Follow

Seit 2020 können Ärzt*innen Apps verschreiben. Wir haben uns zwei Anbieter angeschaut – und kommen zu einem vernichtenden Ergebnis: zerforschung.org/posts/datenab

@zerforschung ich bin noch ganz unbedarft, was solche Themen angeht und bin grad wirklich fast vom Stuhl gefallen 😶 Es ist übel. Besonders, wenn man bedenkt, wieviele Leute von ihren Ärzt*innen auf solche Apps hingewiesen werden, weil es z. B. schlicht zu wenig Kassenzulassungsplätze für Psychotherapeuten gibt 😭

@Lureana @zerforschung Und die Krankenkassen dürfen an den Apps auch selber mit Kohle verdienen. Das ist schon ein ziemlich übler Interessenskonflikt. Beitrag von @zdfmagazin dazu: yewtu.be/watch?v=mzMj-v1sMI4

@zerforschung wieso nutzt man sowas überhaupt? Wenn ich ein gesundheitliches Problem habe, geh ich zu meinem Arzt, real und persönlich, mit einem Termin in der Praxis. Gaaaanz schwierige Sache.

@onlytina @zerforschung Grundsätzlich können solche Apps schon einen Mehrwert über die Behandlung hinaus haben, z.B. gibt es eine App mit einem Schlaftagebuch. Das Ding auf Papier verlieren die Jugendlichen immer wieder oder haben es “vergessen”, mitzubringen. Das Handy vergessen sie selten, es kann an das Ausfüllen erinnern und ggfs. kann ich die Daten auch schon vorher sehen. Dann muss aber der Datenschutz stimmen!

@miss_summer
Mal noch als Nachtrag:
Weil ich gerade nach Literatur und aktueller Forschung für - ein etwas anderes Thema - meine BA Arbeit suche ist mir aber aufgefallen, dass es schon einiges an Forschung zu solchen Apps gibt (nach Suche über Researchgate). Nur beim Scrollen die Artikelüberschriften der Paper gelesen, aber ist wohl quer durch alle Gesundheitsbereiche, gesehen hab ich Analysen von Apps zu Krebserkrankungen, Depressionen, Mundhygiene und vielem mehr. Es wäre bestimmt lohnenswert, mal zu lesen, was da so rausgefunden wurde. ;-)

@zerforschung

@onlytina @zerforschung Auf jeden Fall, ich war auch schon mehrfach auf Konferenzen, auf denen solche Projekte vorgestellt wurden. Leider sind die oft zeitlich begrenzt und werden dann nicht mehr gepflegt oder aktualisiert. Oft finde ich die Apps, die zu Forschungszwecken gemacht sind, auch vom Design her nicht ansprechend und dann nutzen meine Jugendlichen sie meist nicht. Der Weg ist noch lang.

@zerforschung Datenschützer haben gewarnt, dass keine sachgerechte Prüfung erfolgt. Aber wenn das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte die Zulassung erteilt, dann ist es wohl politisch gewollt den Bock zum Gärtner zu machen.

@zerforschung Nach DSGVO liegen Datenschutzverletzungen vor, die meldepflichtig sein dürften Art. 4 Nr. 12, 33 DSGVO.

@1Datenschuetzer @zerforschung Apps, die Nutzerdaten mit Dritten teilen, sollten grundsätzlich nicht von Krankenkassen übernommen werden.

@rlx @zerforschung Die Krankenkassen müssen das aber bezahlen, weil es so im Gesetz steht. Politisch so gewollt.

@1Datenschuetzer @zerforschung soweit ich weiss, steht im Gesetzestext nichts von Apps mit Trackern. In jedem Falle sollte das Gesetz entsprechend präzisiert werden.

@rlx @zerforschung Richtig, steht so nicht im Gesetz, allerdings bezahlen die Krankenkassen die Digitalen Gesundheitsamwendungen (meist Apps, die bereits auf dem Markt sind) nur, angeboten (Hersteller) und zugelassen (BfArM) werden die von anderen. Gerade das BFArM ist gar nicht in der Lage, Datenschutz und Datensicherheit zu prüfen. Aber wenn die Politik mal wieder schnell digitalisieren will und den Bock zum Gärtner macht… Bei Risiken und Nebenwirkungen …

@zerforschung Ich finde die Idee dieser Apps großartig, gerade in der Arbeit mit Jugendlichen. Bisher habe ich aber noch nie eine verordnet, weil ich noch nichts gefunden habe, was meinen Vorstellungen von Datenschutz entspricht. Der Bedarf ist da!

@miss_summer
Können wir ernsthaft Gesundheitsdaten, die zu den sensibelsten Daten überhaupt gehören, auf einem Gerät speichern, das mit dem Internet verbunden ist, mit zig Trojanern verseucht werden kann und das die allermeisten Bürger überhaupt nicht datenschutzsicher betreiben können, weil Medienkompetenz und fehlende Sensibilisierung fehlt?

Ich finde es unverantwortlich. Vom Smartphone Banking bis zu Gesundheitsdaten.
@zerforschung

@chrysn @Antonow @zerforschung Grundsätzlich eine sehr gute Idee, aber ich kann meinen Patient:innen ja nicht vorgeben, welches Endgerät sie sich zulegen und gerade die Jugendlichen haben meist irgendein abgelegtes Handy aus dem Familienkreis.

@miss_summer @Antonow @zerforschung Praktisch ist ein betrusted sicher nicht mit den Gegebenheiten in 99+% der Haushalte vereinbar. Aber ich halt's für einen wichtigen Datenpunkt weil:
* es zeigt, dass doch bzgl. vertrauenswürdiger Geräte nicht alles verloren ist,
* die Distanz von dort zu Handies anschaulich macht,
* für betrusted einen use case darstellt, und
* evtl. zeigt, dass eine vertrauenwürdige Enklave (mehr als key storage) a la betrusted auch in Handies sinnvoll sein kann.

@chrysn @Antonow @zerforschung Privat finde ich das auch alles sehr spannend und nutze auch manches, aber ich freue mich auch, wenn ich tatsächlich mal was für die Arbeit nutzen könnte.

Sign in to participate in the conversation
chaos.social

chaos.social – a Fediverse instance for & by the Chaos community