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Sagt mal: Wo in Deutschland wird eigentlich überall Freie Software entwickelt?

@joliyea Überall!

Ich lebe ja halb in Hamburg, halb im Vogtland. Sowohl in der hippen Großstadt wie auch im finsteren Wald, hinter den sieben Bergen wird entwickelt.

@joliyea
Wie meinst du "wo"? Überall wo Leute Bock drauf haben halt!

@musicmatze @joliyea Ich würde auch sagen: überall. Hast Du mehr Hintergrund zu der Frage?

Einie Firmen der OSBA machen mehr OpenCore als Freie Software, aber andere wieder ausschließlich Freie Software, wie die bereits genannte Intevation. Dazu wird auch bei Siemens FS entwickelt und anderen Firmen bei denen man es weniger vermutet.

Und es gibt unzählige Firmen, die FS nutzen und engagierten Mitarbeitern schriftlich erlauben ihre Patches upstream zu schicken um Wartungskosten zu sparen.

@guido @musicmatze Genau das finde ich spannend. Ich selbst bin keine Software-Entwicklerin, aber große Verfechterin von Freier Software – und mich nervt dieser Irrglaube vieler Menschen in meiner Umgebung, Freie Software werde nur von Hobby-Programmierern entwickelt und sei deshalb unbrauchbar. Mir ist klar, dass hier in Deutschland unglaublich viel passiert – aber ich fände spannend zu erfahren, wo genau und wie das passiert. Damit ich das besser verstehe und es dann auch besser erklären kann.

@datenteiler

Was macht für Dich den Unterschied aus? Letztlich geht es um die Rechte/Freiheiten, die die Lizenz gewährt.

fsfe.org/freesoftware/basics/c

@joliyea @musicmatze

@datenteiler

Ich bin verwirrt. Hast Du den Text auf den ich verwies gelesen?

fsfe.org/freesoftware/basics/c

Ist z.B. Blender für Dich FS oder OS? Es ist in Trisquel enthalten, muss also FS sein. Blender.org sagt OS. Welchen Nutzen bringt diese Unterscheidung/Abgrenzung für @joliyea in diesem Thread?

@guido
Die Frage war, wo wird in D Freie Software entwickelt. Ich kenne eine Firma, die entwickelt ein Werbetrackerdings, der Open Source ist. Denen geht es nicht um die Freiheit der Entwickelnden und Nutzenden, sondern rein um das Lizenzmodell und ihre Vorteile, um Daten der Nutzenden effektiv abzugreifen. Sie entwickeln keine Freie Software, genausowenig wie Google, Facebook etc. denen es nur darum geht, ihre Nutzer*innen in proprietäre Dienste zu sperren.
@joliyea

@datenteiler Danke, die Erläuterung hilft mir beim einordnen. Allerdings sehe ich keinen Bezug zur leidigen FS vs. OS Kontroverse, die schon so viel Resourcen gekostet hat.

Freie Software ist kein Garant für Freiheit, nur ein nötiger Baustein, den viele noch nicht auf dem Schirm haben.

@joliyea

@guido Ich stimme dir zu, dass Freie Software kein Garant für Freiheit und Demokratisierung ist, sondern ein notwendiger Baustein. Freie Software ist mehr als Open Source, weil es eben auch ein politischer Begriff ist: Software ist kein Selbstzweck, sondern Mittel von Menschen, deren Freiheit das Recht als Selbstzweck, also nicht als bloßes Mittel zu einem anderen Zweck behandelt zu werden, berücksichtigen muss. Daher finde ich die Unterscheidung so wichtig.
@joliyea

@joliyea

Verstehe. Bei manchen Projekten trifft das Hobby-Entwickler Klischee ja zu. Aber längst nicht immer und es muss auch nicht dabei bleiben.

Vielleicht hilft noch dieser #LWN Artikel: lwn.net/Articles/775440/ Dort gibt es eine Liste der "most active employers". Im Ganzen sollen es 223 Unternehmen für diese Kernelversion gewesen sein.

Aber Andere Projekte werden auch professionell entwickelt, nextcloud z.B. oder sieh mal bei @fossjobs nach für weitere Beispiele.

@musicmatze

@joliyea @guido Allein die Aussagen "Hobby-Programmierer, also unbrauchbar..." ... ist so wiederwärtig (no offense to you).

Ich meine, wenn sich vier Leute zusammentun, Gitarren, Bass, Schlagzeug aufbauen und ne Rockband gründen sagt man doch auch nicht dass das nichts gescheites ist nur weil es ein Hobby ist?

@joliyea @guido

Oder wenn jemand in seiner Garage als Hobby ein Motorrad baut ... dann darf das doch auch auf unsere Straßen, obwohl man argumentieren könnte dass es ja nur von einem Amateur gebaut wurde...

Die Idee, dass etwas von minderem Wert ist, nur weil jemand nicht dafür bezahlt wurde, ist einfach nur, pardon my words, Bullshit.

@musicmatze "software is like sex

its better when its free"

@joliyea ich hab firmen gesagt weil man projekte nur schlecht einem land zuordnen kann

@joliyea Nextcloud ist glaube ich ne deutsche Firma. Ist aber auch das einzige, was mir spontan einfällt

@joliyea das interessiert mch auch ständig zum malen und bewerben

@mpt @joliyea
Danke für die Nennung ❤️
Wir sind in Osnabrück, entwickeln ausschließlich Freie Software und nutzen möglichst auch nur Freie Software.

Es gibt noch viele mehr, z.B. unsere Tochterfirma Greenbone (greenbone.net/, auch in Osnabrück), g10 Code (g10code.com/, Düsseldorf) und Univention (univention.de/, Bremen).

Auch einige unserer Kunden entwickeln und veröffentlichen Freie Software.

@claudius Weil ich selbst zwar keine Programmiererin bin, aber alles an Freier Software super bin und das auch gerne anderen erzähle. Dabei stoße ich oft auf Ansichten, dass Freie Software irgendwie "nicht professionell" oder für die Durchschnittnutzenden unbrauchbar sei. Ich finde einfach, das stimmt so nicht, hätte da aber gerne mehr Verständnis dafür, in welchen Kontexten Freie Software entwickelt wird: In welchen Unternehmen, an welchen Standorten, welche Menschen, welche Motivation?

@joliyea ich würde das für einen großen Teil sogar bejahen. Ein nennenswerter Teil der Open Source und Freien Software ist einfach "scratch your own itch" ohne nennenswertes Bedienkonzept oder User-Research oder Plan wo es hin gehen soll. Nach Anzahl von Projekten sind das sogar vermutlich die Mehrzahl der Projekte.
Trotzdem würde ich das nicht verallgemeinern, denn es gibt fantastische freie Software wie Blender oder Nextcloud oder Mastodon. Ganz klar stabil und produktiv einsetzbar.

@joliyea Plus: kann halt auch sein, dass Dir Adobe den PageMaker, Flash Professional oder FreeHand absägt. Oder Microsoft stellt Silverlight ein. Oder Sony hört auf die eigenen DRM-Server zu betreiben. Oder Google stoppt News, Hangouts, Google+, Google Code [...]

Kommerziell/Proprietär ist halt auch oft eine ganz schöne Shit-Show.

@joliyea also nur, falls Du für solcherlei Debatten Kanonenfutter brauchst ;-)

@joliyea auf Github

// technically correct but probably useless answer

@joliyea Ich denke bei vielen ist es wie bei mir (kann aber nur für mich und über meine eigenen Erfahrungen sprechen). Nach ca 20 jahren in der IT bezeichne ich mich selbst als "fortgeschrittener Anfänger" (andere sehen das anders).
In der Firma ernte ich für Themen wie "Public Money, Public Code" (als Projekt der FSF) nur ein müdes Lächeln, denn für meinen Chef ist das kein Buisiness Case. Vieles von dem was ich mache läuft mit properitärer Software und viele Sachen dazwischen wird mit Opensource Zeugs verknotet.

Wenn ich direkt mal was Opensource technisches programmiere, dann privat Abends zu Hause.
So liegt denn die Wahrheit dazwischen.

Meine Empfehlung für Berufsanfänger ist immernoch:

Bei einem Opensource Projekt, das einem gefällt, einklinken und mit machen. Vorteil wäre: die Arbeiten sind öffentlich im Repo einsehbar und können in Bewerbungen als Referenz angegeben werden.
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