Zwei Kommentare aus deutschen Tageszeitungen nagen seit heute morgen sehr an mir, weil ich mich wirklich frage, wozu ich einen Kommentar von jemandem brauche, der sich noch nie mit dem kommentierten Thema beschäftigt hat: deutschlandfunk.de/presseschau

.@badischezeitung@twitter.com: "Trump flirtet wieder mal mit rassistischem Gedankengut." 🎺 flirtet nicht, er ist ein Rassist und Rechtsextremer. Nur weil er 2016 von einer Minderheit in einem rassistischen Wahlsystem zum Präsidenten der USA gewählt wurde, ist er nicht plötzlich in die "Mitte" gerückt. Er betrieb in den Neunzigern die rassistisch motivierte Kampagne für die Todesstrafe gegen die schwarzen Teenager der "Central Park Five" mit, die sich wesentlich später als unschuldig herausstellten. 2/

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Er holte den kürzlich von der Springer-Presse hofierten Rechtsradikalen, Steve Bannon, ins Weiße Haus. Dieser Mensch flirtet nicht, er ist rassistisch motiviert. 3/

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Und in der @noz_os@twitter.com
muss ausgerechnet heute inmitten der größten, gewalttätigsten Auseinandersetzungen von Menschen gegen Rassismus, Unterdrückung und Ungleichbehandlung ein*e Autor*in von "F*rbigen" schreiben.Es mag sein, dass sich der Großteil der deutschen Öffentlichkeit noch nicht mit dem Thema auseinandersetzen wollte.Es kann sicherlich vorkommen, dass der verinnerlichte Alltagsrassismus dazu führt, dass man auch 2020 noch annimmt, von "f**bigen Mitbürgern" zu schreiben, sei mitgefühlt. 4/5

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Aber wenn selbst Autor*innen dieser Kommentare in der Tagespresse nicht die Zeit oder den Willen hatten, sich mit der Materie zu beschäftigen, über die sie schreiben, braucht es diese naiven Kommentare nicht, die ich genausogut auch von jedem anderen hören kann. 5/5

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