rixx
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Ohje, kein Gutenberg-Projekt für Deutschland mehr, Geo-IP-Blocking.

Was passiert ist: Der S.Fischer-Verlag hat die Stiftung hinter Gutenberg.org (die in den US gemeinfreie Bücher in einer Vielzahl von Formaten von txt bis epub publizieren) verklagt. Auf Gutenberg lagen 18 Texte von Döblin, Heinrich & Thomas Mann. In den USA gemeinfrei, weil schon 50 Jahre publiziert, in Deutschland nicht, weil die Autoren noch nicht 70 Jahre tot sind. Die Klage wurde vor dem LG Frankfurt aufgebracht. >>>

>>> Das LG Frankfurt hat zugunsten des S.Fischer-Verlags entschieden. Die Werke sind unter Androhung einer Geldstrafe von 250k unzugänglich zu machen. Außerdem ist Schadensersatz zu leisten, zu ermitteln nach der Anzahl der deutschen Downloads (gibts nicht).

Nun fühlt sich da das LG Frankfurt zuständig für eine US-nonprofit Organisation, was der Knackpunkt ist. (Dass Gemeinfreiheit ab Tod schwierig ist, ist ein ganz anderes Fass.)

Infos: cand.pglaf.org/germany/index.h
Urteil: cand.pglaf.org/germany/gutenbe

Außerdem:

Spenden: gutenberg.org/donate (Wenn das bei euch mit im Geoblock ist: gutenberg.org/wiki/Gutenberg:P sollte tun)

Die Gutenberg-Foundation ist auch der Meinung (imo korrekt, aber not a lawyer), dass das vor ein US-Gericht oder in die alternative Mediation gehört. Sie nehmen aber Hinweise dazu, wie sie am geschicktesten in der Berufung verfahren, gerne unter gbnewby AT pglaf.org an.

@rixx So sehr ich das Projekt Gutenberg schätze, sehe ich das Urteil der durch das BGH vorgegeben Auslegung, vgl lhr-law.de/magazin/medienrecht. Dementsprechend kann ich mir nur schwer vorstellen, dass das ganze gekippt wird, und wenn überhaupt dann erst beim BGH.

@moemoe Das ist gut möglich, deshalb habe ich ja als Kernproblem die Gerichtsbarkeit hervorgehoben. Ich hätte es für am angemessensten gefunden, wenn S.Fischer sich da auf die Mediation eingelassen hätte, aber meine Meinung zu deutschen Verlagen ist eh nicht fein.

@rixx Ich hatte dich so verstanden, dass du konkret das LG Frankfurt für die Annahme der Gerichtsbarkeit kritisierst.

Unabhängig davon finde ich eine deutsche Gerichtsbarkeit für in Deutschland angebotene Dienste nicht verkehrt, gerade im Bereich Verbraucherschutz entsteht hier sonst eine zu große Schere. Insofern sehe ich als Diskussionsansatz einzig das "Anbieten in/für Deutschland", wobei ich eine Webseite in d. Sprache hier auch als sehr starkes Indiz dafür sehen würde.

@moemoe Ich habe nur gesagt, dass ich das als nicht eindeutig geklärt sehe. Da ich das deutsche Urheberrecht an der Stelle insgesamt nicht gut finde, stößt es mir noch mehr auf, wenn wir es anderen aufdrücken. Dass Websiten deutscher Sprache blanko unter deutsche Gerichtsbarkeit fallen, würde mich als österreicheschen Betreiber einer deutssprachigen Website ja zu einem präventiven Geoblock verleiten. ;)

Bitte nimm mich aus den Mentions einer weiteren Diskussion raus.

@rixx Ich will dich damit nicht nerven und ich habe deinen Standpunkt denke ich auch verstanden. Dementsprechend können wir das hier gerne jetzt so stehen lassen.

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