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til: der persönliche CO2-fußabdruck war eine 100 millionen dollar teure PR-kampagne von BP, einem ölkonzern, um die verantwortung für den klimawandel von unternehmen auf konsument:innen abzuschieben.

wow.

researchgate.net/publication/3

@luebbermann es überrascht eine nicht, aber schockieren tut es trotzdem.

@luebbermann
Was für Konsequenzen zieht man jetzt für sich aus der Info?

@curious_oecher individuelle CO2-reduzierung ist nicht der weg. wir müssen an die großen emittenten ran.

@luebbermann @2342
Ist BP der große Emmitent? Verfeuern die ihr Öl komplett selbst? Und wer ist noch der große Emmitent? Am Ende verballern das alles wir. Es muss strukturelle Veränderungen in Sachen Steuer usw. usw. geben, aber den ersten Stein werfen sollte, wer frei ist von den Produkten der "großen Emmitenten".

@curious_oecher @2342 klar, es hängt alles zusammen. ich fand die übertragung der verantwortung primär auf die konsument:innen auch deshalb falsch :)

@luebbermann
Sie ist falsch, weil die Mehrheit träge und verwöhnt ist. Ohne Gesetze und Zwang wird das nichts. Aber wer wählt eine linksgrünfasch. Diktatur?

PS: Ich hoffe ich irre mich.
@curious_oecher

@2342
Den Tröt verstehe ich nicht, wie meinst du das mit der Diktatur?

Ich denke, die Mehrheit der "Einzelnen" hätte schon längst was wählen können, was gegen die "großen Emmitenten" strenger vorgeht. Ist aber nicht passiert, wegen der Konsequenzen für "den Einzelnen" (vermute ich).
@luebbermann

@curious_oecher
Ja, soll genau das bedeuten, die Meinung der Mehrheit ist leider selten das klügste Ergebnis. Darum gab es die Diktatur des Proletariats, einige Wenige dachten, sie können alle zu ihrem Glück zwingen. War dann auch nicht so beliebt.
@luebbermann

@luebbermann
Ja und nein.
Individuelle CO2 Reduzierung ist zwar auch wichtig, aber es gibt noch ganz andere Stellschrauben, die deutlich mehr bewirken.

Aber der individuelle Fußabdruck lenkt prima von z.B. Energiewende oder Verkehrswende ab.
@curious_oecher

@s4f_le
Das ist mir nicht ganz klar. Wieso lenkt es davon ab? Klar braucht man die Energie- und Verkehrswende, aber die fließt ja auch in den individuellen Abdruck ein. Wenn ich im individuellen Abdruck sehe, dass er schlecht ist wegen der Art der Energiegewinnung, kann ich meinen Stromanbieter wechseln, anders wählen etc. Das hängt ja alles zusammen.
@luebbermann

@curious_oecher
Es liegt an der Diskursverschiebung.
Wenn das Framing dahin geht, dass alles komplett vom Einzelnen getragen werden muss, geraten Andere Dinge aus dem Fokus.

Die "Abstimmung mit den Füßen" dauert ja im Zweifel deutlich länger, als eine gezielte Regulierung.
@luebbermann

@s4f_le
Verstehe den Gedanken. Aber für eine gezielte Regulierung braucht es politische Mehrheiten. Um die zu bekommen, braucht es eine Themensensibilität in der Bevölkerung. Dafür finde ich den ind. Fußabdruck gar nicht schlecht. Ich habe nicht den Eindruck, dass "von der Politik" der Fußabdruck zur Ablenkung genutzt wird. Die großen Umweltverbände nutzen ihn alle.

Aber natürlich braucht es die großen Dinge. Umgekehrt aber die Last von Einzelnen zu nehmen, ist auch falsch.
@luebbermann

@curious_oecher
Nicht die Politik nutzt ihn zur Ablenkung, sondern die Wirtschaft. Deren Lobby bringt es zu Politikern, die Umweltverbände sind einfach auf den Sham hereingefallen. Die resultierende Polarisierung Fleischesser<->Veganer, Autofahrer<->Fahrradfahrer usw. spaltet und verhindert gemeinsame Aktionen, um entsp. Gesetze von der Politik zu fordern und Veränderungen zu bewirken.
Selbst ein U.S.Obdachloser hat keinen nachhaltigen Fußabdruck!
➡️mashable.com/feature/carbon-fo
@s4f_le @luebbermann

@blueplanetslittlehelper
Das bezichtigt einfach die Umweltverbände als kollektiv naiv. Ist bei der großen Menge einfach nicht sehr wahrscheinlich.

Es sind ist die Menge der Einzelnen, die wählt. Und die wähl "hauptsache keine Einschränkungen für mich".

Jede geforderte Regulierung der " "Wirtschaft" hat am Ende die Konsequenz, dass der Einzelne zurückstecken muss.
Oder glaubt wer, dass wir weiter Komfort und Konsum haben können, wenn die Wirtschaft reguliert ist?

@s4f_le @luebbermann

@blueplanetslittlehelper @s4f_le @luebbermann
Der Kern dieser ganzen Diskussion hier ist, dass mit dem Finger auf andere gezeigt wird. Erst BP auf uns, jetzt wir auf BP.

Das hilft niemandem. Liegt daran, das keiner Lust hat, sich einzuschränken. Ohne wird es aber nicht gehen.

Es gibt keine Regulierungen der Wirtschaft, die den Einzelnen nicht einschränken wird. Das ist ja das Ziel hinter jeder Maßnahme.

@curious_oecher Der Kern dieser ganzen Diskussion ist, eben mit dem Fingerzeigen aufzuhören und die wahren Schuldigen, die es schon seit Jahrzehnten wissen und Milliarden reinstecken um es zu verschleiern (z.B. auch bei Fleisch- und Milch ➡️ mastodon.social/@moshtodon/106, nicht nur Öl), dran zu kriegen.
Wenn die gesetzl. Regulierungen schon vor 40 Jahren angefangen hätten, wären die Einschränkungen dem Durchschittsbürger nicht mal aufgefallen. Jetzt muss es leider schneller gehen.
@s4f_le @luebbermann

@blueplanetslittlehelper
Tut mir leid, aber das finde ich viel zu einfach gedacht, wenn man sagt: Die Anderen seien die wahren Schuldigen. Ich habe nicht wirklich das Gefühl, dass du auf meine Argumente eingehst.
Jedenfalls empfinde ich deinen Ansatz als Fingerzeigerei (wenngleich ich damit ganz deutlich nicht!! sagen möchte, dass du dir nicht an deine eigene Nase fassen würdest)
@s4f_le @luebbermann

@blueplanetslittlehelper
Und was ich natürlich schon sagte: Natürlich brauchen wir alle die großen Regulierungen, die gefordert werden. Sie fordere ich auch. Aber ich finde es falsch zu sagen, dass der Gedanke hinter dem individuellen Abdruck so falsch sei, nur weil er vom "Gegner" als PR Kampagne erfunden wurde. Es ist halt trotzdem eine Wahrheit im individuellen Abdruck.
@s4f_le @luebbermann

@curious_oecher
Hast du meinen Link überhaupt gelesen? Es hat nichts mit Naiviät zu tun, auf eine milliardenteure Propagandamaschinerie hereinzufallen.
"Konsum und Komfort" hängen doch nicht davon ab, ob es ganze Regalmeter voll verschiedene Joghurts und täglich ein Stück Fleisch zu kaufen gibt (von denen die meisten sowieso in den Export gehen). Ob wir für 39€ fliegen und zum Briefkasten mit dem Auto fahren können schon - aber das braucht doch keiner!
@s4f_le @luebbermann

@blueplanetslittlehelper
Ne richtig, da argumentierst du aber mMn für meine These. Das ist aber bzw. nämlich eine Einschränkung für den Einzelnen.

Zur Naivität: Die fallen auch nicht einfach so auf eine Propaganda Maschine rein.

@s4f_le @luebbermann

@s4f_le
Und außerdem: Klar kann ich warten, bis die Regierung das Fliegen (exemplarisch) teurer reguliert und das dann wegen des hohen Preises lassen. Ich kann es aber auch direkt so lassen. Am Ende kommen alle Wege aufs gleiche Ergebnis: Wir alle, weniger und anders.

Wichtig ist, dass man einen Weg geht. Am besten mehrere.
@luebbermann

@luebbermann
Genau. Die wollten doch damit Geschäfte machen.
Und mit etwas, das derart fies unsere Lebensgrundlagen zerstört, wäre das so nicht gelaufen.
Die Kampagne drängte krasse Warnungen der #Wissenschaft in den Hintergrund, die "Ökos" der 70er und 80er ließen sich auf die Individualverantwortungsschiene schieben
und Big Oil fuhr noch einige Jahrzehnte dick Gewinne ein.

Statt die ganze Zeit Ausbeutung der Fossilen zu bekämpfen ging's um #Recycling, Kernenergie, sauren Regen, Dieselruß ...

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