Frage 5 - Hast du andere Diagnosen?
Nein, weder "offiziell" noch selbst-diagnostiziert.


Frage 6 - -Symptom, das dir die meisten Schwierigkeiten macht?
Das hängt stark von der Situation ab. Manchmal verliere ich beim Zuhören den Fokus, was unangenehm ist; manchmal kann ich um nichts in der Welt eine Aufgabe anfangen ( 😭 ) >>

>> emotionale Dis-Regulation und Rejection Sensitivity sind ein großes Thema; manchmal verliere ich komplett den Faden - beim Erzählen, beim Denken, beim Tun. Großartigen Comic dazu gibt's von Dani Donovan:
twitter.com/danidonovan/status

>> aber jetzt wo ich so drüber nachdenke, ist wohl die Schwierigkeit, überhaupt mal eine Aufgabe anzufangen, mein größtes Problem. Hielt mich bei der und zurück, und ist auch bei aktuelleren Projekten immer wieder Thema.

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>> Ohje, und natürlich Perfektionismus 😂 wobei das irgendwie dran hängt am Anfangen-Problem...
youtube.com/watch?v=czcBDTjG1j

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Frage 7 - Nimmst du Medikamente?
Nein. Als ich meine Diagnose bekommen hab, gab's zeitgleich noch eine andere große Änderung in meinem Leben, was mich davon abgehalten hat, mich direkt mit der Idee auseinander zu setzen. Und was nicht JETZT passiert, ... 😅


Frage 8 - Haben Mitglieder deiner Familie ?
Nicht, dass ich wüsste - weder selbst- noch offiziell diagnostiziert.


Frage 9 - Frustration & Wut
Äh, ja? Das ist ein riesiges Thema und ich hab keine Ahnung, wo ich anfangen soll... Ich glaub, ich notier mir das für einen Thread, äh, irgendwann ein anderes Mal 😅 (nein, wirklich, ich schreib's mir ins )


Frage 10 - Was hilft dir (abgesehen von Medis) am meisten mit deinen Symptomen?
Mein hilft, den Überblick zu bewahren - Dinge händisch niederschreiben ist so viel besser als tippen, und bringt damit auch Ruhe. >>

Ansonsten baue ich vor allem auf Verständnis aus meinem Umfeld. Ich beginne inzwischen damit, Leute im Voraus auf bei mir bekannte Symptome hinzuweisen - zB auf meine Rejection Sensitivity, oder auf Fokus-Probleme. Manchmal mit, manchmal ohne Erwähnung der Diagnose. >>

Und zu meinem Glück reichen diese Vorwarnungen - und Bezüge darauf, wie "Erinnerst du dich, dass ich dir mal von Problem XY erzählt habe..?" - meistens aus. Ich mag mein Umfeld.

Nachtrag zu Frage 6 - Symptom, das mir die meisten Schwierigkeiten macht.
inkludiert eine Störung der Impulskontrolle, was auch oft zu "Gewohnheiten" wie Nägelkauen, Kratzen, Knöchelknacken führt. Ich hab, eben weil ich mich nicht zurückhalten kann, einige Narben.

Und uff, wie oft mir meine Mutter versucht hat, das Nägelkauen und Kratzen abzugewöhen. Wie oft ich es _selbst_ versucht habe. Und wie oft es nicht, oder nur sehr kurzfristig, funktioniert hat. Und wie sehr ich mich dafür geschämt habe.


Frage 11 - Worüber wünscht du dir (mehr) Verständnis anderer bzgl. ADHS?
Ich kann nichts für meine Symptome. Wenn etwas wegen der Symptome schief läuft, dann ist das keine Absicht.
Ich bin kein schlechter(er) Mensch wegen meinem .

>> Und ja, dafür fehlt Verständnis. Menschen glaub(t)en, ich wäre von ihnen gelangweilt und würde deshalb aus einem Gespräch (geistig) aussteigen. Menschen glaub(t)en, ich würde Dinge (oder Personen) für nicht wichtig erachten, und sie deshalb vergessen.
>>

>> Menschen glauben, ich müsste mich "einfach mal zusammenreißen", dann könnte ich doch sicherlich "problemlos" das Studium abschließen/mir irgendwelche Routinen angewöhnen/Dinge nicht mehr vergessen.
Sie unterstellen mir Unwillen, mich "einfach zusammen zu reißen".

>>

>>
Und genau das ist der Punkt, für den ich so gern mehr Verständnis anderer bekommen würde: "einfach machen" und "sich mal zusammenreißen" gibt es nicht mit .

>> Überhaupt: "einfach" gibt es meiner Meinung nach nicht. Das ist ein Wort, das ich aus meinem Gebrauch loswerden möchte - weil ich nicht realistisch einschätzen _kann_, was für eine andere Person "einfach" ist.
Und bei sind davon eben Fokus & Motivation betroffen.

Übrigens ein klassischer Mythos: "wächst sich aus". Blödsinn. Menschen mit ADHS lernen, ihre Symptome zu maskieren/kaschieren, finden - mehr oder weniger gute - Bewältigungsstrategien, etc
Und vor allem: wir suchen die Schuld bei uns selbst.


Frage 13 - Was ist dein -Typ?
Gemischt - also aufmerksamkeitsstörung UND Hyperfokus.
Wer mich kennt, kennt's vermutlich ;)


Frage 14 - Exekutive Dysfunktion
... beeinträchtigt Exekutive Funktionen (no na), und ist jenes -Symptom, das ich auch schon als "Probleme mit Motivation & Fokus" bezeichnet habe.
Die Wikipedia hat eine gute Liste davon:
de.wikipedia.org/wiki/Exekutiv

>> Und ja, ich hab massive Probleme mit dieser Dysfunktion. Wann immer ich mich darüber freue, scheinbare "Kleinigkeiten" geschafft zu haben oder nach "Erwachsenen-Punkten" frage (adulting points) - dann habe ich meine ED überwunden.

>> De Facto bedeutet die Exekutive Dysfunktion, dass ich mit meinem an Dingen scheitere, die für neurotypische Personen "Kleinigkeiten im Alltag" sind. Und damit oft als faul, unfähig, uninteressiert, dumm, … wahrgenommen werde. Dabei bin ich nichts davon.

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@pascoda Ich befürchte, dass "einfach" generell ein oberflächliches Bewertungskonstrukt ist. "Einfach für den, der es kann/kennt/Lösung hat/blah foo".
Zusätzlich unterschlagen wird der eigene Werkzeugkasten der Erfahrungen, die Kultur, der aktuelle Druck/Freiheit eine Entscheidung überhaupt treffen zu können..

"Mal eben [..] einfach [..] machen""...
"Die Kunst sich die Schuhe zu binden"
Soviel Zeug in dem Text, der bei mir nur Sodbrennen erzeugt.
Danke für deine Zusammenfassung!

@pascoda und vor allem nicht mehr die Sorge ständig was zu vergessen. Das bujo ist auch bei mir das wichtigste und effektiver als jedes Medikament

@leah voll, das meinte ich mir "bringt Ruhe", aber mir ist die Formulierung einfach nicht eingefallen xD

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