestelltes Problem zu entwickeln braucht es Hirn und keinen Computer. Hier geht es um Gedankengänge. Nicht um Try & Error.

@humpaaa Korrekt, aber wenn es um Algorithmisches Lösen von Problemen geht ist auf Papier Coden imho trotzdem nicht sinnvoll.

Pseudocode ist da vollkommen ausreichend, ob das nämlich ein Forward oder Backward slash ist lese ich im Zweifelsfall in der Spec der Sprache nach, die ich nutze.

@morre '\n' ist a) kein 'Spec der Sprache', sondern ein Steuerzeichen. Und wie die zu escapen sind, hat man in der Informatik zu wissen! Sowas ist völlig unabhängig von einer Sprache. Abgesehen davon: Funfact: Die Klausuraufgabe hat gar keine Vorgabe für eine Sprache gemacht. Es geht auch nicht um voll funktionsfähigen Code und klitzekleine Spezifikationen von Sprachen, sondern um das Verständnis für Algorithmen. Daher gibt es auch den Teil der Erläuterungen des Codes, den sie schreiben.

@humpaaa Uuuuffffff /o\. Ein paar Plagiate haben wir bei Hausaufgaben auch immer dabei. Der Kollege holt sich die Gruppen dann ins Büro und fragt, ob sie ihn verarschen wollen (benutzt dabei aber andere Worte mit ähnlichem Effekt).

@snaums bei den Prüfungsvorleistungen habe ich ehrlich gesagt genau diese Worte verwendet. ;)

@humpaaa Ich habe über gleiche Fehler und gleiche Namenskonventionen auch schon in Klausuren genug Täuschungsversuche gefunden. Die Studenten, die das nötig haben wissen halt nicht was sie da abschreiben (Bspw. Frei-wählbarer Name oder fester Datentyp)

@humpaaa Ich kann Deinen Schmerz nachvollziehen, bin bei sowas auch immer traurig. Mensch mag doch sein Fach, deswegen kam mensch da auch soweit. Wenn andere das nicht lieben (=den Arsch aufreißen, um es trotz Schwierigkeiten zu verstehen), dann trifft mich das irgendwie.

@humpaaa Und da sag noch einer, Politiker wären heute kein Vorbild mehr.

@juh gab es bei der AfD eigentlich schon 'ne ordentliche Plagiatsaffäre oder ist das das Alleinstellungsmerkmal, wodurch sie sich bisher von den 'Altparteien' abheben?

@humpaaa Krass, wie stumpf die Versuche sind 😮
ich hab in der Schule auch mal abgeschrieben, aber nicht sooo blöd...

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