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Wusstet ihr, dass das Konzept eines individuellen CO2-Fußabdruck aus der Marketingabteilung von BP kommt? Kein Witz.

Die haben das Konzept 2004 veröffentlicht und wie blöde beworben. Schuld am Klimawandel wurde so individualisiert. Die Verantwortung der Ölmultis trat in den Hintergrund der Debatten.

mashable.com/feature/carbon-fo
researchgate.net/publication/3

In der Monde Diplomatique gab's mal einen Artikel genau zu diesem Marketing-Ablenkungsmanöver, das die Getränkehersteller lancierten, um mit dem Konzept des Recyclings die Verantwortung auf den Konsumenten abzuschieben und von der eigenen Verantwortung für die Umweltverschmutzung abzulenken:
De la consigne au recyclage



par  Grégoire Chamayou (février 2019)
Poubelle jaune, poubelle verte, poubelle bleue… À grand renfort de sermons, on nous chante les louanges d’une « citoyenneté moderne » associée à un geste : le tri des déchets, considéré comme la garantie de sauver une planète dégradée de toutes parts. C’est peut-être se méprendre sur la logique qui sous-tend cette injonction à l’« écoresponsabilité » des consommateurs.
[...]
Contrairement à ce que l’on pourrait croire, Keep America Beautiful, fondé en 1953, n’est pas une organisation non gouvernementale œuvrant pour la défense de l’environnement, mais un consortium placé sous la houlette d’industriels de la boisson et de l’emballage, parmi lesquels Coca-Cola et l’American Can Company (Compagnie américaine des boîtes de conserve).

@realramnit
Das stimmt, aber das grundlegende Konzept ist identisch. Ich würde es so formulieren, dass BP für den persönlichen CO2 Footprint stark beworben und Lobbyarbeit betrieben haben.

Es ändert ja im Ergebnis auch nicht viel, ein Mineralölkonzern will vom eigenen Anteil des Klimawandels ablenken und verschiebt den Fokus auf den individuellen Beitrag des Einzelnen.

So kann man mit reinem Gewissen einen Stadtpanzer fahren, wenn man nur damit mind. jeden vierten Einkauf im Biomarkt tätigt (die anderen drei werden natürlich beim Discounter getätigt. Die laufenden Kosten für SUV und die 50m² pro Person Wohnfläche fordern ihren Tribut).

@Calypso1 @realramnit ist es nicht. Der öklogische Fußabdruck bezieht viel mehr ein als nur CO² und zieht nicht das Individuum in die alleinige Verantwortung.
Wir können als Endverbraucher etwa 1/3 der Umweltsünden durch unser eigenes Verhalten beeinflussen. Den Rest macht die Industrie und die bezwingt man nur mit Gesetzen oder Boykotten.

@Bobo_PK @realramnit und genau da setzt der Kritikpunkt an: Können wir wirklich 1/3 selbst bestimmen oder nur eine kleine Elite, die die Zusammenhänge verstehen kann und gegen Manipulation gefeit ist?
Damit das gesamte Drittel effektiv was verbessern kann, sind ebenfalls Gesetze notwendig.

@Calypso1 @Bobo_PK @realramnit
Ich bezweifle das auch. Wenn sogar (wie im o.g. Artikel geschrieben) ein Obdachloser ohne jeglichen Besitz, der in der USA von Suppenküchen lebt, einen (gemessen an der Nachhaltigkeit) zu hohen Fußabdruck hat, dann muss der Einfluss des Einzelnen noch viel geringer sein.

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