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Rant über Datenschutz-Ignoranz 

Es macht mich so unfassbar wütend, dass Menschen Datenschutzbedenken einfach nicht ernst nehmen und vom Tisch wischen, weil "Anwendungen halt funktionieren" und man Nicht-Nerds anderes ja nicht zumuten könne. Ja, meine Fresse, dann investiert halt in sinnvolle Lösungen, statt in Kack-Unternehmen, deren fucking Geschäftsmodell darauf basiert, auf die Bedürfnisse von Menschen zu scheißen. Das heißt in sozialen Kontakten: Friss oder stirb. Jedes verdammte Mal. 😡

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@joliyea Well, die Einstellung versteh ich, aber es ist halt ein Henne-Ei-Problem. Niemand finanziert einen Dienst der nicht funktioniert, es sei denn man ist ein Startup. Open Source muss sich finanziell lohnen, und das ist wahrscheinlich das schwerste an der Entwicklung überhaupt...

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@joliyea BigBlueButton ist nicht die Lösung gegen Zoom, @senfcall ist es, und das kostet. Linux ist nicht die Lösung für unsere Behörden, die Firmen die es einrichten sind es. Open Source braucht Infrastruktur, Marketing & Support um von der breiten Masse angenommen zu werden.

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@momar @joliyea dann sind wir aber noch nicht die Lösung, höchstens ein weiterer Schritt. Als Verein haben wir das Problem, dass wir kein Geld für den Service verlangen können und ihn daher nur über Spenden refinanzieren, was im großen Stil wahrscheinlich schwierig ist.

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@senfcall @momar @senfcall @momar Und genau hier verlange ich nichts weiter, als dass z.B. Schulministerien sich darum kümmern, entsprechende Software entwickeln zu lassen. Wenn das nicht geht, dann geht's halt nicht. Fertig, aus, Ende. Es fährt auch niemand Auto ohne Bremse, auch wenn's schick aussieht und schnell fährt – und lacht dann alle Menschen aus und lässt sie stehen, die sich weigern mitzufahren.

re: Rant über Datenschutz-Ignoranz 

@fruechtchen @senfcall @momar Find ich auch. 😇 Drei davon hab ich geschrieben, bei einem unterstützt. 😜

re: Rant über Datenschutz-Ignoranz 

@fruechtchen @senfcall @momar Hihi. Genau deshalb nervt es mich so sehr, weil ich eben weiß, dass es gute Initiativen und Ansätze gibt und frage mich: Was machen die ganzen für Digitalisierung zuständigen Verwaltungsmitarbeiter:innen in Ministerien und Behörden den ganzen Tag? Denn einen Großteil der ausweglos erscheinenden Situation (entweder Usability oder Datenschutz) führe ich auf zu wenig Expertise dort zurück.

re: Rant über Datenschutz-Ignoranz 

@joliyea @senfcall @momar

ja. ich geh davon aus, dass die leute dort halt schlicht keine ahnung davon haben, dass es zu zoom office 365 auch gute alternativen gibt.

Also ich glaube, das ist ungefaehr so, wie mit dem kapitalismus.

Man hat evtl. mal was von den alternativen gehoert und mal etwas darueber gelesen.

Man weiss eigentlich auch, dass das aktuell nicht wirklich gut ist.

Aber so richtig vorstellen, dass die alternative so voellig fuer sich funktionieren kann, da hat man erstmal zweifel.

Insbesondere, weil man wahrscheinlich auch von den sehr radikalen Varianten dieser Alternative abgeschreckt ist.

Es ist eben noch sehr fremd.

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@joliyea Dort dürfen wir als Nerds uns mehr als nur ein wenig an die eigene Nase fassen, jedes fucking Mal, in dem wir eine Anwendung mit mistiger Usability, fehlenden Features (weil wir deren Sinn nicht verstehen) oder der Erwartung, selbst irgendwelche Server-Infrastruktur zu betreiben, ins Netz geworfen haben mit der Annahme, dass die Nutzer, wenn ihnen Datenschutz wichtig ist, sie sich gefälligst die Mühe machen werden und sich selbst "befreien". So läuft ...

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@joliyea ... es halt nicht. Stattdessen feiern wir lieber ein Gesetzeswerk wie die DSGVO, das im Endeffekt weder geeignet dafür ist noch offensichtlich dazu geführt hat, das unethische und rechtlich grenzwertige Geschäftsmodelle unterbunden und *Nutzer* geschützt werden. Dort gibt es mehr als genug, was *wir* tun könnten - von Informieren auf Flughöhe der Zielgruppe ganz zu schweigen. 😐

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@z428 Das sehe ich anders. Das Nerd-Ding ist nur die halbe Wahrheit. Der Ball liegt auch in den Ministerien. Ich kaufe doch auch nicht Fleisch ein, weil mir jemand im Laden in allen Details erklärt, wie lecker das ist – nur um hinterher festzustellen, dass ich ja eigentlich Veganer:in bin. Es kann 2020 doch echt nicht zu viel verlangt sein, sich *erst* zu überlegen, was man eigentlich haben möchte und *dann* Dinge auszuwählen. Oder halt abzulehnen, weil ungeeignet.

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@joliyea Hmmm, magst Du es konkreter machen, worauf Du hinaus willst? Ich unterstelle: Genau das passiert genau so - die Mehrzahl der Entscheidungen sind durchaus einigermaßen fundiert, nur dass die Bewertung von Anforderungen wie "Datenschutz" oder "Datenhoheit" durch die Entscheidenden nicht die ist, die wir wollen oder die an manchen Stellen wünschenswert wäre...

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@z428 Ich will keine Antworten aus Schulministerien wie: "Freie Software ist ja schon nett, weil quasi kostenlos, aber dann ist da ja auch niemand für verantwortlich". Das ist ein Riesenproblem, ich will dafür kein Verständnis zeigen müssen. Ich mach das alles in meiner Freizeit, weil mir sowas wie Freiheit oder Demokratie wichtig ist. Ich hab auch kein Informatik studiert und alles in meiner Freizeit gelernt. Und nein, ich kann und werde nicht noch mehr machen.

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@z428 (Sorry, konkreter wirds heute wohl nicht mehr, ich bin gerade genervt von *allem*. 😖)

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@joliyea Hmmm. Das Problem seh ich aber schon, und das ist ein strukturelles. Auch wir(TM) sind viel zu oft schwammig mit "gratis" und "libre" bei Software, und im Endeffekt ist diese Erwägung zu "Freier Software" schwierig, weil sie einen ganz wichtigen Aspekt ausblendet: Den Betrieb des Dienstes. Dafür brauch ich qualifizierte Leute, die Software aufsetzen, installieren, schulen, supporten können - und das im Extremfall 24x7. Bei proprietärer selbstbetriebener ...

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@joliyea ... Software habe ich das auch alles auf dem Schirm, aber im Regelfall den Hersteller in der Hinterhand, der mir gegen Geld Support bietet. Bei "Software-as-a-Service" habe ich diesen ganzen Kram komplett vom Schirm, sondern beauftrage einen Dienstleister, der das kann und für mich übernimmt. Wir haben zwar FLOSS, aber das hilft hier nicht. Hier bräuchte es ein Ökosystem an "hinreichend kleinen", nachhaltigen, ethischen Dienstleistern, die "SaaS" ...

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@z428 @joliyea Ich bin wirklich großer Open-Source-Fan, aber die Corona-Krise hat mir deutlich gemacht, dass sich die Community besser organisieren muss. Wenn eine Software erfolgreich sein soll, muss man sich auch Gedanken darüber machen, wie sie zu den reinen Anwendern kommt - zu denen, die keine Server administrieren können, wollen und vielleicht auch nicht sollten. Es reicht dazu kein Github-Repository und Docker-Container.

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@z428 @joliyea Nextcloud z.B. macht es sehr gut - da kann sich jeder einfach einen Account klicken. Das kann man natürlich nicht von jedem OS-Projekt verlangen. Die Leben ja nun einmal von den Leuten, die Bock aufs Programmieren haben.

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@z428 @joliyea Ich bin auch noch nicht fertig mit dem Gedanken - aber es müssten viel mehr Lösungen so professionell angeboten werden. Keine Ahnung, wer das leisten kann. Aber wenn sich freie Software durchsetzen soll, dann nur, wenn man die Verbreitung aktiv betreibt.

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@z428 @joliyea Ich hoffe, ich habe mich mit diesem Gedankenstrang nicht zu sehr in Eure Diskussion eingemischt und liege nicht zu sehr neben dem, was ihr eigentlich meintet.

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@kaffeeringe Alles gut. Ich stimme euch absolut zu, @z428, @social.tchncs.de, würde aber darauf hinweisen: Es gibt Unternehmen, die Dienstleistungen rund um freie Software anbieten – seit Jahren. Klar ist das ohne Big-Tech-Lobbying-Kapazität mit scheinbar kostenlosen Lockangeboten. Genau da würde es meiner Meinung nach helfen, wenn viele Menschen verstehen, dass Technik politisch ist, danach persönlich handeln und auf Gremienebene entsprechende Beschlüsse fassen.

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@joliyea @z428 Du hast recht. Das ist auch wichtig. Offensichtlich sind die freien Angebote nicht zugänglich genug. Und manchmal vielleicht auch schlicht nicht gut genug. Nextcloud ist einfach wirklich besser als Dropbox, weil es viel mehr kann. Allerdings: erklär mal jemandem, wie man Kalender und Kontakte auf dem Handy nutzt...

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@kaffeeringe Du hast schon recht, und aus meiner Beobachtung ist das, was Du hier schreibst, aber ein klares Problem, eine Stelle, an der wir auch "unsauber" sind: Unterschied zwischen FLOSS und proprietär ist die eine Seite, Unterschied zwischen "professionell" und "Hobby-Projekt von Leuten, die Bock aufs Programmieren haben", eine andere. Aus meiner Sicht bräuchte es genau mehr davon: *Professionelle* SoftwareLibre, die, nun, eben "offen" ist, aber ...

@joliyea

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@kaffeeringe ... gezielt geplant, entwickelt, betrieben, unterstützt werden. Für solche Anforderungen ist das Projekt des Programmierers, der gern in seiner Freizeit hackt, nicht die Lösung. Dazu braucht es Dinge wie Release-Pläne, eine gewisse Planbarkeit bezüglich der Verfügbarkeit von Fixes für kritische Bugs, Eskalationswege für Supportfragen, aber natürlich auch ein robustes, professionelles Handling von "nichtfunktionalen" Anforderungen wie ...

@joliyea

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@kaffeeringe ... Usability, Performance, Verfügbarkeit, Vertraulichkeit, Datenschutz. Damit *könnte* man FLOSS vom Kopf auf die Füße stellen, aber das hat einen gravierenden Nebeneffekt: Es kostet Geld. Und dort wird es schwierig: Einige große FLOSS-Projekte (GNOME, Mozilla, der Linux-Kernel) tun das - und wir wissen sehr klar, wo das Geld dort herkommt - etwa hier (gnome.org/foundation/), unten in der Mitte... 😐 Es braucht bessere, ...

@joliyea

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@kaffeeringe ... nachhaltigere Finanzierung für FLOSS-Projekte, und in der FLOSS-Community aber auch nachhaltigeres Wirtschaften mit den verfügbaren Ressourcen. Da wird zurzeit viel zu viel unter dem Deckmantel der (Wahl-)Freiheit verschwendet, werden viel zu schnell neue Projekte "einfach so" gestartet, statt gemeinsame Projekte zu verstärken und "nach vorn zu bringen"... 😐

@joliyea

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@kaffeeringe Jupp. Das treibt mich schon seit einer ganzen Weile um. Meine Ideen dazu war im Wesentlichen #libresaas (dm.zimmer428.net/2018/11/libre), aber nur die Idee hilft dort nicht viel. Das gegen Amazon, Microsoft, ... umzusetzen ist beliebig schwer, zudem: Ich kann wunderbar 100% FLOSS sein mit etwa Microsoft Azure, indem ich mir dort Linux-VMs miete und meinen ganzen FLOSS-Stack betreibe. Das will ich aber aus anderen Gründen nicht - dort habe ...

@joliyea

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@kaffeeringe ... ich neben den technischen Herausforderungen noch ein Problem gemeinsamer Priorisierung: Ist FLOSS noch "gut", wenn es auf proprietären Cloud-Stacks wie AWS, Azure oder Google läuft?
@joliyea

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@joliyea ... so anbieten, dass man auch als datenschutzbewusster Kunde solche Dienste bedenkenlos in Anspruch nehmen kann. Aber davon gibt es kaum welche - und die, die es gibt, können oft wirtschaftlich den "Hyperscalern" (Microsoft, Amazon, ...) wirtschaftlich schwer bis nicht Konkurrenz machen. Wirtschaftsförderung und Digitalisierungsstrategie in Europa würden helfen... 😐

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@joliyea Ich bin kein Koch, wie kann man von mir erwarten irgendwo anders als in ein Imbissbude zu essen?

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@joliyea Spaßfakt: Die selbe Form von Ignoranz bekommst du bei Nerds, wenn es um Theme wie z.B. Barrierefreiheit geht. Viele hier sollten erstmal vor der eigenen Haustür kehren bevor sie sich über die Ignoranz von anderen aufregen. ;)

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@joliyea Es macht mich einfach unfassbar wütend, aus Gruppen die ich mag ausgeschlossen zu sein, weil die gewählte Software halt nicht einfach funktioniert, weil mal wieder jemand so ignorant war und einige Kriterien für tatsächlich gute Software einfach so vom Tisch fallen lässt. MS & Co. sind in der Debatte nicht diejenigen, die der Demokratie schaden. Im Gegenteil, exkludierende FLOSS-Projekte tun das.

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@joliyea Und anders als viele andere Leute - mich inklusive - hast du immerhin eine priviligierte Wahl. "Friss oder Stirb" sieht anders aus.

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@nwng In einem sozialen Kontext von "Nicht-Nerds" erlebe ich das leider genau so. Ich sehe, dass sich hinsichtlich Barrierefreiheit definitiv viel verändern muss – insbesondere, weil du dich gar nicht entscheiden kannst, das ist mir absolut klar. Trotzdem gilt ganz grundsätzlich: Digitales fällt nicht vom Himmel, man entscheidet sich dafür. Und man kann es verändern, wenn man denn will. Darüber müssen wir mehr sprechen – und mehr fordern. IT ist nichts Heiliges.

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@joliyea Man entscheidet sich wofür genau? Für soziale Situationen, die vielleicht beruflich, vielleicht privat nötig und unumgänglich sind für eine Einzelperson? Das Internet und digitale Infrastruktur sind mittlerweile Teil der Gesellschaft und absolut Systemkritisch. Es gibt in vielen, vielen Fällen keine Ausnahme.

Mehr reden und mehr machen kann man immer, wenn über ein Projekt aber nur Techniker entscheiden, wird es ein Produkt für Techniker.

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@joliyea Wir sind beide Verfechter:innen von freier Software, keine Frage, aber Software ist nach meiner Interpretation der 4 Freiheiten erst dann wirklich frei, wenn sie Userfreundlich gestaltet und damit wirklich von allen genutzt werden kann. Aber mehr als Issues öffnen und mit Leuten reden kann ich da auch nicht machen. Ich muss meine Brötchen auch irgendwann verdienen und bis das nicht gut mit freier Software geht nehm und empfehle ich die proprietäre.

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@joliyea du das ist nicht der mühe wert, diese menschen haben einfach keinen bock auf datenschutz. Teils aus faulheit, teils auch weil sie auf die falschen "Experten" hören

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@joliyea
Und gerade zeigen sich Parallelen zwischen DEMail und der ePA…

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