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Leute, die nach der Demo ohne Maske quer durch Berlin mit dem ÖPNV fahren.

Was sie denken: „Jetzt habe ich es denen da oben SO RICHTIG gezeigt!!!“

Was sie tun: Mit ihrer Rücksichtslosigkeit Risikogruppen (Alte, Kranke) aus dem ÖPNV verdrängen.

Ich bin sauer.

Sei nicht sauer, @kattascha.
Das #Coronavirus ist jetzt da. Wir müssen uns Menschen damit jetzt ein lebenswertes leben ermöglichen. Dazu ist es zwingend erforderlich, das wir uns wieder sehen und angesfrei begegnen können.
Es war richtig, dass wir solange mit #socialdistancing reagiert haben, bis wir die Auswirkungen des Virus verstanden Therapien entwickelt und unsere Infrastruktur ertüchtigt haben, aber jetzt müssen wir - und gerade die jugend - wieder zum Leben zurück finden.

@SebastianGallehr das ist Gefährlich und rücksichtsloser Unsinn. Diese Form von „mir reicht es“ ist nicht nachvollziehbar wenn es um andere geht. Wenn all diese Leute sich gestern auf ner einsamen Insel oder in nem alten Bergbau getroffen hätten wäre es immer noch genau so bescheuert aber weit weniger fahrlässig.

@cryptix da sind wir unterschiedlicher Ansicht. Vielleicht kannst du diesem Gedanken folgen.
Ich persönlich bin und war mein ganzes Leben gerne bereit, meine persönlichen Interessen nicht den Interessen der Erde und der Menschheit überzuordnen. Und genau deshalb glaube ich, dass es für uns Menschen wichtig ist, das #socialdistancing so schnell wie möglich zu überwinden.
Die angstfreie und arglose zwischenmenschliche Begegnung ist aus meiner Sicht essentiell für ein gutes Leben.

@SebastianGallehr niemand sagt, dass Leute sich für immer alleine im Keller verstecken sollen. Aber der gemeinsame Umgang muss von Respekt geprägt sein. Ihre Freiheit hört nun mal da auf wo die der anderen anfängt. Das gilt nicht nur beim Wildpinkeln sondern erst recht bei potentiell tödlichen Infektionskrankheiten.

@cryptix Deinen Anspruch teile ich. Auch das Bild ist richtig. Das galt alles schon immer und wird auch immer gelten. Mein Argument ist, dass wir uns jetzt infrastrukturell, therapeutisch und intellektuell genug mit dem Virus auseinander gesetzt haben, um zu einem guten Leben zurück finden zu können.
Ich konnte mich in meinem 55 jährigen leben immer
respektvoll verhalten ohne Masken zu tragen oder auf Umarmungen und Hände schütteln verzichten zu müssen.
Das eine schließt das andere nicht aus.

@SebastianGallehr @cryptix

Die von dir beschriebene enorme Bedeutung menschlicher Nähe teile ich.

Gleichzeitig ist es doch vorstellbar und auch zumutbar, wenn man es vorübergehend auf einige wenige Menschen beschränkt.

Massenveranstaltungen sind einfach derzeit nicht angesagt.

Dass wir alle Auswirkungen des Virus jetzt verstanden und "Therapien" entwickelt haben - das wäre mir übrigens neu.

@Federkiel
Ich bin kein Arzt, aber ich höre zum Glück immer wieder von erfolgreiche Therapien mit altbekannten Mitteln, die den Krankheitsverlauf sehr milde gestalten. Damit haben wir nur eine zu den tausenden bestehenden Ansteckungsgefahren mehr.
Und machen wir uns nichts vor. Das Virus ist in der Welt und geht nicht wieder. Ich verstehe alle, die Angst vor dem Neuen haben. Aber meine Lebenserfahrung hat mich gelehrt, dass Ängste überwunden werden müssen, um lebendig zu bleiben
@cryptix

@stefan
küssen, mimisches flirten, vertrauen empfinden, zeigen, dass wir für einander nicht gefährlich sondern stärkend sind, geht mit Maske nicht. Nähe spüren, genießen, wenn wir uns "riechen" können, Toleranz leben, wenn wir uns nicht "riechen" können und die Entfernung spüren, ab wann wir uns zu nahe kommen bzw wann wir mehr Nähe wünschen geht mit social distancing nicht.
Das aber sind alles existentiell wichtige alltägliche Übungen ohne die für uns als soziale Spezies Leben unmöglich ist.

@SebastianGallehr

Ähhh, ich bin da ganz bei dir und mit meiner Partnerin praktiziere ich das auch vor, während und nach der aktuellen Pandemie, da wir in einem Haushalt wohnen.

Aber wir reden hier doch von der Heimfahrt von einem Super-Spreader-Event im ÖPNV ohne Masken.

Da fände ich es doch auch sehr komisch wenn zu einer „normalen“ Zeit fremde Leute in der S-Bahn an mir riechen würden...

@SebastianGallehr Du machst hier mehrere Annahmen, insbesondere zwei:

1. Wir haben Möglichkeiten (ausser Masken) mit SARS-CoV2 umzugehen.
2. Soziales Leben ist mit Maske unmöglich.

Ich bestreite beide Annahmen.

1. Wir haben weder einen Impfstoff, noch eine Kur. Masken sind eines der wichtigsten Mittel in der Verhinderung der Verbreitung.
2. Mimik ist nur ein kleiner Teil der sozialen Interaktion. Küssen kann auf wenige Personen eingeschränkt werden. Es gibt reichlich sichere Alternativen.

@haselbach
Ich habe im Februar verstanden, dass wir flatten the curve brauchen, damit wir Zeit haben, unser Gesundheitssystem zu ertüchtigen und das Virus zu verstehen. Das konnte ich nachvollziehen und habe die Maßnahmen ohne murren mit getragen. Ja, wir haben keinen Impfstoff, aber jetzt, wo die Sterberate gering, die Genesungsrate hoch, die Betten da und die Therapien Erfolg zeigen, müssen wir m.E. mehr Mut zur sozialen Nähe aufbringen.

@SebastianGallehr Klingt nach einem guten Plan um eine zweite Welle zu bekommen.

@Federkiel
Ja. Ich vermisse es, meinen Mitmenschen die Hand zu geben, die Gesichter in der S-Bahn zu lesen usw. Stimmt also, dass es auch um mich geht. Nur habe ich eben viel weniger auszustehen, weil ich alt und wohl situiert bin, Platz, Freunde und Familie habe. Wäre ich aber jung, alleine und hätte keinen Job, der funktioniert, dann würde ich wahrscheinlich durchdrehen.
Für unser einen ist es leicht zu sagen, dass alle social distancing machen müssen. Für viele nicht!

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