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Ich hab vorhin meiner Familie die Zusammenfassung von der Autonomen Antifa Wien geschickt, "falls ihr euch gefragt habt, was da in den letzten tagen in los war".
Und hab gerade allen ernstes ein 👍 von meinem Bruder drauf bekommen o.o

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Die betreffende Zusammenfassung (leider nur auf facebook):
m.facebook.com/story.php?story
Und ja, ich hab vorgewarnt, dass da "ungewohnte/unangenehme Begrifflichkeiten" dabei sein könnten, wie etwa "Bullen" oder "rechtsautoritĂ€re ÖVP" 😂

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@regines
Image 1:
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Po Pee oer)

+++ Erste Einschatzungen und Uberlegungen Uber die Zusammenstéfte mit turkischen
Feschisten in Wien Favoriten Ende Juni 2020 +++
\Was wat da los in den letzten Tagen im 10, Wiener Gemeindebezitk Favoriten? Der
medialen Bericitserstattung zufolge habe es einen unUbersichtichen Haufen an
Informationen und Demonstrationen sowie vermeintlichen .Gegendemonstrantent
{gegeben, Eur die melsten Medien, dla Polize: und die Palit wurden dle Ereignlsee aus
einem aus dem Ausland importierten Krieg’ zwischen unterschiedlichen ,Ethaien’
esultieren der nun im ,Problembezirk” Favoriten forlgesetzt wird, Wir versuchen mit
diesem Statement eine erste Einachétzung der Lage 2u liefern, wollen auf Leerstellan
antifaschistischer Arbeit in Wien hinweisen und Perspektiven diskutieren.

albstredend ist es kein KampY, der zwischen zwei unterschiedlichen ,Ethnien’ verlĂ©ut,
der dain Favoriten ausgetragen wird, Es ist ein Kampf zwischen Faschisten (1) und
Aatifaschist“innen, zwischen progressiven Linken und rechtsextremen ,Grauen Wlfen”
und 2wvischen Feminisitinen und islamieten. Fs Ist eln paitischer Kampf, der auch als
Ssolcher benannt und gefnrt werden muss. Daher ist es auch von besonderer
Wichtigkeit den ethnisierenden Narrativen u.a, von Innenminister Nehammer une
Kanzier Kurz (beide rechts-autoritire OVP), die von ,fremden Konfkten”
sschivadronieren, politische Analysen entgegenzusetzen und aut die Auswirkungen
damit verbundener Deulungsmuster hinzuweisen, Beide scheinen bereits jetzt die
perfekte Lasung zu haben. Mehr Polizel im Bezirk und maby (rassistische) Kantrallen.
Besonders zynisch erscheint dieser Ruf nach dem ,harten Durchgreifen’, wenn bedacht

rd, dass von Seiten der GVP und auch der SPO seit vielen Jahren mit den ,Grauen
\Wlfen” und ihren Vereinen kooperiert wird. Antifaschist"innen weisen selt anger aut
dle verschiedenen Verstrickungen der, Wolfe im Schafsgelz" in de Osterreichische
Innenpelitic hi ( ). Dass de
polzelichen Kontrlien zualleerst migrantische Jugendliche, Drogenkansument‘innen
und andere marginalisierte Gruppen treffen werden, versteht sich von allene, Wenig
Ugerraschend gehen ale autoitaren Mafinahmen am elgentichen Problem ~ namiich
der verstarkten Prasenz des tirkischen Rechtsextremismus im Ă©ffentlichen Raum
vorbei
‘Wie sind die Faschisten im 10. Bezirk aber organisiert und wie kann man ihnen
‘schaden? Diese Frage wird uns von nun an noch langer beschaftigen. Die aktuellen
Taschistischen Aggressionen haben berelts am 1. Mai begonnen, als ,Graue Walle” elne
linke Kunagebung arn Keplerplatz in Favariten angegritfen haben, Diese Angrife haben
sich mehrmals vederholt, bis sich die Lage vergangene Woche am Mittwoch (24.06.)
Zzuspitte. Eine Kundgebung kurdlecher Feministrinnen gegen Femizide am Vikior-Adler
Marit in Favoriten wurde von trkischen Rechtsextremen mehrfach unter den Augen
der anwesenden Bullen angegrffen, AnschlieBend sarmelien sich die Faschisten vor
dem Emst Kirchvager Haus (EKH), auch hier machte die Polize:kelne Anstaten, die
Versammlung autzulésen, Wie sich in den daraut folgenden Tagen wiedernalt
zeigen sollte, fungierte der wenige Meter vom EKH entfemte Wielandpark als beliebter
‘Sammeiort fir die Faschisten. So auch an ciesem Mittwochabend, in deseen Verlaut es
metrmals 2u Zusarmenstoen zwischen Antifaschist*innen und Rechtsextremen kar,
auf die mit einer spontanen antifaschistischen Demonstration 2um Hauptbahnhof
geantwortet wurde
‘Am Tag darauf (Oonnerstag 25.06.) sptzte sich die Lage weiter zu und es karn zum
ersten HĂ©hepunkt der rechtzextremen Eskalation. Wieder versammelten sich kurdische
und andere inke krafte im Bezirk, um im Zuge einer Kundgebung auf die Angriffe

Image 2:
acao:

Po Pee oer)

‘Am Tag darauf (Donnerstag 25.06.) spitzte sich die Lage wetter 2u und es kam zum
ersten Hohepunkt der rechtsextremen Eskalation. Wieder versammelten sich kurdische
and andere linke Kraft im Bezirk um im Zuge einer Kundgebung auf die Angrffe
utmerksam zu machen. Die anschlieflende Demonstration wurde an fast jeder
Straenecke von Faschisten provoziert oder angegrffen, neben unzéhligen
_Wolfagriten’ waren auch Zeichen des IS und der Muslimruderschaft 2 sehen.
Nachdem die Demonstration vorbel war, sammetten sich im Wielandpark emeut
mmeitrere hunderte Wolfe” und Jugendliche und zogen unter Allah Akbar"“Rufen von
dort 2um EKH los, bewarfen das Haus mit Flaschen, Stelnen und pyrotechnischen
GGegensténden und versuchten,cie Turen einzutreten, Zudem wurden die
Fensterscheiben des linken lrkisch-kurdischen Verein DIDF eingeschlagen, Den
lanwesenden Antifaschistinnan gelang as innerhalb von Minuten, den Angritt
‘abzuwehren und die Aggressoren in die Flucht zu schlagen, wahrend die Polizei aus der
Ferne 2usah,
Die nachste Eskalation durch dle Rechtsextremen le nicht lange auf sich warten und
folgte am nachsten Tag (Freitag 26.07.) Hunderte Antifeschist*innen sammelten sich
als Sollkundgebung vor dem EKH - eine enttauschende Anzahl, angesichts der
‘andauernden Gedrohung und nachdem eine der wichtigsten liken Institutionen in Wien
00-300 Faschisten angegriffen wurde. Besonders iiierend erscheint de geringe
<olidarische Beteligung in Anbetracht der sehr gut besuchten Demonstrationen gegen
Ressismus und Polizeigewalt der vergangenen Wochen, Umso deutlicher zeigt sch,
dass es hier offensichilich ein Problem der Positionierung und Lageeinschatzung in
Tollen der Wiener Linken gibt. Nichtsdestotrotz setzte sich am Freitag, nach einer
kampferischen Auftaktkundgebung vor dem EXH eine entschlossene Demonstration in
Bewegung, de jedoch (erneut) berelts nach zehn Metem mit ,Walfsgrien” emptangen
‘wurde. Auf dle Provokation folgten schnelle und adaquate Reaktionen, worauthin dle
Bullen die antifaschistische Demonstration Uber mehrere Stunden kesselten, wahrend
die Faschisten im Beal’k scheinbar tun und lassen kannten, Was sie wallten, ES gab
metrere Versuche der Rechtsextremen, die antifaschistische Demo 2u konfrartieren
und unzahlige Angriffe auf die Bullen, die die Lage im Bezirk bereits zum driten Mal in
Falge nicht unter Kertralle bringen kannten und/oder wolltan, De Demonstration wurde
schieSlich unter massivem Polizeiaufgebat zum Hauptbahnhof umngeleitet. Es scheint,
als ware den Bullen selbst in der diten Angniffsnacht in Folge nicht klar gewesen, wer
die Aggressoren sind. Absets der Tatsache, dase die Kundgebung und anachlieende
Demonstration mehrfach attackiert und ohne Unterbrechung aus mehreren Richtungen
vvon der PolizeIabgefimt wurde, urften Telinehmertinnen der Demo, auf palzelliche
Aniveiaug hi den Encpunkt der Dema ausscniielich in kleinen Gruppen 2u maximal
zen Personen verlassen. Die Konsequenz dieser gefahrdenden Polizeitaktik le nicht
lange auf sich warten:elnige Antifaschist*Innen wurden am Hauptbahnhof mit Stangen
und Holzlatten attackiert. Auch dieser Angriffkoante in erster Linie durch
antifaschistischen Selbsischutz abgewehnt werden, auch wenn es zu Verletzungen
Der Samstag (27.06. velit schlieflich um einiges ruhiger. Eine GroBdemonstration
20g vom Columbusplatz mit 2 000 Teilehmer*innen 2urturkischen Botschal, Wi
‘schen einen Fehler in der gewahlten Route, weil der Bezirk dadurch verlassen werden
musste. Es ware ein wichtiges Zeichen gewesen, durch den Bezirk zu gehen, Présenz zu
Zzegen und 2um Wielanpark und Reumannplat2 4 Ziehen, de sich als Sammelorte fur
“patere Angriffe etabliert atten
Wenig uberraschend ist zunachst, dass wir von den Bullen keinen Schutz ervarten
Ksnnen, Wann Faschict“Innen provozieven, dione undzuschlagen,milscen wie Un

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Wenig berreschend ist zunachst dass wir von den Bullen Keen Schutz ervarten
x {ann Faschist*innen provozieren, drohen und 2uschlagen, mlseen wi une
immer selbst 2ur Wehr setzen - das wurde die letzten Tage wieder mehr als deutlich. In
der vergangenen Wache hat sich jedach auch klar gezelg, dass es eine qeofe Leerstelle
in der antfaschistischen Linken in Wien gibt. Wir kennen zu wenige Strukturen und
Personen des tirkischen Rechtsextremismus, es fehit an Recherche und Analysen,
Nach den Kampfen im Bezirk lst une immer noch nicht ganz Klar, we sich dla
Feschisten organisieren, wie wir sie erkennen konnen un, ob es sich mehhetticn um
Corganisierle Rechisextreme handel, Daher konnen wir slang eher mit Eindrticken als.
on des Spektrum aufwarten:Einiges an Kommunikation scheint Uber das
Social-Media-Tool,TikTok” zu laufen. Die hier veroffentlchten Videos lassen den
chluss zu, dass ein GroBieil der Aggressoren Jugendliche sind. Unser Eindruck ist,
dass der Mob, der cle letzten Tage im Bezik witete, cine Mischung aus organisierten
(Grauen Wolfen’ und Islaristen auf der einen Seite und frustrierten Kids aut der
“anderen Selte [st Auf Fotos und Videos st 2u erkennen, dase die Jugendlichen
teiivcise unter 15 Jane alt sind. Sie reden davon, Steine 2u sammeln und drehen
Linken mit sexualisierter Gewelt. Klar st, dass die Angriffe strategisch und taktisch
koordiniert wurden und geziet Jugendliche vorgeschickt wurden,
\Wirmichten an dieser Stelle betonen, dass wir ein dalektisches Versténdnis der
Lebenssiluation dieser Jugendlichen fur notwendig halten Sie sind gleichzeitig
cinersets betroffen von Rassismus und dementsprechend altaglch auch potenaielles
Opfer von Polizeigewalt. Andererseits sind sie fr Denken und Hendeln als
Faschisten emst 2u nehmen und dieses Denken und Handeln muss entsprechend
beantwortet werden. Hierfur glo es keine Entschuldigung. Denn gerade im
mannerbiindischen Charakter, den autoritaren Aggressionen gegen Feminisinnen, im
Nationalismus und Antisemitismus zelgen sich dle ideolagischen Gemeinsamkelten
Zzuischen den verschiedenen Spektren der extremen Rechten. Denn von recitsextrermen
Burschenschafien tiber die ,ldentitaren" hin zu den 'Grauen Wolfen’ tellen die
Gruppierungen welt mehr, ais thren Anhiingertinnen oft led ist.
Wenn sich allgemein etwas in den vergangenen Tagen gezeiat hat, dann, dass unsere
Waffe im Kampf gegen al jene Menschenfeinde, die im Wahn ihre Ideologie andere
\erletzen und ihren Tad in Kaut nehmen, unsere Soldaritat ist. Wir lassen niemanden
alleine, Wir sehen ein, Schulter an Schulter far eine bessere eine befreite Gesellschaft
Die Angtiffe de letzten Tage waren Angnife aut en getelles pollisches Ziel, ensets
der Zwnge von Patriarchat, Saat, Kapital und Nation. Unsere Antwort muss moglichst
schnell erfolgen. Wir brauchen zunachst eine noch engere Vernetzung mit den
progresslven Krften der trkischen und kurdlschen Linken in Wien, um uns weiterhin
‘gegenseitig zu untersttzen und Recherchen Uber die turkischen Faschisten zu
erstellen, Ob sich die Lage in den Kommendien Wochen wieder beruhigt oder, ob sich die
Angiffe wiedemoten, bleibt abzuntarten. Langfristig wid es darum gehen mUssen, den
(Grauen Wolfen’ zu zeigen, dass der Bezirk nich ihr Spielteld ist, sie nicht die
Selbsterannten ,Wachter von Favoriten sind und ihre faschistische und islamistische
Hetze nicht toleriert wir
(1) Wir sprechen an dieser Stelle von Faschisten um deutlich zu machen, dass sich
belnahe7u ausnahmslos Manner an den gewaltsamen Angtiffen beteligt haben. Das
bedeutet nicht, dass es nicht auch Frauen gibt, die sich im Kontext der ,Grauen Wife
oder anderertirkisch-feschistischer oder rechtsextremer Gruppen organisieren und mit

dieser Ideologie sympathisieren,

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