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>> Ohje, und natürlich Perfektionismus 😂 wobei das irgendwie dran hängt am Anfangen-Problem...
youtube.com/watch?v=czcBDTjG1j


Frage 7 - Nimmst du Medikamente?
Nein. Als ich meine Diagnose bekommen hab, gab's zeitgleich noch eine andere große Änderung in meinem Leben, was mich davon abgehalten hat, mich direkt mit der Idee auseinander zu setzen. Und was nicht JETZT passiert, ... 😅


Frage 8 - Haben Mitglieder deiner Familie ?
Nicht, dass ich wüsste - weder selbst- noch offiziell diagnostiziert.


Frage 9 - Frustration & Wut
Äh, ja? Das ist ein riesiges Thema und ich hab keine Ahnung, wo ich anfangen soll... Ich glaub, ich notier mir das für einen Thread, äh, irgendwann ein anderes Mal 😅 (nein, wirklich, ich schreib's mir ins )


Frage 10 - Was hilft dir (abgesehen von Medis) am meisten mit deinen Symptomen?
Mein hilft, den Überblick zu bewahren - Dinge händisch niederschreiben ist so viel besser als tippen, und bringt damit auch Ruhe. >>

Ansonsten baue ich vor allem auf Verständnis aus meinem Umfeld. Ich beginne inzwischen damit, Leute im Voraus auf bei mir bekannte Symptome hinzuweisen - zB auf meine Rejection Sensitivity, oder auf Fokus-Probleme. Manchmal mit, manchmal ohne Erwähnung der Diagnose. >>

Und zu meinem Glück reichen diese Vorwarnungen - und Bezüge darauf, wie "Erinnerst du dich, dass ich dir mal von Problem XY erzählt habe..?" - meistens aus. Ich mag mein Umfeld.

Nachtrag zu Frage 6 - Symptom, das mir die meisten Schwierigkeiten macht.
inkludiert eine Störung der Impulskontrolle, was auch oft zu "Gewohnheiten" wie Nägelkauen, Kratzen, Knöchelknacken führt. Ich hab, eben weil ich mich nicht zurückhalten kann, einige Narben.

Und uff, wie oft mir meine Mutter versucht hat, das Nägelkauen und Kratzen abzugewöhen. Wie oft ich es _selbst_ versucht habe. Und wie oft es nicht, oder nur sehr kurzfristig, funktioniert hat. Und wie sehr ich mich dafür geschämt habe.


Frage 11 - Worüber wünscht du dir (mehr) Verständnis anderer bzgl. ADHS?
Ich kann nichts für meine Symptome. Wenn etwas wegen der Symptome schief läuft, dann ist das keine Absicht.
Ich bin kein schlechter(er) Mensch wegen meinem .

>> Und ja, dafür fehlt Verständnis. Menschen glaub(t)en, ich wäre von ihnen gelangweilt und würde deshalb aus einem Gespräch (geistig) aussteigen. Menschen glaub(t)en, ich würde Dinge (oder Personen) für nicht wichtig erachten, und sie deshalb vergessen.
>>

>> Menschen glauben, ich müsste mich "einfach mal zusammenreißen", dann könnte ich doch sicherlich "problemlos" das Studium abschließen/mir irgendwelche Routinen angewöhnen/Dinge nicht mehr vergessen.
Sie unterstellen mir Unwillen, mich "einfach zusammen zu reißen".

>>

>>
Und genau das ist der Punkt, für den ich so gern mehr Verständnis anderer bekommen würde: "einfach machen" und "sich mal zusammenreißen" gibt es nicht mit .

>> Überhaupt: "einfach" gibt es meiner Meinung nach nicht. Das ist ein Wort, das ich aus meinem Gebrauch loswerden möchte - weil ich nicht realistisch einschätzen _kann_, was für eine andere Person "einfach" ist.
Und bei sind davon eben Fokus & Motivation betroffen.


Frage 12 - Wie alt warst du bei deiner Diagnose?
34 1/4 Jahre ^^

Übrigens ein klassischer Mythos: "wächst sich aus". Blödsinn. Menschen mit ADHS lernen, ihre Symptome zu maskieren/kaschieren, finden - mehr oder weniger gute - Bewältigungsstrategien, etc
Und vor allem: wir suchen die Schuld bei uns selbst.


Frage 13 - Was ist dein -Typ?
Gemischt - also aufmerksamkeitsstörung UND Hyperfokus.
Wer mich kennt, kennt's vermutlich ;)


Frage 14 - Exekutive Dysfunktion
... beeinträchtigt Exekutive Funktionen (no na), und ist jenes -Symptom, das ich auch schon als "Probleme mit Motivation & Fokus" bezeichnet habe.
Die Wikipedia hat eine gute Liste davon:
de.wikipedia.org/wiki/Exekutiv

>> Und ja, ich hab massive Probleme mit dieser Dysfunktion. Wann immer ich mich darüber freue, scheinbare "Kleinigkeiten" geschafft zu haben oder nach "Erwachsenen-Punkten" frage (adulting points) - dann habe ich meine ED überwunden.

>> De Facto bedeutet die Exekutive Dysfunktion, dass ich mit meinem an Dingen scheitere, die für neurotypische Personen "Kleinigkeiten im Alltag" sind. Und damit oft als faul, unfähig, uninteressiert, dumm, … wahrgenommen werde. Dabei bin ich nichts davon.

>> Auszug aus der oben verlinkten Liste: Setzen von Zielen & strategische Handlungsplanung zur Erreichung dieser Ziele, Priorisierung, Impulskontrolle & Emotionsregulation, Arbeitsgedächtnis, Fokus, zielgerichtetes Beginnen, Koordinieren & Sequenzieren von Handlungen.

Oh! Nachtrag zu Frage 10 - Was hilft dir am meisten mit deinen Symptomen?
"Done"-Listen! Die sind quasi das Gegenteil von "To Do"-Listen (die ich in Form meines eh auch führe) - ich führe auf, was ich heute (schon) alles geschafft habe.
>>

>> Mir bleibt von einem Tag oft nur in Erinnerung, was ich "zwischen" Dingen gemacht hab - Essen, lesen, MUD.
Die Dinge, die ich erledigt habe, vergesse ich dagegen. Vor allem, wenn es viel verschiedener "Kleinkram" war. Und dann habe ich das Gefühl, ich hätte nix gemacht :/

>> Deshalb mache ich 2 Dinge:
* One Line A Day-Einträge im :
chaos.social/@pascoda/10580254
* Freund*innen erzählen, was ich schon geschafft habe. Fühlt sich anfangs schräg an, gibt ihnen aber auch oft Möglichkeit, über ihren Tag zu reflektieren.

>> Was auch mit meinem hilft: Externer (sanfter) Druck. Für meine und auch einige andere Dinge hat es mir geholfen, Vereinbarungen mit anderen Leuten zu treffen. Wer mir schon länger folgt, kennt schon Berichte dazu ^^

>> Und zwar:
* accountability buddies. Wenn ich eine Deadline mit einer anderen Person ausmache, halte ich mich eher dran.
* body doubles. Wenn ich gemeinsam mit Leuten arbeite, online oder offline, am gleichen Ding oder verschiedenen, kann ich besser fokussieren.
>>

>> und:
* Abhängigkeiten. Wenn ich glaube/weiß, dass etwas _anderes_ von mir abhängt, kann ich mich motivieren. Wenn ich für wen anderen in der Früh aufstehen & Kaffee machen kann/soll - dann kann ich aufstehen. Alleine? Schwierig.


Frage 15 - Was hat sich geändert nachdem du diagnostiziert wurdest?
Ich mache mir selbst weniger Vorwürfe.
Undiagnostiziertes tritt oft mit Depressionen auf - ich glaube, das war auch bei mir so. Zumindest passen einige Symptome, die seither besser sind.

>> Ich verstehe mich selbst besser.
Ich bin mit mir selbst nachsichtiger.
Und mit der Diagnose kann ich Verständnis & Nachsicht anderer besser einfordern.
Das nimmt mir Last, Sorge, und Stress ab. Und gibt mir Luft und Platz zum Atmen.

>> Und holla, das war schon das letzte Prompt. Durchgeackert in 3 Tagen, statt in 15. Aber immerhin - ich war schon _sehr_ knapp davor, das alles an einem Tag zu machen 😂

>> Der Thread war (und ist) für mich eine sehr schöne Erfahrung. Einerseits anstrengend, stellenweise augenöffnen, jedenfalls emotional.
Es freut mich, dass einige von euch etwas von meinen Erfahrungen mitnehmen können. Eure Rückmeldungen sind wunderbar.

>> Auf einer weiteren Metaebene hab ich heut schon drüber lachen müssen, wie sehr dieser Thread auch wieder illustriert, was mir damals ™️ überhaupt erst den Schubs in Richtung "Vielleicht ist es ?" gegeben hat:
Dani's Comic über Storytelling.
twitter.com/danidonovan/status

>> Wenn ihr euch in etwas wiedergefunden habt, das ich hier die letzten Tage erzählt habe:
Stresst euch nicht. Schaut euch um. Findet Dinge - und Menschen -, die euch helfen. Eine offizielle Diagnose kann so ein Ding sein - muss aber nicht. Selbstdiagnosen sind valide.

>> Wenn etwas unklar ist oder ihr gern mehr über irgendwas hören wollt: schreibt mir gern! Falls ich ein paar Tage nicht antworte, erinnert mich gern dran. Es ist nicht immer Absicht ;) heißt auch, Dinge auf die Seite zu legen - und zu vergessen.

#sex und #adhs 

Nachtrag zu Symptomen:
Ich bin leicht ablenkbar.
Und so ein Hirn unterscheidet nicht, aus welcher Tätigkeit es sich gerade ( 🐿️ !) herausreißen lässt. Ergo dessen - ob Reden, Denken, Schreiben - oder eben Sex.
Und ist der Fokus weg, dann war's das 🙄

#sex und #adhs 

Zu dem Thema gibt's auch ein paar tweets sowie ein Interview von/mit Dani Donovan (beides auf Englisch):
twitter.com/danidonovan/status

Die offizielle Diagnose habe ich genau heute vor einem Jahr bekommen 🥳

Es kam eine Nachfrage zum weiter oben in Thread erwähnten Symptom "Rejection Sensitivity". RS kann am besten wohl als erhöhte Sensibilität für Zurückweisung übersetzt/umschrieben werden.

>>

Heißt: wenn die Reaktion auf etwas, was ich mache, weniger positiv ist, als ich erwarte, kann es passieren, dass ich in meinem Kopf in Katastrophenszenarien abrutsche.
Bsp: wenn jemand etwas länger braucht um auf eine Nachricht von mir zu reagieren, werde ich unsicher.
>>

Follow

>> Habe ich die Person verletzt? Habe ich mich lächerlich gemacht? Hat die Person plötzlich das Interesse am Kontakt mit mir verloren?
Das kann zu einer kompletten Abwärtsspirale führen, inklusive ein-igeln und auf Abstand gehen meinerseits.

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