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Gibt es eigentlich Ressourcen, die einem das Organisieren von Tagesabläufen beibringen. So aus der Neurodiversen Ecke? Nein, brauche keine Empfehlung welcher tolle Taskwarrior-Fork mit i3bar integration und auf Arch ganz toll sein soll, weil in rust geschrieben. Suche da nach Strategien.

:boost_ok:

Ich weiß ja, dass es mir eigentlich voll gut tut wenn mein Tag von irgendwem durchstrukturoert wird, hab mich da aus Renitenzgründen aber immer gegen gewehrt.
Jetzt nach 1.5 Jahren ohne Uni, Ehe und so, die mir ein festen Framework geben muss ich doch eingestehen, dass ich meinen Alltag einfach nicht gebacken bekomme.

@nvi du könntest dir mal die Bullet Journal Methode angucken, für mich tut sie ziemlich gut und der "Erfinder" hat auch ADHS. Hat auch ein echt gutes Buch darüber geschrieben.

@leah
Das tut bei mir gar nicht.
Wenn meine exekutiven Funktionen in ner Burnout Phase aufhören zu existieren verliere ich da sofort den Überblick.

@nvi hm... ok. Es geht da eben auch viel um das externalisieren von Gedanken um sie eben nicht mehr stressig im Kopf zu haben. Das Planen damit ist eher nur ein Teil davon. Interessant wäre da auch aus welchem neurodiversen Bereich du das Problem betrachtest, weil die Probleme und Anforderungen da doch recht unterschiedlich sind.

@leah
Ich bin (evtl.) Auti (warte noch auf nen Diagnose-Termin) und realisiere momentan, welche Veränderungen der letzten Jahre zu was für Problemen geführt haben.
Keine von Außen (vor allem durch meine Ex) kontrollierte täglich Routine mehr zu haben hat bei mir zum totalen Kontrollverlust geführt.

@leah Das Ideensammeln oder wegschreiben ist weniger ein Problem, da ich sehr gut Gedanken an einem bestimmten Ort ablegen (mein Kopf benutzt reale Orte als Pointer auf Gedanken) und später wider aufnehmen kann. Kostet jedesmal Zeit und Energie aber das lässt sich auch durchs aufschreiben nicht verkürzen.

@nvi hm okay. Dann bin ich mit Ratschlägen raus. Drücke dir die Daumen

@leah
Hab jedenfalls mal nen dependency-graph aller baseline-Dinge in meinem Leben gemacht und packe davon Stück für stück Tasks von Blatt zu Wurzel auf Karten um einen Kanban-Prozess zu inplementieren. Mal sehen ob das tut, angeblich kann ich das mit dem Prozessmanagement ja.

@nvi ich sehr schon, mein Kopf funktioniert völlig anders als bei dir.

@leah
Vermutlich. Ich meine, das ist ja ganz normal. Daher ist das mit dem nach Ratschlägen fragen ja eher so ne Sache bei der eins sich hinterher aus dem Feedback etwas passendes zusammenstückelt.

Das mit dem hatte ich vor nem Monat mal angefangen nachdem gewisse Accounts in meiner Timeline davon gepostet hatten. Zumindest hat das meine Begeisterung für gepunktetes Papier geweckt.

@nvi tatsächlich braucht es meiner Erfahrung nach ein bisschen Übung bei letzterem und eher ein zwei Monate Geduld bis es sich eingespielt hat.

Aber ja, das mit der Auswahl stimmt natürlich ;)

@nvi @leah
1: Ich wär auch sehr an so einer Ressource interessiert! Ob @Kali etwas weiß?
2: Meine Erfahrung ohne Tagesstruktur: Ich hab mal 2 Monate komplett frei gedreht: Schlaf wenn ich müde war, Essen wenn ich Hunger hatte, sonst Arbeiten. Erst hatte ich 10-11h Schlaf pro 26h-"Tag". Nach über einem Monat pendelte es sich bei 7h Schlaf und 24h-Rythmus ein, und ich war hellwach, gut drauf und richtig produktiv. Bis ich wieder morgens um 7:00 aufstehen musste...

@nvi fühle das SEHR
wobei ich etwas allergisch auf die Formulierung "Tag strukturieren" bin weil ich mir eben ungern was von extern aufdrücken oder gar mich in Standardschemata reinpressen lasse
ich glaube bei mir ist eher das Ding dass ich so lange nur durch Zwang funktioniert habe dass ich kaum noch was anderes kenne und kann
wenn ich wirklich völlig frei habe, mich nur mit Dingen beschäftige die ich mag und dazu auch noch die Impulse habe bestehen diese Probleme bei mir nämlich kaum noch

@nvi das einzige was bei mir (ADHS/Bipolar) geholfen hat und in modizierter Form noch immer hilft:
Aufgaben sammeln, Wochen/Tagesplan erstellen und möglichst viele daily routines.
Und einen immer griffbereiten Kalender mit Erinnerungen in den ich alles eintrage.

Im Laufe der Zeit mache ich vieles durch Routine, und habe tatsächlich nur noch für die Arbeit ein Wochen-ToDo. Aber ohne Kalendereintrag passiert auch nichts 😀

Irgendwie bleibt die Orga ziemlich viel Arbeit

@andredo
Das hat bei mir so lange funktioniert bis vor ca einem Jahr die high-phasen nicht mehr lang genug zum recovern waren. Bin da eh gerade en nem Punkt, dass ich mal wider in ner Klinik vorstellig werden muss um wider auf Medis zu fahren.

@nvi ich verstehe die Frage, glaub ich, nicht richtig.

@Andiana
Folgendes Problem: Burnout-Phase -> Ich bekomme den Alltag nicht organisiert -> Kann dadurch meine Routinen nicht halten und alles gerät außer Kontrolle und ich sitzt Tage Lang rum und starre die Wand an.

Brauche relativ strenge routinen in nem Framework, das auch an schlechten Tagen noch funktioniert.
Früher war das alles extern geregelt, jetzt muss ich mich da selbst drum kümmern und bin latent überfordert.

@nvi ging mir während der Depression auch so. Klingt platt, aber ich habe mir jeden Sonntag einen Wochenplan gemacht. Inklusive Pausen. Und nach ein paar Wochen konnte ich den gut einhalten.

@nvi Hab nix beizutragen, aber der Take on Nischensoftware war schon nett. :blobcatflower:

@encarsia
Das schlimme an genau dieser Art von Nieschensoftware ist, dass ich sofort eintauche und mich ausschließlich damit beschäftige, das in alle möglichen tools reinzuscripten. Daher ist mir papier da lieber.

An der Uni hab ich 1000e Zeilen Bash um taskwarrior gebaut um E-Mail Kalendereinladungen, Carddav, Firewall-Regeln und sämtliche Farbthemes darüber anzubinden. Irgendwas hab ich dabei bestimmt vergessen.

Und hab damit dann genau nichts produktives getan.

@nvi uuuufff... ich struggle da selbst. Externe Termine in sehr beschränkten Maßen sind für mich immer ein guter Taktgeber, und sei's nur als Videokonferenz.

Ansonsten finde ich es hilfreich, Sachen zu haben, die ich immer an der gleichen Position am Tag, immer in der gleichen Reihenfolge mache (z.B. morgens: Morgenyoga, Frühstück, Zähne putzen, Gesicht waschen, Haare kämmen).

Und: Sachen vorbereiten, wenn ich gerade gut organisiert bin (z.B. abends Medikamente für den nächsten Tag richten).

@nvi Gewohnheitsbildung finde ich auch super schwierig, das geht für mich am besten eine nach der anderen. Also erst dann ein neues Element in eine Routine einfügen, wenn sie schon gut läuft.

focusmate.com ist super für mich, wenn's um Arbeit geht.

@draco @nvi Für mich hat Morgenseiten schreiben tatsächlich sehr viel bewirkt und Struktur gebracht, wo ich keine erwartet hatte. Ich kann das jetzt nicht wissenschaftlich erklären, aber durch die Morgenseiten bin ich insgesamt geplanter geworden, ohne, dass ich das absichtlich gemacht hätte.

@draco
Das spiegelt so ziemlich meine Ideen dazu wider.
Vor allem wenn so vielen Dinge Abhängigkeiten zueinander haben versuche ich mich gerade, also ab heute Nachmittag, von Außen nach innen stück für stück vorzuarbeiten.

@nvi ich habe drei Level an to-do Listen: "day to day", "week to week" und "month" to month" wo ich kanban mäßig dinge durch-bewege (also zB "diesen monat muss ich X machen" oder "heute (ish) muss ich Y machen".

Ich erlaube es mir Dinge vor und zurück zu schieben jenachdem wie viel energie und Zeit ich habe.

Das scheint seit ca 6 Monaten echt gut zu funktionieren! Implementiert ist das via nextcloud task listen aber ich denke die Software ist da etwas egal.

@nvi So was? https://de.m.wikipedia.org/wiki/Getting_Things_Done
Da bin ich mal drauf gekommen, weil das Desktopwiki Zim direkt mit Informationen dazu installiert wurde.

Tagesabläufe an sich habe ich mir mittlerweile in eine App eingetragen, die mich zu bestimmten Zeiten daran erinnert: https://f-droid.org/packages/org.isoron.uhabits/
Das hilft mir mein morgendliches Yoga und meine Notizen regelmäßig in Angriff zu nehmen. 🙂

@daniel @nvi vielleicht ein etwas zu einfach gedachter Vorschlag, aber würde es nicht einfach eine Kreide Malfläche (oder whiteboard) am Kühlschrank tun? Gepaart mit einem täglichen Reminder die dort angeschiebenen Punkte zu Überprüfen?

@daniel @nvi
Ich benutze Tasks (das per CalDAV-Kalender mit Laptop/PC synchronisiert ist)
f-droid.org/de/packages/org.ta
und Track & Graph:
f-droid.org/de/packages/com.sa
...aber die sind zu leicht zu ignorieren, und mein Handy hat zuviele Ablenkungen, und alles von Hand zu tracken ist umständlich und noch eine Ablenkung mehr. Und manchmal, wenn ich vom Plan abweichen muss, kostet es zuviel Zeit, ihn zu ändern, also ignoriere ich ihn, und dann komm ich sehr schlecht wieder zurück...

@nvi @daniel
Meine die Apps auch nicht unbedingt als Empfehlung. Mehr so als Beispiel für Methoden, die in meinem Fall auch nur so halb funktionieren.

Papier find ich auch umständlich, weil man da Sachen nicht leicht löschen/verschieben kann. Aber ich hab so'n Notizbuch mit Plastikseiten plus Whiteboard-Stift. Das probier ich glaub ich als nächstes. Muss noch einen guten Platz dafür finden, wo es immer im Weg liegt.

@Zak_McKracken @daniel
Sowas hatte ich an der Uni ne Zeit lang benutzt. Eigentlich ein Sehr geiles Konzept (Ich hatte mit auf einigen Seiten Planer etc. mit wasserfestem Folienstift vorbereitet).
War aber am Ende nicht so von der Zufalässigkeit überzeugt. Vielleicht waren meine Stifte Murks aber manchmal wollte einfach keine Farbe auf die Seiten.

@nvi @daniel

Ich seh jeden Ansatz auch eher als Experiment, aus dem ich hoffentlich was für die nächste Strategie lerne. "Der nächste Anlauf klappt bestimmt!" ist bei mir nur noch eine dunkle Erinnerung.

Hab schonmal nachgedacht, mir selber ein Programm zu schreiben, dass Projekte, Aufgaben und Termine verwaltet, und zwar so wie ich das will ... aber das ist dann selber doch etwas viel Investition, und ein Experiment mit ungewissem Ausgang...

@Zak_McKracken @daniel
Momentan bin ich dabei, mit Karteikarten Kanban zu machen, da sich 90% der Tasks eh ständig widerholen.

@nvi Wer normal leben will muss normale Dinge tun. Nachts wird geschlafen, tags etwas getan. Es gibt drei Mahlzeiten um 9 um 12 und um 18Uhr. Ab Mitternacht ist Bettruhe, spätestens. Vormittags die Pflicht ( ein Tag Wäsche, ein Tag Aufräumen, Putzen, Einkaufen, Post, Projekt etc) Sonntags ist Ruhetag also ein Bad nehmen und Spiele spielen usw. Und vormittags in der Woche kein Medienkonsum. Das hilft mir gut. Wünsche Dir Erfolg.

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