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Da das Thema in der ITSec- und der Privacy-Bubble gerade wieder ziemlich aktuell erscheint:

Hört bitte endlich auf damit, Microsoft im Bildungsbereich mit allen Mitteln bekämpfen zu wollen, bis ihr vernünftige, barrierearme Alternativen präsentieren könnt.

Es gibt derzeit de facto keine alternative Software, die von allen Personengruppen so gut nutzbar ist, wie Microsoft Office/MS 365. Insbesondere blinde/sehbehinderte Schüler:innen haben /immer/ das Nachsehen, wenn Microsoft verschwindet.

Open Source kann keine Compliance.

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Aus genau diesem Grund ist auch Linux im Klassenzimmer nicht denkbar. Keine Linux-Distro ist auch nur annähernd so barrierefrei wie Windows oder macOS. Geht bitte daran arbeiten, bevor ihr über Microsoft meckert.

Dennoch, ihr habt einen Punkt. In der Zukunft, nicht jetzt.

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Nein, das war gelogen. Die Web-Suites von Google und Apple sind auch nutzbar.

Aber für Apple braucht man Apple-Hardware oder schnelle Rechner.

Und Google schließt sich wohl von selbst aus, wenn schon MS ein Problem ist.

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@kuketzblog

Wie schauts hier aus? Keine Compliance hinsichtlich Barrierefreiheit bei FOSS Lösungen?

@nwng

@nwng Und warum genau sollen jetzt *alle* Geräte mit MS ausgestattet werden, wenn nicht alle Schüler sehbehindert sind? Persönliche Daten werden hingegen von allen Schülern erfasst.

Verstehe jetzt nicht das Problem daran, dass standardmäßig alle Computer FOSS bekommen und nur in Ausnahmefällen Überwachungsprodukte.

@datenschutzratgeber @nwng Naja, wenn im Unterricht ein einheitliches Programm genutzt/erklärt wird, dassnicht barrierefrei ist, ist das schon auch Ausgrenzung.

@Segebodo @nwng Dann wird's halt in der ganzen Klasse genutzt, so what. Das ist dann immer noch ein Ausnahmefall — und betrifft nicht gleich das ganze Bildungssystem.

Außerdem: Werden sehbehinderte Schüler überhaupt an „normalen“ Schulen unterrichtet? 🤔

@datenschutzratgeber @nwng Das klingt schon besser, aber ich kann mir vorstellen, dass die Akzeptanz nicht so groß ist "für den einen" die Software zu wechseln.

Wenn man die freie Software nutzen will, sollte man als Bildungsministerium Geld darin stecken, dass diese Software barrierefrei gemacht wird. Das wäre dann quasi der Ersatz für Lizenzkosten bei proprietären Anbietern.

@Segebodo @nwng

Naja, das Problem der Akzeptanz ist aber keines der Software, sondern ein generelles. Inklusion soll doch gerade diese Akzeptanz fördern.

Klar, ich würde eigentlich auch die Bundesregierung in der Verantwortung sehen, die Entwicklung barrierefreier FOSS-Produkte voranzutreiben, weil die ja überall im Alltag gebraucht werden.

@datenschutzratgeber @Segebodo Das Problem ist genau die fehlende Akzeptanz, für die eine Person eine komplett andere Lösung aufzubauen. Außerdem ist es gerade bei Schüler:innen mit Behinderung so, dass sie überdurchschnittlich häufig die Klasse/den Lehrkörper wechseln. Nur weil du aktuell niemanden hast, heißt das lange nicht, dass du nicht in der nächsten Woche jemanden bekommst. Und Inklusion baut man nicht erst dann, wenn sie gebraucht wird, sondern die ist von Anfang an da.

@datenschutzratgeber @Segebodo wtf, natürlich werden Menschen mit Sehbehinderung an Regelschulen unterrichtet und das ist auch gut so.

Genutzte Werkzeuge in der Schule müssen nach den schwächst-möglichen eingesetzt werden. Außerdem kannst du wirklich nicht von Lehrpersonal erwarten, jeden erdenklichen Inhalt mehrmals zu erstellen.

@nwng
Ich bin erstens der Ansicht, dass wir vom Lehrpersonal deutlich! mehr Einsatz für die Bildung ihrer Schutzbefohlenen zum Thema Datensouveränität und Digitalisierung erwarten dürfen und sollten.
Zweitens bin ich der Ansicht, dass der -selbstverständlich wichtige- Respekt vor den Bedürfnissen der Minderheiten nicht über die existentiellen Bedürfnisse der Mehrheit gestellt werden dürfen.
@datenschutzratgeber @Segebodo

@nwng @Segebodo

Und wie funktioniert dann eigentlich der Schulalltag bezüglich Lehrbücher, Hefte, Blätter? Kann mir das gerade nicht so ganz vorstellen, wie das gehen kann 🤔

Warum alles doppelt machen, wenn die ganze Klasse dasselbe Produkt benutzt...? Und selbst wenn: Gerade Word, LibreOffice und Open Office sind doch schon gut kompatibel.

@datenschutzratgeber @nwng Die Lehrperson unterrichtet mehrere Klassen, davon haben nicht alle sehbehinderte SchülerInnen. Dann müsste sie für die Klassen unterschiedliches Lehrmaterial vorbereiten.

@datenschutzratgeber @nwng und ich sehe jetzt schon die Situation vor mir, wo Lehrer irgendwelche Produktspezifischen Features in ne Aufgabe packen und das in dem Alternativprogramm irgendwie nicht funzt oder nicht gibt oder niemand weiß, wie es geht und wo man es findet.

@Segebodo @nwng

Produktsprezifischer Unterricht ist nicht das Problem der freien Software.

@datenschutzratgeber @Segebodo Ein bisschen traurig, dass man 2020 immer noch von Aussonderung behinderter Schüler:innen in Sonderschulen ausgeht, weil sie ja Probleme haben /könnten/. Es ist möglich, durch technische Hilfsmittel und durch engagierte Lehrkräfte. Die Digitalisierung bietet ENORME Vorteile, dass das mit weniger Stress für alle verbunden ist und einfach klappt. Wenn man die einzige Software, die sicher funktioniert, wegnimmt, wirds nur noch schwerer, weil techn. Know-How fehlt.

@nwng @Segebodo Erklär doch einfach mal, wie der Unterricht mit behinderten Schülern funktioniert, statt von deinem nicht ganz niedrigen Ross herab andern ihre Unwissenheit zum Vorwurf zu machen.

@datenschutzratgeber @Segebodo Das passt nicht in die 500 Zeichen, die ich hier zur Verfügung habe, aber ich habe 13+ Jahre persönliche Erfahrung sammeln können, an unterschiedlichen Schulformen mit Lehrpersonal wie es unterschiedlicher nicht sein könnte. Es war ein einziger Spießrutenlauf für mich, weil ich von jeder neuen Person, jedem neuen Kurs, jeder neuen Schule, immer unendlich viele Dinge hab einfordern müssen, die eigentlich selbstverständlich sein sollten.

@datenschutzratgeber @Segebodo Wenn es so gewesen wäre, wie jetzt in Pandemiezeiten, hätte ich sehr sehr viel weniger Probleme gehabt, weil allein schon der Umstand, die Dinge digital zu haben, enorm hilfreich ist.

@nwng @Segebodo Also so, wie es immer ist. Bildungsministerium sagt FY, Schulleitung ist es egal. Sowas habe ich in anderen Belangen auch schon oft erleben dürfen.

@datenschutzratgeber @Segebodo Es geht hier nicht um Belange, die in einem Gesetz festgeschrieben sind, sondern um persönliche Nachteilsausgleiche, die von Person zu Person unterschiedlich ist. Es gibt kein Gesetz, auf das man sich berufen kann, das bestimmte Dinge konkret erlaubt oder zugesteht. Die Arbeit liegt immer bei den Lehrkräften - mit der Schulleitung hatte ich dafür am aller wenigsten zu tun. Und das kann man größtenteils vermeiden, wenn man g'scheite Software nimmt, die gleich läuft.

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