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Ich habe es satt, dass die ganzen verbalen Brandstifter wieder und wieder in Talk-Shows eingeladen werden. Jede Sendung bietet eine neue Bühne, damit die Grenze des Sagbaren noch ein wenig weiter verschoben werden kann. Die Folge ist reale Gewalt. Hört einfach auf damit.

@kattascha
Stimme nicht ganz zu.
1. Wir dürfen in einer Demokratie keine Meinungen aussperren. Solange sich an Gesetze und Diskussionsregeln gehalten wird natürlich.
2. Es ist bei Falschaussagen, etc. Aufgabe der anderen Talkshowteilnehmer Diese aufzudecken.
Aber man muss natürlich nicht bei jeder Talkshow diese Brandstifter, du meinst wahrscheinlich die AFD und deren Unterstützer (auch andere halten sich gerne mal nicht an Diskussionsregeln), einladen, nur um keinen auszusperren.

@GiantFed @kattascha Es bleibt halt das Problem dass die Medien in ihren Medienformaten gerne die Provokateure einladen damit es in der Sendung dann auch schön kontrovers zugeht und die Leute etwas zum aufregen haben. Bringt Quote. Das ist systemisch kaputt.

@Dusty_Marc
Wenn alle einer Meinung wären, wäre es ja keine Diskussionsrunde mehr. Ich finde es sollte schon kontrovers sein, solange der Talk nicht komplett in der Sackgasse landet.
@kattascha

@GiantFed @Dusty_Marc @kattascha diese Formate sind auch dermaßen uninspiriert. Für tiefe fehlt die Zeit und Teilnehmer die nicht wegen Selbstprofilierung sondern zur Sache selbst kommen. Und zur Unterhaltung taugen sie nur bedingt. Wir brauchen andere politische Marktplätze. Auch nicht die FB-WA-YT Orte, da kommt ja auch so viel negatives hervor. Mein Ausweg ist ausschalten und Podcast.

@GiantFed
Doch! Wir müssen denjenigen den Mund verbieten, die Intoleranz predigen. Denn sie fordern nicht anderes, als die tolerante Gesellschaft zu zerstören.
Siehe auch Karl Popper "Die offene Gesellschaft und Ihre Feinde" en.wikipedia.org/wiki/The_Open
@kattascha

@kirschwipfel
Ist nicht eigentlich genau das intolerant: Anderen den Mund verbieten
@kattascha

@GiantFed
Das ist das Paradox der Toleranz: Unbegrenzte Toleranz führt zum Auslöschen der Toleranz. Denn die Intoleranz werden Diene Tolerant nutzen, um die mundtot zu machen. Und dann ist die Toleranz weg.

Analog: Wenn man eine gewaltfrei Gesellschaft will, dann muss man dem gegenüber Gewalt anwenden, der mit einem Messer Menschen bedroht. Denn sonst ist es schnell vorbei mit der Gewaltfreiheit.

@kattascha

@aeonen
Wir müssen denjenigen den Mund verbieten, die Intoleranz predigen. Denn sie  fordern nicht anderes, als die tolerante Gesellschaft zu zerstören.
Siehe auch Karl Popper "Die offene Gesellschaft und Ihre Feinde" en.wikipedia.org/wiki/The_Open
@kattascha

@aeonen
Das begründet aber nicht das Recht, Lügen, Hass oder Intoleranz zu verbreiten.

@kattascha

@aeonen @kattascha
das ist nicht was heute passiert. Hetzern und geistigen Brandstiftern ein Publikum anbieten, damit beginnt es. Diese Leute fordern Deutungshoheit und sagen nicht, hm, ich habe hier eine andere Meinung. Und sie grenzen aus, fordern aber selbst nicht ausgegrenzt zu werden.

@aeonen ich glaube du übertreibst hier etwas mit deiner Wortwahl:

je·man·den mund·tot ma·chen

> jemanden, der einem unbequem und hinderlich ist, skrupellos und unerlaubterweise (mit allen Mitteln) davon abhalten, seine Meinung frei zu äußern; jemanden (mit unlauteren Mitteln) veranlassen, nichts mehr zu äußern

https://de.wiktionary.org/wiki/jemanden_mundtot_machen

@kattascha bitte haltet den Grundsatz hoch, dass öffentlich alles Raum hat, was nicht gegen Gesetze verstößt. Die öffentlichen haben zusätzlich die Aufgabe, möglichst neutral die verschiedenen Sichtweisen darzustellen, damit sich jeder seine Meinung bilden kann. Die Aufgabe ist nicht, in der Bevölkerung die richtige Meinung zu bilden.

@Jonius du bist also auch dafür, dass die ÖR mehr Reichsbürger, Klimawandelleugner, Hohlerdler, Homöopathiker, Wunderheiler, Echsenmenschengläubige und Konsorten in ihre Talkshows einladen, weil ja laut dir _alle_ Sichtweisen die nicht explizit und nach aktueller Rechtslage „illegal“ sind immer wieder dargestellt gehören?

@optikfluffel in dem Maße, wie sie Bevölkerung widerspiegeln, ja, unbedingt! Wie soll ich mir denn sonst eine eigene Meinung übe die Lage der Nation bilden können?

@optikfluffel natürlich mit der Einschränkung, dass man Verfassungsfeindliches filtert. Einem Holocaustleugner muss ich keine Bühne bieten z.B. Oder jemandem, der demokratische Wahlen abschaffen will, um das Klima zu retten.

@optikfluffel ich schau vielleicht nicht oft genug Talkshows, um das bewerten zu können. Aber wenn das Format für sachliche Diskussion ungeeignet ist, soll man es halt anpassen.

@optikfluffel Auf jeden Fall aber plädiere ich dafür, dem Zuschauer zuzutrauen, einmündiger Bürger zu sein und sich seine Meinung bilden zu können. Es muss nicht alles kommentiert und ins korrekte politische Licht gerückt werden.

@Jonius Fakten sind doch aber nicht das gleiche wie Meinungen. Wenn eine behauptet der Mond sei aus Käse, und eine sagt das ist Quatsch, dann ist es doch nicht die Aufgabe von Journalistinnen beiden gleichwertig eine Bühne zu bieten. (Oder ein weniger abstruses Beispiel: eine behauptet es regnet, die andere sagt die Sonne scheint.)

Meiner Ansicht nach haben die dann den Job zu recherchieren wer von beiden lügt und das für die Leserinnen/Zuhörerinnen/Zuschauerinnen aufzuarbeiten und erkenntlich zu machen, mit Quellenangaben und allem.

@optikfluffel in der Politik sind Themen aber leider selten so schwarz/weiß. Ich schätze übrigens politische Kommentare von Journalisten sehr. Aber es braucht auch Formate, wo offen und breit diskutiert wird und auch gegensätzliches nebeneinander stehen bleibt. Lass den mündigen Bürger die Widersprüche auskaspern. Das ist Meinungsbildung.

@Jonius ich sag ja auch nicht, dass Leute zu blöde sind sich eine eigene Meinung zu bilden.

Aber die Vorstellung, dass überhaupt nur jede_r die Zeit hat dem Ganzen Bullshit und Geschwurbel das allenthalben so verbreitet wird auch nur ansatzweise hinterherzurecherchieren halte ich für ziemlich far out.

Damit meine ich noch nicht mal besonders schwierige Themen die man vielleicht nur nach einem ausführlichen Studium der Sachlage abschätzen kann. Einfach nur mal eine Stunde oder zwei in der Wikipedia rumklicken und -lesen zu können muss man sich schon leisten können.

@optikfluffel Wenn der Bürger keine Zeit zum selber denken hat, ist das natürlich ein Problem für die Demokratie. Aber man löst es nicht, indem man ein glattgebügeltes, einheitliches Weltbild präsentiert, wo es klar ist, wer die Guten und die Bösen sind und wer recht hat. Damit ist die Meinungsbildung tot.

@Jonius du missverstehst mich da. Mir geht es nicht ums selber denken und das will und kann ich auch niemandem wegnehmen.

Mir geht es darum Leute die offenkundig immer wieder die Unwahrheit sagen und/oder verbal ausfällig werden nicht ständig eine Bühne in von und allen finanzierten Fernsehsendern zu bieten und die auch noch einzuladen.

Wer eh nur bewusst eskalieren will gehört nicht in Talk Shows, zumindest nicht wenn da sowas wie Debatte, Meinungsaustausch oder -findung stattfinden soll. Wenn man nur darauf aus ist, dass die die Fetzen fliegen und ein schöner Streit mehr Quote bringt kann mann das schon so machen. Ist dann halt Kacke. 🤷

@optikfluffel darin stimme ich dir zu. Überlagert wird die Thematik halt leider trotzdem durch eine mediale Schlagseite. Wenn wirklich viele Menschen den Eindruck gewinnen, ihre Meinung sei in der Öffentlichkeit ein Tabu, dann muss das schon nachdenklich machen.

@Jonius Man kann nicht einfach "neutral verschiedene Sichtweisen" darstellen. Gewalt, Hass und Intoleranz sind keine "Sichtweise" und auch keine Meinung.

Das ist eben genau das Problem bei Talkshows, dass "Sichtweisen", die keine sind, nicht massiv widersprochen wird.

@kattascha

@kirschwipfel @kattascha Gewalt und Diskriminierungen sind gesetzeswidrig. Wer dazu aufruft, dem wird massiv widersprochen. Gibt es nicht viel mehr die Polarisierung, andere politische Lager pauschal als Ursache von Gewalt zu verurteilen? Dann gibt es nämlich keine Sichtweisen mehr, sondern nur noch die Bösen...

@kattascha Über Sarrazin hat der NDR mal einen Beitrag gemacht, der alles enthält was man über den wissen muss: youtu.be/5cQsmEqTNOg Wieso nehmen sich andere kein Vorbild daran?

@kattascha
Das Format Talk-Show funktioniert nur, wenn das Ziel aller Beteiligten ist, einen sachlichen und informierten Meinungsaustausch zu führen.
Populisten, Täuscher und Lügner haben einen inherenten Vorteil, weil es unmöglich ist ihre Aussagen, aufgrund der begrenzten Sprechzeiten, vernünftig zu widerlegen, ohne vom Moderator unterbrochen zu werden. (Bandolini's Prinzip: en.wikipedia.org/wiki/Bullshit)

Wer besagtes Klientel einläd, hat bereits vor Sendungsbeginn verloren.

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