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Dieses Interview in der taz mit Svenja Flaßpöhler über (schöner als der Anreißer ist es schwer zu sagen) „militante Intoleranz von dauerbeleidigten Identitätslinken“ ist ein Lichtblick. taz.de/Von-moralischem-Totalit

@rixx In diesem Interview klingt sie reflektiert. Hab da mal ein Podiumsgespräch mit ihr und Stokowsky gesehen und da kam ihre Position einfach richtig peinlich und reaktionär rüber, quasi als hätte man die FDP geladen: youtu.be/CgFGTXKRuhQ

@rixx

brrr. Ich gestehe ich hab das nicht bis zum Ende durchgehalten.

Bewusstes Misgendering und oberflächliche Diffamierung. Auf Leute herabschauen die ihre Gewalterfahrung teilen .. Da bin ich irgendwann ausgestiegen

@kex_nom Das mit dem Missgendering hab ich gar nicht gerafft, weil ich die genannte Person nicht recherchiert und einfach nur für einen Prof gehalten habe, aber alter Schwede, ist das heftig! @rixx

@rixx darf ich fragen, ein Lichtblick in welche Richtung?

@leah Ich glaube nicht, dass das hier produktiv würde, sorry.

@leah Ich habe nebenan im Thread auf Distel ein wenig geantwortet, das ist vielleicht, was du wissen wolltest.

@rixx ah, die war mir noch gar kein begriff... klingt nicht soooo gut, um ehrlich zu sein, wenn ich auch denke, dass ihre kritik dringend nötig ist.

ich las im urlaub mal wieder julia serano ("excluded") und ich finde, sie formuliert auch diese kritik an callout culture etc, aber in solidarisch und nicht so polemisch.

ich glaube, ich bin auch ganz schön fertig mit dem deutschen hang zu polemik.

@rixx und das, wo ich eigentlich selbst früher gerne rumpolemisiert habe. dass es mal soweit kommt, dass es mich nur noch nervt...

was ich auch denke, was wir zu bereden haben in der linken/queerfem bubble, sind die power moves in unserer kritikkultur. also was da für machtverhältnisse entstehen und wie was instrumentalisiert werden kann und auch wird.

@distel Ja ja ja! Genau die Richtung. Ich stimme diesem Interview gar nicht uneingeschränkt zu, aber … das ist ja grad der *Punkt*. Ich stimme manchen ihrer Ansichten nicht zu. Anderen schon. Vor allem finde ich aber, dass kritischer Diskurs viel mehr Raum braucht. Und der wird ihm gerade von der Tendenz genommen, alles sofort a) zu polemisieren und b) in eine Moralfrage zu heben. Moralfragen zielen auf richtig vs falsch, dh dein Widersprecher ist entweder dumm oder böse.

@rixx wobei es, wenn es um gerechtigkeit als grundthema geht, moral einfach in dem thema drin ist. es ist ja eine moralfrage, was fair ist, was unfair ist.

oder versteh ich moral da falsch?

@distel Moral redet über Richtig und Falsch, und das impliziert eben jemanden im Recht und Unrecht. Wer sich meiner, der moralisch richtigen, Position nicht anpasst, der hat sie offensichtlich entweder nicht verstanden, oder er ist böswillig und hat öffentliches Anprangern verdient – geht die Logik. Das unterbindet gemeinsamen Dialog und schafft sehr schnell eine sehr unschöne Hierarchie.

@rixx ja, "im recht" und "im unrecht" sein ist rechthaberei und was anderes. trotzdem sind diese worte ja nicht umsonst mit dem wort "gerechtigkeit" verwandt, in all diesen social justice bewegungen geht es doch um gerechtigkeit.

für mich wäre das "also ich persönlich kann das nicht unterstützen" zu wischi waschi, wiederum.

@rixx also klar sind viele moralischen prinzipien einfach deswegen da, weil sich viele leute willkürlich darauf geeinigt haben, dass das "nun mal das richtige ist", während das andere "nun mal falsch ist", ich befürchte, das liegt aber ein wenig in der natur der sache und wir kommen nicht ganz drumrum...

@rixx allerdings ist es dann gut, das zu reflektieren.

ich muss los, der arbeitstag wartet.. ächz..

@distel Danke fürs Nachfragen, ich hatte ähnliche Gedanken beim Lesen des Interviews. Und wie im Interview auch schon vorgetragen sprießen die Gefühlsäußerungen als Kommentare...

Danke fürs Teilen, @rixx !

@distel Oh, spannend. Für mich ist das die höchste Form der Ablehnung im persönlichen Diskurs. Wenn ich dir sage "Was du da sagst, ist für mich untragbar", dann habe ich dir gesagt, dass wir eine derartige Inkompatibilität haben, dass wir über die weiter reden müssen, bevor irgendein anderer Dialog möglich ist.

Spannend, dass wir da so anders kommunizieren. Ein Grund, dass ich solche Diskurse im Netz meide: Dass zu wenig Einspruch als Zuspruch und Komplizenschaft gesehen wird.

@rixx das sehe ich im persönlichen diskurs genau so wie du.

mir gehts aber darum, dass ich mich bei manchem nicht darauf zurückziehen will, dass das nach meinen subjektiven maßstäben untragbar ist, sondern das etwas aufgrund einer breit akzeptierten gesellschaftlichen vereinbarung untragbar ist.

und das ist schon eine moralische ebene. ich finde die ebene schon ok, aber selbstgerechtigkeit und andere sofort aburteilen finde ich nicht okay, und das hast du mit "moralisch" gemeint, oder?

@distel Das ist ein Ansatz, der mir irre Bauchschmerzen macht. Ich sage total gerne Sachen wie "Das wäre für mich inaktzeptabel / mit meiner Weltsicht nicht vereinbar / das kann ich nicht unterstützen". Das lässt Diskussionsraum, ohne das Gespräch durch absolute moralistische Aussagen zu verhindern.

@rixx hm. ich komme da von einer anderen richtung. ich denke schon, dass es eine gemeinsame basis braucht, auf die wir uns einigen, dass es fair/gerecht für alle zugehen muss.

ich würde das eher so angehen, dass diejenigen, die "verfehlen" nicht gleich abgestempelt werden als unterdrücker*innen, sondern annehmen, dass sie fair sein wollen, aber (noch) nicht alles auf dem schirm haben. ich ja auch nicht. u. dass aufassungen verschieden sind wie wir da hin kommen.

@distel @rixx kann mich da sehr gut anschließen was eure Ausführungen angeht. Und danke rixx fürs hinweisen auf den Thread.

@rixx @megfault Endlich sagt es mal einer. Genau die angesprochene Problematik hat zur Spaltung (literally, die Sehr Links™-Leute sind nicht mit der Ablehnung des Contributer Covenant klar gekommen und wurden zu Acme Labs) unseres Hackerspaces geführt. Außerhalb hitzige politischer Diskussionen waren die eigentlich so 8/10-Menschen.

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