Follow

Wisst ihr, was mir Bauchschmerzen macht? Dieses Gerede von einer angeblichen „Cancel-Culture“. Wenn man sich die angeführten Beispiele anschaut geht es ganz oft um Solidarität mit benachteiligten Gruppen. Ein derartiges Re-Framing von Diskursen ist brandgefährlich.

@kattascha Re-Framing funktioniert leider super, bestes Beispiel: Die Leute sagen "Anarchie" obwohl sie "Anomie" meinen.
:-(

@dwardoric @kattascha Nee. Anomie ist laut de.wikipedia.org/wiki/Anomie ein Fachbegriff der Soziologie seit ca. 1897. Anarchie ist allgemeine Umgangssprache und nicht präzise definiert, wie ein Fachbegriff. Es gibt laut de.wikipedia.org/wiki/Anarchie den Begriff Anarchie schon seit irgendwann vor Christus. Man sollte von "Otto Normalverbraucher" nicht erwarten sämtliche Fachbegriffe zu kennen.

@Carsten_Behrens Stimmt, dann ist es kein Beispiel.
Aufregen tut es mich trotzdem jedes mal. :-|

@kattascha Genau, deswegen ist ein Politikum. Wenn die Eliten Leuten bestrafen wegen ihre Meinung ist dies irgendwie kein Cancel Culture.

Aber es gibt auch schon echte Probleme. Ich hasse den Sippenhaft, wo Leute angegriffen werden für Leute die sie kennen.

Die beste Behandlung des Themas kommt, wie so oft, von Contrapoints. youtube.com/watch?v=OjMPJVmXxV

@kattascha Je sui Sumuncu:"Solangs nicht verboten ist… mein ichs nicht so" 🤣

@kattascha das ist ja nichts Neues von den Rechtsverwirrten. Blöde finde ich nur, dass denen auch noch eine Bühne geboten wird.
@kattascha Es wird dann zum Problem, wenn jemand nur verdächtigt wird, etwas schlimmes gesagt zu haben, aber trotzdem daraus Konsequenzen drohen. Richard M. Stallman ist so ein Beispiel. Er wurde von einem Mob dazu gebracht, seinen Posten zu räumen, weil man ihm vorgeworfen hat, in einem Fall die Schuld von Jeffrey Epstein auf seine Opfer zu übertragen. Siehe: sterling-archermedes.github.io…

Deshalb: Unschuldig, bis die Schuld bewiesen ist und nicht umgekehrt, sonst sind wir gesellschaftlich schnell wieder beim Scheiterhaufen.



> Wenn man sich die angeführten Beispiele [...]

Welche Beispiele?
@moeeee @kattascha ich denke, dass es immer interessant (und wichtig) ist, wie jemand auf Vorwürfe reagiert. Ich hab auch schon im Mittelpunkt von Shitstorms gestanden, weil ich mich missverständlich ausgedrückt habe oder Dinge gemacht habe, die im Nachhinein betrachtet unglücklich gewesen waren.

Ich hab dann nicht stur auf meiner Meinung bestanden, sondern habe versucht, mit den Kritikern in Kontakt zu kommen, um deren Standpunkt zu verstehen. Und das hat dann ggf. auch meine Sichtweise erweitert.

Und bezüglich Shitstorms: Wenn ich nicht direkt betroffen bin, halte ich mich da in der Regel raus, da häufig keine der Seiten das gesamte Bild hat.

@heluecht NB: Es gibt Shitstorms, aus denen mensch sich nicht heraushalten darf.

@carl wenn man sich beteiligt, sollte man sich vorher umfassend (unabhängig) informiert haben. Ich denke, dass es grob fahrlässig ist, sich hier stumpf auf die eigene Filterbubble zu verlassen. Häufig sind Situationen viel differenzierter als überspitzte Zusammenfassungen in irgendwelchen Posts.

@heluecht Ja?
NB: "Unabhängige" Informationen gibt es nicht.

@carl man kann seine Informationen von verschiedenen Seiten beziehen und sich daraus ein Gesamtbild erstellen.
@kattascha Noch so ein Fall aus dem März dieses Jahres im Hinblick auf die angeblich nicht existente „cancel culture“: Woody Allen, dessen Buch jetzt nicht veröffentlicht wird:

www.wsws.org/de/articles/2020/…

Einleitung aus dem Artikel:

> Freitag vergangener Woche ereignete sich ein skandalöser Akt der Zensur durch die Massenmedien: Die amerikanische Hachette-Verlagsgruppe (HBG) erklärte, sie werde auf Geheiß von Ronan Farrow, Woody Allens Sohn, und angesichts von Protesten ihrer eigenen Angestellten, Woody Allens Autobiographie nicht veröffentlichen. Diese Schikane und reaktionäre Entwicklung enthüllt den rechtsextremen Charakter der #MeToo-Kampagne.

@kattascha darum geht es doch immer. Am schlimmsten ist die Anforderung an politische Korrektheit in den USA. Und wird dort politisch massiv missbraucht. Der "moral high ground", gemischt mit politischen Intrigen fördert Trump ungemein. Das ist auch ein Teil der Verrohung unseres sozialen & politischen Dialogs.

@kattascha ich finde besonders schlimm, dass es dann oft nicht mehr um die Minderheiten geht, sondern um den politischen Machtkampf. Die Minderheiten werden genutzt um jemandem etwas in die Schuhe zu schieben und sich einen Vorteil zu verschaffen. Die Minderheit ist dafür nur der Aufhänger. Die sich aufregen sind die nützlichen Idioten in dem Spiel.

@kattascha So "angeblich" ist die leider nicht, wenn auch in Deutschland nicht so dramatisch. Reframed wurde das bislang in meiner Bubble nicht; das ist schon ein ziemlich starkes linkes Problem, wenn hier Meinungsäußerungen ohne Differenzierung verhindert werden. Beispiel:

seattletimes.com/seattle-news/

Solidarität mit Gruppen ist eine schwierige Sache, und es mangelt da oft an notwendiger Differenzierung und Zurückhaltung, wie etwa in diesem Fall:

en.wikipedia.org/wiki/Gibson's

Sign in to participate in the conversation
chaos.social

chaos.social – a Fediverse instance for & by the Chaos community