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Es ist immer wieder erstaunlich, wie selbst in emanzipatorischen, linken, grünen, etc. pp. Projekten eine starke Hand gefordert wird und wie extrem verbreitet eine doch deutliche Obrigkeitshörigkeit ist. Das sollten wir doch mal ernsthaft angehen.

Klingt eigentlich wie ein schönes Thema für einen Vortrag auf den @MRMCD mit dem Motto: "Gesellschaftsspiele". Mal sehen ob mir oder sonst jemandem da was schönes einfällt. :)

@leah Manchmal wollen Menschen auch einfach keine Verantwortung übernehmen. Merke das beim Congress immer mal wieder, wenn ich versuche Menschen Verantwortung für eine gewisse Sache zu geben. Oft lehnen Menschen dann ab und fragen nach "einfacheren" Aufgaben.

Das wirkt im Ergebnis nach außen dann glaube ich schon ziemlich Obrigkeitshörsam, ist im Endeffekt aber eigentlich nur die Ablehnung von Verantwortung.

@psy aber ist die Unlust Verantwortung zu übernehmen nicht häufig mit dem Wunsch verbunden jemand anderes möge das für mich tun/entscheiden etc.? Wären wir dann nicht wieder beim gleichen Ergebnis?

@leah Ich bin mir nicht sicher ob dieser Wunsch die Ursache oder die Konsequenz ist. Das Ergebnis ist unabhängig davon aber das selbe, ja.

Was ich damit sagen wollte: Ich finde es völlig legitim, keine Verantwortung übernehmen zu wollen und sehe das daher auch nicht als Problem. Ich würde es daher auch nicht als Hörigkeit beschreiben, weil ich das für sehr negativ konnotiert halte.

@psy ich denke da überschneiden sich zwei Effekt. Aber versteh mich nicht falsch, ich meine mit Obrigkeitshörigkeit nicht, dass jemand einfach mal keine Lust hat beim Helfen auch noch alle Entscheidungen selbst zu treffen. Das ist absolut legitim. Es geht um das unreflektierte Fordern und Befolgen von Strukturen die mich selbst aus jeder Verantwortung entbinden und gleichzeitig sagen was ich tun soll.

@leah Ich denke ich verstehe, was du meinst. Dieser "Herdentrieb" oder auch: "Ich bin zu faul zum Denken, sag mir was ich wie tun soll und ich folge dir oh Meister!" Aber auch das ist eigentlich nicht wirklich etwas anderes, nur deutlich stärker ausgeprägt.

Schwierig wird es imO dann, wenn Menschen nicht mehr kritisch über Dinge nachdenken, nicht mehr hinterfragen. Das geht nämlich auch dann, wenn man keine Verantwortung übernehmen will.

@psy ich sehe dein Argument, ich bin mir nur nicht sicher ob ich ihm folgen kann.

@leah @psy ich glaub das eine ist sich entmündigt fühlen und das andere unmündig sein. Wenn du selbst keine Ahnung bei bestimmten Sachen hast fühlst du dich sicherer wenn jemand anderes die Verantwortung dafür trägt. Es gibt Leute die lieber fremdbestimmt arbeiten. Woran das liegt weiß ich leider nicht. Kann vermutlich viele Gründe haben wie Erfahrung, Selbstbewusstsein, Selbsteinschätzung, Gruppendynamik etc.

@leah @psy wobei ich aus eigene Erfahrung sagen kann, ich wollte nie AStA-Vorsitz sein weil mir die rechtlichen Konsequenten viel zu hoch waren falls jemand scheiße gebaut hätte. Ich hab dann lieber ein Referat begleitet und von dort aus meine Arbeit gemacht. Verantwortung für Dinge zu übernehmen die nicht mehr in der eigenen Hand liegen braucht ne Menge Mut und Vertrauen.

@Bobo_PK @psy es geht nicht darum diese Entscheidung für sich so zu treffen, das ist legitim. Es geht darum zu fordern $Instanz solle doch alle Entscheidungen treffen und Kritik an bzw. unabhängig von $Instanz wäre etwas was ja gar nicht geht.

@leah @psy vielleicht ein bewusster politischer Schachzug um Sicherheit zu suggerieren und Verantwortung von sich weisen zu können falls es schief geht? *aluhut aufsetzt*

@leah @Bobo_PK Vielleicht kennt der Mensch einfach keine anderen Konzepte und hängt in diesem "ich kenn das, das ist gut, wir müssen das so tun!" fest? Ich erwisch mich da (leider) auch ab und an mal bei, dass ich Konzepte die ich als "gut funktionierend" kennengerlernt habe über unbekannte Dinge stelle.

@Bobo_PK @psy @leah Manchmal darf man auch nicht zu sehr über Konsequenzen nachdenken, sondern einfach machen. Wenn ich mir im Vorfeld zu viele Szenarien ausmale was alles bei der Vorstandsarbeit, der Planung von Veranstaltungen schief gehen kann, dann schlafe ich noch schlechter als jetzt.

@leah Das was du da beschreibst ist genau der unterschied (Soweit ich das Verstanden habe) zwischen links oben / links unten. Die meisten Leute scheinen aber nur links oben (Wir brauchen eine zentrale Führung/Führer) zu kennen. (Soweit ich das von meiner Blase aus überblicken kann)
P.s:
Vielleicht mal bei der Übernächsten GPN einen Vortrag über Anarchismus halten. Für die nächste ist es leider etwas zu Spät

@Blickfeldkurier @leah Für nen Lightning Talk reichts glaub ich noch, wär für mich alleine hinreichender Grund in die LT zu gehen ;) (also vorrausgesezt ein Grobumriss lässt sich in das Format LT quetschen :D)

@uniporn @leah Das Problem habe ich schon wenn ich über den großen Vortrag nachdenke ^^
Aber vielleicht ein paar sehr grobe Definitionen und Zeiger auf ein paar gute Quellen für den geneigten Besucher? *grübel*

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