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Finde die Verwendung des Worts „Normalität“ nach einem Jahr irgendwie befremdlich. Für mich ist es normal beim Bäcker Maske zu tragen & vor Treffen Schnelltests zu machen & ständig spazieren zu gehen. Will gar gar keine Normalität ohne das alles, zum Preis von mehr Corona-Toten.

Wall of Text, alles, was mir durch den Lockdown fehlt 

@kattascha Ich will Normalität ohne Corona ohne Tote :blobcatverysad:
Ich will wieder Konzerte, Restaurants, Cafés
Hörsäle, Mensen, Seminarräume, Mathe-Café, Büros
Kommilitonen SEHEN und sich austauschen können und Hausaufgaben zusammen bearbeiten (geht digital einfach nicht, das ist alles VIEL zu umständlich digital. Ich hab keine Lust, Leuten zu erklären, was ich nicht verstehe, ohne, dass ich dabei auf ein Blatt zeigen kann. Und das Übungsblatt unscharf in die Kamera halten ist doch einfach scheiße. Und nicht mitkriegen, wann jemand Anders was sagen möchte und sich deshalb andauernd aus Versehen ins Wort fallen ist einfach VIEL zu anstrengend)
Pen & Paper Abende, bei denen alle beisammen sitzen und zusammen würfeln und sich gegenseitig Zeugs auf die Blätter kritzeln. Spieleabende generell.
Gemeinsam in eine Bar gehen um nen Geburtstag zu feiern oder sowas.
Mit allen Freunden zusammen Urlaub machen.
Konzerte besuchen gehen mit allem was dazu gehört, Moshpits, wall of deaths, etc.
Festivals!
Sportangebote mit anderen zusammen. Partnerübungen beim Karate und dabei lachen und Spaß haben. Schwimmen gehen. Überhaupt Ballett machen können, weil man da ja zwangsläufig Stange und Riesen-Spiegel braucht. Ballsportarten.
Oder einfach Yoga machen mit anderen, ohne Angst haben zu müssen, sich alleine zu Hause vor Unsportlichkeit was zu verrenken, weil man nicht in der Haltung korrigiert wurde.
An Kursen teilnehmen, Handarbeitskursen! Ich will endlich mal nähen lernen, das macht viel viel mehr Spaß mit Anderen zusammen (außerdem habe ich natürlich keine Ausrüstung zu Hause, wieso sollte ich mir auch für teuer Geld eine Nähmaschine kaufen, wenn ich nicht weiß, ob ich sie überhaupt nutzen würde oder nicht?)
Second Hand Kleidung shoppen gehen!
Generell shoppen gehen ohne so viel Paket-Verpackungs-Müll zu verursachen.
Anime-Conventions! Hacker-Events!
Generell Workshops, egal ob für ein Hobby oder für meine Karriere. Macht digital keinen Spaß (hab letztes Jahr Oktober einem Digital-Workshop vom Fraunhofer teilgenommen)
Bei den Großeltern Tee trinken gehen und Kuchen essen.
Wieder lange Zugreisen unternehmen können irgendwo hin wo es cool ist, ohne unter der Maske irgendwann vom eigenen Schweiß und Mundgeruch nach 3 Stunden so langsam mal zu ersticken.
Nen Therapeuten finden.

Ich halts nicht mehr lange aus, ehrlich...
@kattascha , ich bin sehr erstaunt, mit welcher Normalität meine zweijährige Enkelin die morgendliche Temperaturmessung im Kindergarten annimmt. Für sie ist das eben so. Danach wird gespielt. 😉

@kattascha Aha, ist mir sch***egal, beim Bäcker eine Maske zu tragen, meine Vorstellung von Normalität geht über beschriebene Banalitäten hinaus (und welche Treffen überhaupt?).

Ich hätte gern sinnvolle Maßnahmen, für deren Durchsetzung es Rückendeckung der Institutionen gibt (z.B. OA, GA) - ich würde nämlich gern mal wieder ins Fitnessstudio, das für €€€ Luftfilter angeschafft hat oder ins Kino oder Konzert.

Stattdessen Arbeit am Nervenanschlag (krit. Infrastruktur und so) und Wut ohne Ende.

@encarsia , ich glaube, Du brauchst Urlaub. Frage: was ist "OA" und "GA"? Ordnungsamt und Gesundheitsamt?

@kattascha ich möchte, dass diese Maßnahmen niemals "normal" werden. Und jedwede Lockerung mit potentiellen Toten zu diskreditieren ist ein Totschlag Argument und polarisiert die Gesellschaft.

@bormel , ja, Totschlagargument. Im wahrsten Sinne des Wortes.

@bormel @kattascha Tote sind halt das Hauptargument für die Maßnahmen. Im Grunde müssen wir uns fragen, wie viele Tote uns die Freiheit wert ist... (Die richtige Antwort liegt irgendwo zwischen alles und gar nichts.)

@kattascha Ich habe auf alle Fälle keine Lust auf eine "gekünstelte Normalität", bei der immer das Damokles-Schwert der Verschärfungen der Maßnahmen über einem schwebt. Ich möchte Lockerungen, wenn dieses wirklich zu vertreten sind und auf absehbare Zeit auch haltbar sind.

@heluecht @kattascha ich möchte irgendwann, sobald die Zahlen es erlauben wieder zu einem Leben zurück, das dem aus der Zeit vor Corona möglichst nahe kommt - ohne dabei so zu tun, als ob das alles nicht passiert ist.

@heluecht @kattascha , ich finde es unheimlich schwer, die Entscheidungen zu Einschränkungen und Lockerungen für alle Menschen ausgewogen zu gestalten. Ich in meiner Blase bin bisher z.B. ganz gut durch die Krise gekommen, andere bedeutend schwerer, sei es monitär oder psychisch. Jede Entscheidung hat sehr ambivalente Auswirkungen. Und wer weiß schon, wie es der einzelnen Person damit geht. War früher alles besser?
@diritschka @kattascha Die Entscheidungen zu treffen, ist eine heftige Verantwortung, da es eben um Menschenleben geht. Ich selber bin bislang gut durch die letzten Monate gekommen, aber es gab im Freundes- und Bekanntenkreis mehrere Fälle, teilweise auch so schwer, dass die Person Monate brauchte, um langsam aber sicher wieder arbeiten zu können (derzeit noch in Teilzeit). Dementsprechend werde ich lieber noch länger warten, da diese Personen eben auch aus erster Hand betont haben, wie heftig es gewesen war.
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